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Probiotische Nahrungsergänzungsmittel – Welche Vorteile bieten sie?

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
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10. Juli 2020
in News
Viele Menschen verlassen sich zum Schutz ihrer Gesundheit auf Nahrungsergänzungsmittel. Halten diese was sie versprechen? (Bild: Kunstzeug/Stock.Adobe.com)
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Schützen probiotische Nahrungsergänzungsmittel die Gesundheit?

Prä- und Probiotika scheinen die psychische Gesundheit zu verbessern und so die Symptome von Depressionen zu reduzieren. Ist eine solche Wirkung auch bei probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln vorhanden und helfen diese auch bei Verdauungsproblemen und Darmerkrankungen?

Bei der aktuellen Forschungsarbeit der University of Brighton und der Brighton and Sussex Medical School wurde untersucht, wie wirksam probiotische Nahrungsergänzungsmittel verglichen mit richtigen Lebensmitteln zum Schutz der Gesundheit sind. Die Ergebnisse wurde in der englischsprachigen Fachzeitschrift „BMJ Nutrition, Prevention, and Health“ veröffentlicht.

Ergebnisse von sieben Studien wurden analysiert

Für die Untersuchung wurden die Ergebnisse von sieben Studien über die Prä- und Probiotikaeinnahme bei Menschen mit Depression ausgewertet. Es zeigte sich, dass diese Personen im Vergleich zu Personen ohne Behandlung (oder mit Placebo-Einnahme) eine signifikante Verbesserung ihrer Symptome erlebten. Es ist allerdings immer noch nicht klar, worauf die Schutzwirkung basiert und welche spezifischen nützlichen Bakterien dafür verantwortlich sind.

Sind Probiotika wirklich so gesund?

Die neuen Ergebnisse ergänzen eine bereits lange Liste potenzieller Vorteile von Probiotika, welche von Gewichtsverlust bis hin zu einem längeren Leben reichen. Viele Unternehmen vermarkten ihre Nahrungsergänzungsmittel und Produkte auf der Grundlage dieser Behauptungen. Leider geht die Werbung für probiotische Nahrungsergänzungsmittel jedoch oft weit über das hinaus, was bisher wissenschaftlich bewiesen wurde. Behauptungen, dass probiotische Nahrungsergänzungsmittel beispielsweise zur Gewichtsabnahme und verbesserter sportlicher Leistung beitragen, basieren aber zumindest im Kern auf der Wahrheit.

Treffen Vorteile von Probiotika auch auf Menschen zu?

In anderen Bereichen sind die wissenschaftlichen Belege weite dünner. Beispielsweise haben Untersuchungen gezeigt, dass das Mikrobiom bei Mäusen die Gewichtsabnahme und die geistige Gesundheit beeinflusst. Allerdings ist die Forschung noch weit davon entfernt, einen kausalen auch bei der menschlichen Gesundheit nachzuweisen. Mäuse sind keine Menschen. Etwas was bei Mäusen sehr gut funktioniert, muss nicht unbedingt die selbe Wirkung bei Menschen zeigen, betonen die Forschenden.

Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bei Verdauungsproblemen?

Es stimmt, dass einige Probiotika für die Behandlung sehr spezifischer Erkrankungen wie entzündliche Darmerkrankungen, Colitis ulcerosa und einige Harnwegsinfektionen zugelassen sind. Dies ist allerdings kein Grund für ansonsten völlig gesunde Menschen, Geld für probiotische Produkte auszugeben. Die American Gastroenterological Association (AGA) hat zu diesem Thema kürzlich einen Bericht veröffentlicht, in dem darauf hingewiesen wird, dass bei den meisten Verdauungsproblemen der Einsatz von Probiotika nicht empfohlen wird, mit der Begründung, dass die derzeitigen Beweise sehr mangelhaft seien.

Aufgrund der Komplexität des menschlichen Mikrobioms und der vielen individuellen Variablen werden solche Beweise wahrscheinlich noch einige Zeit auf sich warten lassen, wenn sie überhaupt gefunden werden, berichten die Forschenden. In der Zwischenzeit sollten Menschen daher ihr Mikrobiom auf altmodische und wissenschaftlich untermauerte Art und Weise fördern: Durch ihre Ernährung. Beispielsweise ist es wichtig, genügend Ballaststoffe zu sich zu nehmen und nicht zu viel Zucker zu konsumieren. Außerdem sollten sogenannte ultra-verarbeitete Lebensmittel vermieden werden. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Sanjay Noonan, Meena Zaveri, Elaine Macaninch, Kathy Martyn: Food & mood: a review of supplementary prebiotic and probiotic interventions in the treatment of anxiety and depression in adults, in BMJ Nutrition, Prevention, and Health (veröffentlicht 06.07.2020), BMJ Nutrition, Prevention, and Health
  • AGA does not recommend the use of probiotics for most digestive conditions, American Gastroenterological Association (veröffentlicht 09.06.2020), AGA

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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