Studie: Bis zum Jahr 2060 wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz verdoppeln

In Zukunft wird es immer mehr Menschen mit Demenz geben

Forscher haben jetzt eine Studie veröffentlicht, in der die Raten von Demenz genauer untersucht wurden. Anhand der Analyse der Daten sagten die Experten voraus, dass bis zum Jahr 2060 ein starker Anstieg der Erkrankung zu befürchten ist.


Die Wissenschaftler des US Centers of Disease Control (CDC) stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass sich in Zukunft die Anzahl der an Demenz erkrankten Menschen bis zum Jahr 2060 verdoppeln könnte. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Alzheimer`s & Dementia“.

Immer mehr ältere Menschen erkranken in der heutigen Zeit an Demenz. Dies führt zu großen Kosten für das Gesundheitssystem. (Bild: Ocskay Mark/fotolia.com)

Demenzerkrankungen werden sich verdoppeln

Laut der Studie leiden derzeit 1,6 Prozent der Bevölkerung bzw. etwa 5 Millionen Menschen in Amerika an Demenz. Diese Zahl wird bis zum Jahr 2060 voraussichtlich auf 3,3 Prozent der Bevölkerung oder 13,9 Millionen Menschen ansteigen, sagen die Experten. Diese Vorhersagen sind hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass das Alter der Bevölkerung Amerikas immer weiter ansteigt. Bis zum Jahr 2035 werden mehr Menschen über 65 Jahre alt sein als es Heranwachsende unter 18 Jahren gibt, erklären die Forscher. Dabei kommt es zu einer dramatischen Zunahme bei einigen Bevölkerungsgruppen, denn beispielsweise werden farbige Menschen künftig einen viel größeren Prozentsatz der Gesamtbevölkerung im Alter über 65 Jahren ausmachen, sagen die Mediziner.

Demenz-Risiko bei Schwarzen wird um das Sechs- oder Siebenfache ansteigen

Bis zum Jahr 2060 sollen Bevölkerungsgruppen, die nicht der kaukasischen Rasse angehören, 45 Prozent aller über 65-Jährigen ausmachen. Während sich die Zahl der weißen Menschen mit Demenz im Laufe der Zeit etwa verdoppeln wird, wird die Erkrankungsrate für Farbige um das Sechs- oder Siebenfache steigen, so die Schätzung der Experten. Die Gesamtzahl der Menschen, die heute mit Demenz leben, ist geringer als die vorhergesagte Zahl von afroamerikanischen und hispanischen Menschen, die im Jahr 2060 an Demenz erkrankt sein werden, fügen die Wissenschaftler hinzu.

Alter ist der größte Risikofaktor für Demenz

Das Alter ist der Risikofaktor Nummer eins für die Entwicklung von Demenz, aber auch unsere Rasse kann eine wichtige Rolle spielen. Schwarze Menschen im Alter über 65 Jahren haben mit 13,8 Prozent die höchsten Raten an Demenz. Die Rate für hispanische Menschen in der gleichen Altersgruppe liegt bei 12,2 Prozent. Bei weißen Menschen liegt die Rate bei zehn Prozent.

Werden Minderheiten in den USA tendenziell schlechter versorgt?

Farbige Menschen stehen im US-amerikanischen Gesundheitssystem bereits vor einer schwierigen Situation. Minderheiten in den USA werden tendenziell medizinisch schlechter versorgt als weiße Menschen, behaupten die Studienautoren. Mit einem zunehmendem Anteil von älteren afroamerikanischen Menschen in der Bevölkerung werde die Nachfrage nach Geriatrie-Ärzten stark ansteigen. (as)