Warum sind Masern so ansteckend?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Wieso das Masernvirus besonders leicht übertragbar ist

Immer wieder wurde in den vergangenen Monaten über regionale Masernausbrüche berichtet, wobei meist geringe Impfquoten als Ursache benannt wurden. Doch wieso sind Masernviren eigentlich derart leicht übertragbar, wenn kein Impfschutz vorliegt? Die Expertin Dr. Nipunie Rajapakse von der renommierten Mayo Clinic (USA) erläutert, welche Faktoren die Masern so leicht gefährlich machen.


Masern sind eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten weltweit, betont Dr. Nipunie Rajapakse in einer Pressemitteilung der Majo Clinic. Verbreitet werde das Virus über die Luft. Beim Husten und Niesen gelangen die Erreger mit winzigen Tröpfchen in die Raumluft und können so von Mitmenschen eingeatmet werden. Die vermeintlich harmlose Infektionskrankheit kann dabei schlimmstenfalls auch zum Tode der Betroffenen führen. So versterben laut Aussage der Expertin rund ein bis zwei infizierte Kinder an den Folgen der Erkrankung.

Masernviren können in winzigen Tröpfchen für rund zwei Stunden in der Leuft überleben, was zu einem besonders hohen Ansteckungsrisiko führt. Es kann eine Infektion über die Raumluft erfolgen, ohne tatsächlich einer erkrankten Person begegnet zu sein. (Bild: Kateryna_Kon/fotolia.com)

Übertragung über die Raumluft

Zwar muss das Virus inhaliert werden, um eine Infektion zu verursachen, doch die „winzige Tröpfchenkeime können diese bis zu zwei Stunden in der Luft bleiben, nachdem eine Person mit Masern einen Raum verlassen hat“, erläutert Dr. Rajapakse. So können Sie sich mit Masern infizieren, ohne einer erkrankten Person von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen. Es lasse sich nicht kontrollieren, wer zuvor die gleiche Raumluft geatmet hat. Daher seien Impfungen so wichtig.

Impfung bietet effektiven Schutz

Gegen Masern wird der sogenannte MMR-Impfstoff (Masern, Mumps und Röteln) genutzt, wobei die erste Impfung laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Alter zwischen elf und 14 Monaten erfolgen sollte. In Ausnahmefälle (während eines Ausbruch, nach möglichem Kontakt mit einem Erkrankten) könne die MMR-Impfung bereits ab einem Alter von neun Monaten erfolgen. Für nicht geimpfte Personen gibt es allerdings auch Nachholmöglichkeiten, so Dr. Rajapakse. „Wenn Sie erwachsen sind und noch nie geimpft wurden, gibt es Nachholpläne, um alle empfohlenen Impfstoffe für Ihre Altersgruppe zu erhalten“, betont die Expertin. Bei unklarem Impfstatus, empfiehlt Dr. Rajapakse, den eigenen Hausarzt bzw. die Hausärztin zu konsultieren.

Welche Symptome kennzeichnen Masern?

Eine Infektion mit Masernviren zeigt sich nach gut einwöchiger (oder etwas längerer) Inkubationszeit mit Symptomen wie

  • Fieber,
  • Hautausschlag mit roten, flachen Flecken, die oft am Kopf beginnen und sich nach unten ausbreiten,
  • trockenem Husten,
  • laufender Nase,
  • Halsschmerzen,
  • winzigen weiße Flecken mit bläulich-weißen Zentren auf rotem Hintergrund, die sich im Mund der Wangeninnenseite befinden (sogenannte „Koplik-Flecken“)
  • und Bindhautentzündung.

Mögliche Komplikationen

Als Komplikationen der Maserninfektion können laut Dr. Nipunie Rajapakse Ohrenentzündungen, Lungenentzündungen und eine Enzephalitis (Gehirnentzündung) auftreten. Bei letzterer drohen dauerhafte Hirnschäden und es besteht Lebensgefahr für die Betroffenen. Pro 1.000 Kinder, die in den USA Masern bekommen, sind ein bis zwei Todesfälle zu verzeichnen, berichtet die Expertin unter Berufung auf die Zahlen der Centers of Disease Control and Prevention (CDC; US-Gesundheitsbehörde). (fp)