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Neue Virus-Varianten: Norovirus breitet sich deutschlandweit schnell aus

Alfred Domke
Verfasst von Alfred Domke, Redakteur für Gesundheits-News
22. Februar 2017
in News
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Brechdurchfall: Immer mehr Infektionen durch neues Norovirus
Bereits im vergangenen Herbst war über eine ungewöhnlich hohe Verbreitung der Norovirus-Infekte berichtet worden. Der Trend hat sich auch im neuen Jahr fortgesetzt. Anfang 2017 erkrankten etwa doppelt so viele Menschen wie im Vorjahr. Für den Anstieg der Krankheitsfälle ist laut Experten auch ein neuer Virustyp verantwortlich.

Rasante Ausbreitung
Schon Ende letzten Jahres zeigte sich, dass sich das Norovirus in diesem Winter rasanter ausbreitet als in den Jahren zuvor. Nun berichten Experten, dass dies offenbar mit einer neuen Virusvariante zusammenhängt. Diese sei laut dem Berliner Robert Koch-Institut (RKI) bei sporadischen Infektionen ebenso nachgewiesen worden wie bei Ausbrüchen in neun Bundesländern.

Neue Norovirus-Variante nachgewiesen
Die Experten hatten von September bis Dezember vergangenen Jahres insgesamt 240 Proben aus 13 Bundesländern genauer untersucht.

Im jüngsten epidemiologischen Bulletin des RKI heißt es dazu: „In 240 untersuchten und genotypisierten Proben konnte eine neu auftauchende Norovirus-Variante nachgewiesen werden, die bisher nicht in Deutschland bei Ausbrüchen oder sporadischen Fällen beschrieben wurde“.

Den Angaben zufolge gingen insgesamt rund 40 bis 50 Prozent dieser Norovirus-Erkrankungen auf den neuen Virentyp GII.P16-GII.2 zurück. Dieser sei auch in anderen Ländern wie etwa Frankreich, Finnland, Russland, Australien, Japan und China aufgetreten.

Infektion trifft Menschen überraschend schnell
Eine Infektion mit Noroviren trifft Menschen meist überraschend schnell und heftig. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beginnt die Erkrankung plötzlich mit heftigem Durchfall, Übelkeit und schwallartigem Erbrechen.

Dazu kommt häufig ein starkes Krankheitsgefühl mit Muskel- und Bauchschmerzen, gelegentlich mit leichtem Fieber und Kopfschmerzen.

„Die starken Brechdurchfälle können rasch zu einem Flüssigkeitsmangel im Körper führen, welcher sich durch ein ausgeprägtes Schwächegefühl oder Schwindel bemerkbar machen kann“, schreibt die BZgA. Meist klingen die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen vollständig ab.

Fast doppelt so viele Erkrankungen
Schon vor Weihnachten waren relativ hohe Werte mit bundesweit mehr als 5.000 gemeldeten Fällen wöchentlich beobachtet worden.

Dem aktuellen Bericht zufolge wurden in den ersten vier Wochen 2017 insgesamt rund 13.700 Erkrankungen in Deutschland registriert. Das waren fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Allerdings werden längst nicht alle Fälle gemeldet.

Fachleute hatten schon vor längerer Zeit vermutet, dass eine neue Variante hinter dieser Entwicklung stecken könnte.

Das Virus sei aber nicht gefährlicher als sonst. „Es kann sich nur besser vor dem Immunsystem verbergen, so dass mehr Leute erkranken“, erklärte eine RKI-Sprecherin kürzlich, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Laut dem Institut ist es normal, dass das Norovirus in manchen Jahren stärker auftritt als in anderen.

Wie man sich schützen kann
Noroviren sind hoch ansteckend. Daher sind die Erkrankungen meist gehäuft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern festzustellen. Kleine Kinder und Senioren sind besonders stark gefährdet.

Um einer Ansteckung vorzubeugen, ist vor allem auf eine gewissenhafte Hygiene zu achten. Der wirksamste Schutz vor Infektionen ist häufiges und sorgfältiges Händewaschen.

Jedes Handtuch sollte ausschließlich von einer Person benutzt werden. Außerdem sollten Oberflächen im Haushalt regelmäßig gereinigt und dafür verwendete Reinigungstücher nach Möglichkeit nur einmal verwendet werden.

Infizierte sollten Menschenansammlungen meiden, zu Hause bleiben und die Krankheit auskurieren. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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