Verbindung zwischen Depressionen bei Vätern und deren Töchtern

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Wie wirken sich Depressionen bei Vätern auf deren Kinder aus?

Wie wirkt es sich auf die Kinder aus, wenn deren Väter unter Depressionen leiden? Forscher fanden jetzt heraus, dass Mädchen im späteren Alter ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme aufweisen, wenn ihr Vater nach der Geburt unter depressiven Gefühlen litt.


Die Wissenschaftler des Imperial College London und der University of Oxford stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Depressionen von Vätern nach der Geburt einen Einfluss auf das Risiko für die Entwicklung von Depressionen bei deren Töchtern im späteren Leben haben. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „JAMA Psychiatry“.

Depressionen von Vätern nach der Geburt von Kindern können die Wahrscheinlichkeit für Depressionen bei Töchtern im späteren Leben erhöhen. (Bild: Focus Pocus LTD/fotolia.com)

Das erhöhte Risiko betraf nur die Töchter

Für ihre Studie untersuchten die Experten 3.176 britische Familien. Die Daten stammten aus der sogenannten Avon Longitudinal Study of Parents and Children. Dabei stellten sie fest, dass einer von zwanzig Vätern in den Wochen nach der Geburt ihres Kindes eine Depression erlitt. Die Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen Männern mit dieser Erkrankung und Töchtern, die im Alter von 18 Jahren an Depressionen leiden. Das geringfügige aber signifikant erhöhte Risiko galt nur für die Töchter – Söhne waren laut der Studie nicht von den Auswirkungen betroffen.

Warum sind Mädchen stärker betroffen als Jungen?

Es ist noch unklar, warum Mädchen in diesem Alter stärker betroffen sind als Jungen. Dies könnte jedoch mit bestimmten Aspekten der Vater-Tochter-Beziehungen in Verbindung stehen, während Mädchen die Adoleszenz durchmachen, mutmaßen die Experten. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung könnten Auswirkungen auf perinatale Dienstleistungen haben, die sich traditionell auf die Erkennung und Behandlung von postnatalen Depressionen bei Müttern konzentrieren. Väter können in der postnatalen Zeit ebenso wie Mütter an Depressionen leiden, erläutern die Experten. Bei der Studie konnten erstmals die Jugendlichen von der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren medizinisch überwacht werden. Die Teilnehmenden wurden auch über ihre eigenen Erfahrungen mit Depressionen befragt. Dabei konnte festgestellt werden, dass junge Menschen, deren Väter bei ihrer Geburt depressiv waren, im Alter von 18 Jahren ein erhöhtes Depressionsrisiko aufwiesen.

Menschen mit Depression muss rechtzeitig geholfen werden

Das Team untersuchte auch einige Möglichkeiten, wie Depressionen bei Vätern Kinder betreffen können. Es scheint, dass Depressionen bei Vätern mit einem erhöhten Stressniveau in der ganzen Familie zusammenhängen. Dies könnte eine Möglichkeit sein, wie sich diese Depressionen auf die Nachkommenschaft auswirken. Es ist wichtig Vätern und Müttern mit Depressionen rechtzeitig in angemessener Weise zu helfen, sagen die Mediziner.

Väterliche Depression kann zu Problemen beim Familienleben führen

Häufig leiden gerade Väter in Stille, dadurch wissen Familienangehörige oft nichts von deren psychischen Problemen. Menschen werden außerdem meist nach ihrer Elternschaft nur selten zu ihrer psychischen Verfassung befragt, sagen die Mediziner. Frühere Untersuchungen der Wissenschaftler stellten bereits fest, dass die postnatale Depression bei Vätern im Alter von dreieinhalb und sieben Jahren mit Verhaltens- und emotionalen Problemen bei ihren Nachkommen in Verbindung steht. Väterliche Depression könnten auch zu Konflikten zwischen den Partnern führen und sogar an der Entstehung von mütterlichen Depressionen beteiligt sein. (as)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.