Thailand, Brasilien und Co: Was schwangere Reisende in Zika-Gebieten beachten sollten

Zika-Gefahr: Schwangere sollten von vermeidbaren Reisen in Risikogebiete absehen

Seitdem Brasilien von einer schweren Zika-Epidemie heimgesucht wurde, meiden viele Schwangere das südamerikanische Land lieber. Allerdings gibt es auch in anderen Teilen der Welt Regionen, in denen das gefährliche Virus verbreitet ist. Gesundheitsexperten raten Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von Reisen in solche Risikogebiete ab.


Zika-Virus kann zu Schädelfehlbildungen bei Babys führen

Gesundheitsexperten zufolge ist das Zika-Virus zwar nicht tödlich, doch es kann Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen auslösen. Bei der sogenannten „Mikrozephalie“ werden Kinder mit einem ungewöhnlich kleinen Kopf geboren, was zu Hirnfehlbildungen führen kann. Da das Virus in vielen Regionen der Welt vorkommt, sollten Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch genau abwägen, in welche Länder sie reisen können.

Nicht nur in Brasilien, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern wie Thailand, ist das von Mücken übertragene Zika-Virus verbreitet. Schwangere sollten daher genau abwägen, wohin sie reisen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist. (Bild: tacio philip/fotolia.com)

Schwangere sollten von Reisen in Risikogebiete besser absehen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die vom Zika-Virus betroffenen Staaten – je nach Risiko einer möglichen Übertragung – in verschiedene Kategorien eingeteilt.

Das Auswärtige Amt (AA) hat sich dieser Bewertung angeschlossen und empfiehlt „Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen“ in Regionen der WHO-Kategorie 1 oder 2 abzusehen, „da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist“.

Viele Reise- und Sicherheitshinweise für Länder wie Vietnam, Indonesien, Malaysia und die Malediven wurden kürzlich aktualisiert.

„Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren“, schreibt das AA beispielsweise bei den Hinweisen zu Thailand.

„Bei unvermeidbaren Reisen muß auf eine ganztägige konsequente Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen geachtet werden“, schrieb das Amt in einer älteren Mitteilung.

Derzeit nicht so viele Infektionen

Doch nicht alle Experten sehen die Lage so dramatisch. So rät Professor Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch nicht grundsätzlich von Reisen in Gebiete der Kategorien 1 und 2 ab.

Wie der Experte laut einer Mitteilung der Nachrichtenagentur dpa erklärte, gebe es dort derzeit nicht viele Infektionen. „Man muss aber auf Zika hinweisen“, so der Mediziner.

Allerdings gelte das Gleiche auch für Malaria und Dengue, die für Schwangere ebenfalls potenziell gefährlich sind. Alle diese Krankheiten werden von Mücken übertragen.

„Reiserückkehrer aus betroffenen Gebieten, bei denen in den folgenden Wochen Zika-typische Symptome auftreten, sollten einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen“, schreibt das CRM auf seiner Webseite.

Typisch sind unter anderem Hautausschlag, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen, Bindehautentzündung und Fieber, wobei die Symptome meist innerhalb von drei bis zwölf Tagen nach einem infektiösen Mückenstich auftreten. (ad)