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Unsichtbare Gesundheitsgefahr: Mikroplastik in der Luft schadet unserer Lunge

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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28. März 2026
in News
Ein Löffel ist gefüllt mit winzigen Plastikpartikeln.
Welche Auswirkungen die Mikroplastik-Verschmutzung auf unsere Gesundheit hat, ist bisher nur in Ansätzen erforscht. (Bild: zatevakhin/stock.adobe.com)
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Das Einatmen von Mikroplastik kann Entzündungen und weitere Schäden in der Lunge verursachen und vermutlich auch das Risiko für Atemwegserkrankungen erhöhen. Die gesundheitlichen Folgen der Mikroplastikaufnahme über die Atemwege wurden bisher offenbar unterschätzt.

Ein internationales Forschungsteam hat in einer Übersichtsarbeit dargelegt, wie eingeatmete Mikroplastikpartikel die Lungengesundheit beeinflussen und welche Folgen dies für Erkrankungsrisiken hat. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Food Bioscience“ nachzulesen.

Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte

  • Das Einatmen von Mikroplastik kann Entzündungen und Schäden im Lungengewebe verursachen.
  • Manche Kunststoffarten (z. B. Polystyrol) können die Funktion der Lungenbläschen besonders stark beeinträchtigen und schädliche chemische Reaktionen im Gewebe auslösen.
  • Mikroplastik ist ein möglicher Träger für Schadstoffe, Mikroorganismen und sogar Karzinogene, die mit dem Plastik in die Lunge gelangen.
  • Die Lunge kann eingeatmetes Mikroplastik nur eingeschränkt abbauen bzw. entfernen, wodurch die Wahrscheinlichkeit langfristiger Schäden steigt.
  • Insgesamt erscheint das Mikroplastik, das wir täglich einatmen, als durchaus gravierendes Gesundheitsrisiko.

Mikroplastik eine Gesundheitsgefahr

Dass die zunehmende Umweltverschmutzung mit Mikroplastik unsere Gesundheit gefährden kann, ist durch verschiedene frühere Studien eindeutig belegt, wobei allerdings lange Zeit vor allem die Aufnahme über Nahrungsmittel im Fokus stand.

Wie das aufgenommene Mikroplastik der Gesundheit schadet und welchen Einfluss es auf verschiedene Organsysteme hat, berichteten Forschende bereits 2024 in dem Fachmagazin „TrAC Trends in Analytical Chemistry“.

Auch hat sich eine andere Forschungsarbeit bereits explizit damit befasst, wie die Partikel in unsere Atemwege gelangen. Die verantwortlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kamen dabei zu dem Schluss, dass wir wöchentlich Mikroplastik in der Menge einer Kreditkarte einatmen.

Wie schadet Mikroplastik der Lunge?

In der neuen Übersichtsarbeit fasste das internationale Forschungsteam nun die bisherigen Erkenntnisse zu den Auswirkungen des inhalierten Mikroplastiks auf die Lungengesundheit zusammen.

Zunächst verweisen die Forschenden darauf, dass verschiedene Kunststoffe unterschiedliche Grade an Toxizität aufweisen und das beispielsweise Polystyrol-Mikroplastik die Funktion der Lungenbläschen beeinträchtigen und chemische Reaktionen auslösen könne, die das Lungengewebe schädigen.

Auch könne das Mikroplastik als Träger für andere Schadstoffe und Karzinogene fungieren, da die Kunststoffoberflächen Chemikalien und Mikroorganismen anziehen, welche mit ihnen in die Lunge gelangen. Zudem sei die Lunge nur begrenzt dazu in der Lage, die Partikel wieder abzutransportieren

So ist die Lunge besonders anfällig für Schäden durch Mikroplastik und auch bei Lungentumoren wurde bereits festgestellt, dass sie mehr Mikroplastik enthalten als gesundes Gewebe, berichtet der Studienautor Dr. Keshav Raj Paudel von der Western Sydney University.

Entzündungen & Schäden der Lunge

Insgesamt sei deutlich geworden, dass das Einatmen von Mikroplastikpartikeln Entzündungen und Schäden an der Lunge verursachen und möglicherweise auch das Risiko für Atemwegserkrankungen wie Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Lungenfibrose und Lungenkrebs erhöhen kann.

Die zunehmende Präsenz von Mikroplastik in der Luft, beispielsweise durch synthetische Teppiche, Kleidung und Hausstaub, könnte daher die Atemwegsgesundheit erheblich gefährden.

„Mikroplastik sind winzige Plastikfragmente mit einer Größe von weniger als 5 mm, die beim Zerfall größerer Plastikgegenstände oder beim Abspalten von Fasern freigesetzt werden, und diese Fragmente können das Lungengewebe reizen und Entzündungsreaktionen auslösen“, fasst Dr. Paudel in einer Pressemitteilung https://www.uts.edu.au/news/2026/02/inhaled-microplastics-and-lung-healthzusammen. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • University of Technology Sydney: Inhaled microplastics and lung health (veröffentlicht 16.02.2026), uts.edu.au
  • Rajan Thapa, Michael A. Schlesinger, Nisha Panth, Newton Suwal, Saroj Bashyal, Sudarshan Poudel, Sapana Subedi, Urmila Kafle, Sobia Idrees, Rajib Majumder, Bassma H. Elwakil, Mostafa El-Khatib, Suvash C. Saha, Kamal Dua, Rajendra Karki, Keshav Raj Paudel: Inhaled microplastics and lung health: Immunopathological effects and disease implications; in: Food Bioscience (veröffentlicht 01.01.2026), sciencedirect.com
  • Yating Luo, Xiuya Xu, Qifeng Yin, Shuai Liu, Mengyao Xing, et al.: Mapping micro(nano)plastics in various organ systems: Their emerging links to human diseases?; in: TrAC Trends in Analytical Chemistry (veröffentlicht 24.12.2024), sciencedirect.com
  • Mohammad S. Islam, Mizanur Rahman, Puchanee Larpruenrudee, Akbar Arsalanloo, Hamidreza Mortazavy Beni, et al.: How microplastics are transported and deposited in realistic upper airways?; in: Physics of Fluids (veröffentlicht 13.06.2023), pubs.aip.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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