Senioren sorgen sich vor Alzheimer-Erkrankung

Viele ältere Menschen haben Angst vor Alzheimer

In einer aktuellen Umfrage hat sich gezeigt, dass weit über die Hälfte der über 70-Jährigen in Deutschland fürchten, an Alzheimer zu erkranken. Die Erkrankung ist zwar nicht heilbar, durch einen gesunden Lebensstil kann jedoch vorgebeugt werden.


Immer mehr Demenzkranke

Laut der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft leben hierzulande gegenwärtig fast 1,6 Millionen Demenzkranke; zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Allerdings zeigt sich schon seit Jahren, dass die Zahl der Demenzkranken immer weiter steigt. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass die Angst vor der neurodegenerativen Erkrankung groß ist. Einer aktuellen Umfrage zufolge fürchtet mehr als jeder zweite über 70-Jährige, an Alzheimer zu erkranken.

Einer aktuellen Umfrage zufolge fürchtet mehr als die Hälfte der über 70-Jährigen, an Alzheimer zu erkranken. Es gibt Möglichkeiten, der neurodegenerativen Erkrankung vorzubeugen. (Bild: Ocskay Bence/fotolia.com)

Angst bei Frauen deutlich größer

Mit zunehmendem Alter steigt die Sorge, an Alzheimer zu erkranken. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI).

Demnach fürchten von den über 70-Jährigen insgesamt 61 Prozent eine solche Erkrankung. In der Gesamtbevölkerung sind es noch 40 Prozent, bei den unter 30-Jährigen lediglich 14 Prozent.

Während sich Männer (33 Prozent) weniger Sorgen über eine Alzheimer-Erkrankung machen, liegt dieser Wert bei Frauen (47 Prozent) deutlich höher.

Die Angst vor der Alzheimer-Krankheit ist bei Personen, die einen alzheimerkranken Angehörigen haben, mit 58 Prozent viel stärker ausgeprägt als in der Gesamtbevölkerung.

Risikofaktoren für Alzheimer

Im vergangenen Jahr berichtete ein internationales Forscherteam über neun identifizierte Risikofaktoren für Demenz:

Dazu zählen laut den Fachleuten Hörverlust im mittleren Lebensalter, mangelnde Bildung im Jugendalter, Rauchen, Depressionen, Bewegungsmangel, soziale Isolation, Bluthochdruck, Adipositas, und Typ 2-Diabetes.

Allerdings sind noch mehr Faktoren bekannt, die Alzheimer begünstigen können. Hoher Alkoholkonsum beispielsweise oder auch kleine Verletzungen am Gehirn.

Selbst langes Sitzen fördert Demenz, wie Wissenschaftler der University of California kürzlich berichteten.

Und auch Feinstaub kann Alzheimer bedingen.

Demenz vorbeugen

Heilbar ist Demenz bislang nicht, doch laut Gesundheitsexperten ist es möglich, durch bestimmte Maßnahmen Alzheimer vorzubeugen.

Die AFI gibt in der Broschüre „Alzheimer vorbeugen: Gesund leben – gesund altern“ fünf Empfehlungen für ein gesundes Altern.

Die Experten raten, das Gehirn durch geistiges Training fit zu halten, sich gesund zu ernähren, soziale Kontakte zu pflegen, medizinisch gegen Risikofaktoren vorzusorgen und sich ausreichend zu bewegen.

Dass Sport einen Schutz vor Demenz darstellen kann, wurde auch schon in wissenschaftlichen Untersuchungen aufgezeigt.

So berichteten Forscher aus Schweden vor kurzem über eine Studie, derzufolge körperliche Fitness effektiv vor Demenz schützt. (ad)