Psychische Erkrankungen: Cannabidiol kann gegen Psychosen eingesetzt werden

Wie wirkt sich Cannabidiol auf Psychosen aus?

Der Gebrauch von Cannabis nimmt immer weiter zu. Viele Betroffene verwenden Cannabis, um sich zu berauschen, es gibt aber auch Menschen, welche Cannabis aus medizinischen Gründen zu sich nehmen. Forscher fanden jetzt heraus, dass Cannabidiol dazu beitragen kann Störungen bei Menschen mit Psychose zu verringern.


Die Wissenschaftler vom King’s College London stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass bereits eine einzige Dosis von Cannabidiol Psychosen verringern könnte. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „JAMA Psychiatry“.

Ist es sinnvoll Cannabidiol in Zukunft zur Behandlung von Psychosen einzusetzen? (Bild: Elroi/fotolia.com)

Was ist eine Psychose?

Eine Psychose ist eine psychische Störung, bei der Betroffene unter einer verzehrten Wahrnehmung der Realität leiden. Die Aktivität des Gehirns bei Menschen mit hoher Anfälligkeit für eine Psychose ist im Vergleich zu gesunden Menschen abnormal. Wenn Betroffene allerdings Cannabidiol zu sich nahmen, war die abnormale Hirnaktivität weniger ausgeprägt, verglichen mit Probanden, welche nur ein Placebo erhalten hatten, sagen die Forscher. Dies deutet darauf hin, dass Cannabidiol helfen kann, die Gehirnaktivität wieder auf ein normales Niveau zu bringen.

Cannabidiol kann Dysfunktionen im Gehirn normalisieren

Cannabidiol scheint die Dysfunktionen im Striatum, im parahippocampalen Kortex und im Mittelhirn normalisieren zu können. Solche Dysfunktionen wurden bereits mit Psychosen in Verbindung gebracht. Dies könnte den therapeutischen Wirkungen von Cannabidiol zugrunde liegen, erklären die Forscher. Die aktuelle Studie trägt dazu bei, die Mechanismen im Gehirn besser zu verstehen, welche durch Cannabidiol beeinflusst werden. Dieses Medikament funktioniert auf eine völlig andere Weise als traditionelle Antipsychotika, sagt Studienautor Sagnik Bhattacharyya vom King’s College London.

Wie lief die Untersuchung ab?

Bei der Studie untersuchten die Wissenschaftler eine kleine Gruppe von jungen Menschen, bei denen noch keine Psychose diagnostiziert wurde aber trotzdem bestimmte auffällige psychische Symptome zu beobachten waren. Zusätzlich gab es auch eine Kontrollgruppe mit gesunden Probanden. Alle Teilnehmenden wurden mit der Hilfe der Magnetresonanztomographie untersucht, während sie eine Gedächtnisaufgabe durchführten, an der drei verschiedene Regionen des Gehirns beteiligt waren, von denen bereits bekannt ist, dass sie eine Rolle bei Psychosen spielen.

Weitere Untersuchungen sind nötig

Einer der Hauptvorteile von Cannabidiol ist, dass es sicher und sehr gut verträglich zu sein scheint, was es in gewisser Weise zu einer idealen Behandlung macht, erläutern die Autoren. Wenn die Rolle von Cannabidiol zu Behandlung von Psychosen weiter bestätigt werden kann, könnte dies in Zukunft dazu führen, dass Cannabidiol standardmäßig in Kliniken eingesetzt werden kann. (as)