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Umwelt: Plastik-Weichmacher können das Erbgut beeinträchtigen

Sebastian Bertram
Verfasst von Sebastian Bertram
18. August 2015
in News
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Studie: Plastik-Weichmacher können das Erbgut verändern
Chemische Weichmacher die Plastik formbar machen werden für die Produktion zahlreicher Produkte verwendet. Sie kommen unter anderem in Kinderspielzeug, Kosmetika oder Kleidung vor. Einer neuen Studie zufolge können diese Plastik-Weichmacher sogar das Erbgut verändern.

Männliche Spermien können geschädigt werden
In vielen industrialisierten Ländern sinkt die Spermienzahl bei jungen Männern – und damit natürlich auch die Fruchtbarkeit. Seit längerem wird angenommen, dass dafür unter anderem weit verbreitete Industriechemikalien als Ursache in Betracht kommen. So zeigte eine ältere Untersuchung einer deutsch-dänischen Forschergruppe, dass Substanzen, die beispielsweise in Sonnenmilch und Zahnpasta verwendet werden, männliche Spermien schädigen können. Wie die Nachrichtenagentur APA berichtet, deutet nun eine Schweizer Studie an Mäusen darauf hin, dass manche dieser Chemikalien sogar das Erbgut verändern können.

Weichmacher in Spielzeug und Kosmetika
Weichmacher wie die Phthalate werden eingesetzt, um Plastik formbar zu machen. Unter anderem werden sie in Farben, Kleidung, Kosmetika oder Spielzeug verwendet, wie die Universitätsspitäler Genf (HUG) am Montag mitteilten. In verschiedenen älteren Studienarbeiten zeigte sich, dass etwa der Weichmacher Biosphenol-A unsere Gesundheit bedroht. So gab es Hinweise darauf, dass dadurch Entwicklungsstörungen, neurologische Schäden, männliche Unfruchtbarkeit und Krebs verursacht werden können. Des Weiteren mindern manche Weichmacher die Intelligenz, wie eine Untersuchung von Forschern der Mailman School of Public Health an der Columbia University in New York zeigte.

Beeinträchtigte Fruchtbarkeit
Und bei Nagetieren konnte nun nachgewiesen werden, dass Weichmacher durch ihre Hormon-ähnliche Wirkung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Wie berichtet wird, hat ein Team der HUG sowie den Universitäten Genf und Lausanne im Rahmen der Studie weibliche Mäuse zweier genetisch unterschiedlicher Stämme während der Schwangerschaft mit Phthalaten gefüttert. Den Angaben zufolge lagen die Dosen jedoch weit über den für Menschen akzeptablen Grenzwerten. Später schauten sich die Wissenschaftler die Spermienproduktion sowie das Erbgut der männlichen Nachkommen an.

Veränderungen am Erbgut festgestellt
Laut den Forschern fanden sich dabei tatsächlich Veränderungen und zwar bei bestimmten Anhängseln am Erbgut, welche die Aktivität von Genen steuern – sogenannte epigenetische Veränderungen. Im Fachjournal „PLOS ONE“ berichten sie, dass dies mit einer Reduktion der Fruchtbarkeit dieser Männchen einhergegangen sei. Demnach waren Gene verändert worden, die bei der Reifung und der Orientierung von Spermien eine Rolle spielen. Dies galt allerdings nur für den einen der Mäusestämme. Bei dem anderen war dies nicht der Fall. Weitere Versuche deuten aber an, dass noch höhere Dosen auch diesem Schäden verursachten. Den Autoren zufolge belegen die Resultate, dass Umwelteinflüsse in der Schwangerschaft die Fruchtbarkeit schädigen und das Erbgut als Ganzes beeinflussen können. Allerdings ist die Wirkung solcher Substanzen auf Individuen unterschiedlich. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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