Studien: Kann gelegentliches Bier trinken Herz und Gehirn in Form halten?

Alfred Domke

Studienergebnisse: Bier ist gut für die Gesundheit

Übermäßiger Alkoholkonsum ist ungesund. Doch wer sich ab und zu ein Bier gönnt, tut damit seiner Gesundheit offenbar etwas Gutes: Wie Forscher in einer Studie feststellten, bringt der mäßige Konsum von Bier dank verschiedener Inhaltsstoffe gesundheitliche Vorteile für Herz und Gehirn mit sich.


Hoher Alkoholkonsum macht krank

Auf der Liste der Lieblingsdrinks der Deutschen steht Bier ganz weit oben. Zu viel sollte jedoch nicht davon getrunken werden. Schließlich fördert ein hoher Konsum nicht nur die Entstehung eines Bierbauchs, sondern kann prinzipiell jedes Organ des menschlichen Körpers schädigen. Allerdings gibt es auch Hinweise darauf, dass der beliebte Gerstensaft für die Gesundheit förderlich sein kann. Und zwar vor allem für das Herz und das Gehirn, wie eine Studie zeigte.

Hoher Alkoholkonsum schadet zwar dem Körper, doch wer ab und zu mal ein Bier trinkt, tut seiner Gesundheit damit offenbar Gutes. Unter anderem können das Herz und das Gehirn davon profitieren, wie sich in einer Studie zeigte. (Bild: Nitr/fotolia.com)

Mäßiges Trinken kann die Gesundheit fördern

Den meisten Menschen ist bewusst, dass regelmäßiger Alkoholkonsum nicht gesund ist. Zu den bekanntesten alkoholbedingten Krankheiten gehören Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Probleme, Krebs und langfristig auch psychische Störungen.

Zudem wird der Dickmacher Alkohol oft unterschätzt. In geringen Mengen können alkoholische Getränke aber offenbar auch der Gesundheit dienen.

So stellten Wissenschaftler aus Großbritannien in einer Studie fest, dass ein mäßiger Alkoholkonsum (etwa ein Bier am Tag) das Risiko für schwere Herzleiden vermindern kann.

Bier enthält mehr Eiweiß und B-Vitamine als Wein

Und laut einer anderen Studie, die schon vor Jahren im Fachmagazin „The American Journal of the Medical Sciences“ veröffentlicht wurde, enthält Bier Bestandteile, die nicht nur der Herz- sondern auch der Gehirn-Gesundheit dienen.

„Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht enthält Bier mehr Eiweiß und B-Vitamine als Wein“, schrieben die Autoren.

„Der Gehalt an Antioxidantien in Bier entspricht dem von Wein, aber die spezifischen Antioxidantien unterscheiden sich dadurch, dass Gerste und Hopfen, die bei der Herstellung von Bier verwendet werden, Flavonoide enthalten, die sich von denen der Trauben unterscheiden, die bei der Weinherstellung verwendet werden.“

Schon in früheren wissenschaftlichen Untersuchungen konnte die positive Wirkung von Flavonoiden auf das menschliche Gehirn belegt werden.

Wichtige Polyphenole

Die Studienautoren verwiesen im „ The American Journal of the Medical Sciences“ darauf, dass die Vorteile eines gemäßigten Alkoholkonsums von Ärzten nicht allgemein befürwortet werden, da befürchtet wird, dass dies zum übermäßigen Trinken verleiten könnte.

Doch Mediziner sollten sich „der wachsenden Evidenz bewusst sein, die die ernährungsphysiologischen Vorteile moderaten Alkoholkonsums als Teil einer gesunden Lebensweise unterstützt“.

Auch die Ernährungswissenschaftlerin Sisi Yip aus Hongkong ist von den gesundheitlichen Vorteilen von Bier überzeugt.

Gegenüber der „South China Morning Post“ sagte sie: „Bier enthält Spuren von Mineralien wie Kalzium, Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalium, Natrium, Zink, Kupfer, Mangan und Selen, Fluorid und Silizium.“

Und: „Bier enthält auch eine Reihe von Polyphenolen wie Flavonoide und Phenolsäuren“.

Wie in dem Artikel, der am 3. August, dem „Internationalen Tag des Bieres“ veröffentlicht wurde, erklärt wird, sind Polyphenole Verbindungen, die in fast allen Pflanzen vorkommen.

Yip weist darauf hin, dass die Forschung gezeigt hat, dass Polyphenole aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung das Risiko von Atherosklerose, Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen senken können.

Laut der Ernährungsberaterin haben alkoholfreie Biere die gleichen gesundheitlichen Vorteile.

Nicht zu viel trinken

Da zu viel Alkohol jedoch mit einer Vielzahl von Krankheiten wie Bluthochdruck und Lebererkrankungen einhergeht, sollte keinesfalls übermäßig viel getrunken werden.

Laut Yip sei der beste Weg, seine Drinks wöchentlich zu zählen.

„Männern und Frauen wird empfohlen, regelmäßig nicht mehr als 14 Einheiten pro Woche zu trinken“, so die Wissenschaftlerin.

Wie in einem Artikel der britischen Zeitung „Daily Mail“ erklärt wird, entspricht diese Menge sechs 175-ml-Gläsern Wein, sechs großen Gläsern Bier oder vierzehn 25-ml-Gläser Spirituosen.

Gesundheitsexperten weisen aber darauf hin, dass diese Höchstmenge pro Woche nicht auf einmal, sondern über mehrere Tage hinweg konsumiert werden darf.

Bier kann glücklich machen

In der „South China Morning Post“ wird noch ein weiterer Vorteil von Bier thematisiert: Die Zeitung verweist auf deutsche Forschungsergebnisse, die im Online-Journal „Scientific Reports“ veröffentlicht wurden.

Diese haben gezeigt, dass Bier glücklicher machen kann, wenn es in Maßen konsumiert wird.

Den Angaben zufolge wird das gute Gefühl durch den Inhaltsstoff Hordenin ausgelöst. Dessen Wirkung ähnle der von Dopamin, einem Neurotransmitter, der für die Gesundheit des Gehirns wichtig ist. (ad)