Neue Pseudowut bei Wildschwein nachgewiesen – Ansteckungsgefahr für Hunde und Katzen

Aujeszkysche Krankheit bei Wildschwein nachgewiesen: Gefahr für Hund und Katze

In Niedersachsen ist bei einem Wildschwein die Aujeszkysche Krankheit (AK) nachgewiesen worden. Für Menschen ist die Erkrankung, die auch als „Pseudowut“ bezeichnet wird, offenbar ungefährlich. Doch für Hunde und Katzen endet eine Infektion immer tödlich.


Pseudowut in Südniedersachsen

Im Landkreis Northeim (Südniedersachsen) ist bei einem Wildschwein die Aujeszkysche Krankheit (AK) nachgewiesen worden. Die Erkrankung, die auch als „Pseudowut“ bezeichnet wird, ist nach derzeitigem Wissensstand für den Menschen ungefährlich. Für Hunde und Katzen ist die Infektion allerdings tödlich.

Bei einem Wildschwein in Niedersachsen ist eine Infektion mit der Aujeszkyschen Krankheit festgestellt worden. Bei Hunden und Katzen nimmt die Erkrankung, die auch Pseudowut genannt wird, einen tödlichen Verlauf. (Bild: creativenature.nl/fotolia.com)

Gefahr für Haustiere

Laut einer Mitteilung des Landkreises Northeim ist bei einem Wildschwein aus der Gemarkung Wollbrechtshausen erstmals im Landkreis Northeim die Aujeszkysche Krankheit (AK) nachgewiesen worden.

Das Vorkommen der Infektionskrankheit bei Wildschweinen bedeutet auch eine Gefahr für Hausschweine.

Zudem kann die Viruserkrankung Hunde und Katzen befallen.

„Bei diesen Tierarten verläuft eine Infektion immer tödlich! Die Fleischfresser können durch die Aufnahme von Blut oder rohem Fleisch infizierter Schweine erkranken“, heißt es in der Mitteilung.

„Für den Menschen hingegen ist das Virus nach derzeitigem Kenntnisstand ungefährlich, so besteht auch keine Gefahr durch den Verzehr von verarbeiteten und durchgegarten Wildschweinprodukten“, berichtete das Veterinäramt am Landratsamt Haßberge (Bayern) schon vor Jahren.

Intensiver Juckreiz

Hunde erkranken wenige Tage nach der Infektion. Deutliches Krankheitszeichen ist ein intensiver Juckreiz.

Die Vierbeiner scheuern, belecken und kratzen sich und fügen sich tiefe Hautwunden zu. Darüber hinaus treten Schluckbeschwerden auf, die schaumigen Speichel vor dem Maul verursachen.

Es kann auch zu Futterverweigerung und Lähmungserscheinungen kommen.

„Die Krankheit kann Tollwut-ähnlich verlaufen“, schreibt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) auf seiner Webseite.

Kontakte mit Wildschweinen meiden

„Zum Schutz vor einer Infektion mit dem Erreger der Aujeszkyschen Krankheit sollten Hunde und Katzen daher nur mit vollständig durchgekochtem Fleisch von Haus- und Wildschweinen gefüttert werden“, so Dr. Siegfried Orban, Leiter des Fachbereichs Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen beim Landkreis Northeim.

Der Kontakt mit infizierten Wildschweinen und Teilen erlegter Tiere stellen ebenfalls eine Infektionsgefahr für Hunde dar.

Um mögliche Kontakte mit Wildschweinen und damit eine Infektion zu verhindern, sollten Hunde in Wald und Feld, oder dort wo Wildschweine leben, sicherheitshalber angeleint werden. (ad)