Wenn Lippe und Mund wund ist: Das kannst Du gegen quälende Aphten tun

Alfred Domke

Kleine Geschwüre im Mund: Auch Hausmittel helfen gegen Aphthen

Die meisten Menschen haben wohl schon mal unter Aphten zu leiden gehabt. Die schmerzhaften Schleimhautveränderungen im Mund treten gerade jetzt im Herbst vermehrt auf. Gesundheitsexperten erklären, was Sie bei den kleinen Geschwüren meiden sollten und was dagegen unternommen werden kann.


Entzündliche Mundschleimhauterkrankung

Bei Aphthen (auch Aphten) handelt es sich laut Experten um die häufigste nicht ansteckende entzündliche Mundschleimhauterkrankung. Die meist sehr schmerzhaften Geschwüre können auf der Wange, am Gaumen, aber auch auf der Zunge vorkommen. „Die geröteten Schleimhautdefekte können sehr klein, aber auch von der Größe einer Linse sein“, schreibt die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit (AGZ) auf ihrer Webseite. „Oft sind sie mit einer weißlich gelben Flüssigkeit bedeckt“, so die Experten. Aphthen treten häufig zuerst im Kindesalter auf, kommen dann aber während des ganzen Lebens immer wieder. Es gibt einiges, was Betroffene dann beachten sollten.

Zwar sind die genauen Ursachen für Aphthen noch immer nicht bekannt, doch es lässt sich einiges gegen die schmerzhaften Geschwüre im Mund unternehmen. (Bild: charnsitr/fotolia.com)

Ursachen noch immer weitgehend unbekannt

Die Ursachen für Aphthen sind noch immer weitgehend unbekannt. Bakterien und Viren werden als Krankheitsverursacher vermutet. Bestimmte Risikofaktoren können die Entstehung der Geschwüre fördern.

Wie die Techniker Krankenkasse (TK) auf ihrer Webseite erklärt, treten Aphthen vermehrt im Frühjahr und Herbst im Zusammenhang mit Erkältungen auf.

Bei starker Sonneneinwirkung, während der Menstruation, unter Stress, bei Magen-Darm-Störungen, nach Biss oder Druck beim Zähneputzen, durch Instrumente des Zahnarztes oder aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, kann es ebenfalls zu den kleinen Geschwüren kommen.

Laut der TK begünstigen auch bestimmte Grunderkrankungen das Auftreten von Aphten. Zu nennen sind hier unter anderem Blutarmut, Folsäure-, Vitamin-B3- und Eisen-Mangel oder eine Störung der Vitamin-B12-Aufnahme.

Zudem können eine Herpesinfektion, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit oder eine schwere Darmentzündung mit Aphten einhergehen.

„Auch eine erbliche Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen“, so die TK.

Aphthen heilen meist nach wenigen Tagen ab

Wie die Krankenkasse erklärt, haben etwa 80 Prozent der Aphthen einen Durchmesser von weniger als einem Zentimeter. Meist heilen sie nach vier bis vierzehn Tagen wieder ab.

Große Aphthen, die rund zehn Prozent ausmachen, können einen Durchmesser von einem bis drei Zentimetern haben. Sie bleiben oft über zehn Tage bis sechs Wochen bestehen.

Und weitere zehn Prozent der Betroffenen haben zahlreiche kleine, herpetiforme Aphthen, die in der gesamten Mundhöhle zu finden sind.

Beschwerden gering halten

Gesundheitsexperten zufolge ist bei den meisten Aphthen keine Behandlung erforderlich. Dennoch können Betroffenen einiges tun, um die Beschwerden gering zu halten.

Da Aphthen ein Störgefühl verursachen und man daher ständig verführt wird, mit der Zunge an den kleinen Geschwüren herumzuspielen oder leicht mit den Zähnen darauf zu kauen, sollte man darauf achten, genau dies nicht zu tun.

Denn sonst können sich die offenen Stellen stärker entzünden und schmerzen dann noch mehr.

Zudem sollte auf Nahrungsmittel, die möglicherweise Auslöser der Aphthen sind, verzichtet werden.

So können beispielsweise harte Speisen wie Zwieback, hartes Brot und Nüsse, ebenso wie salzige oder saure Lebensmittel wie Zitrusfrüchte oder Ananas oder scharfe Speisen sowie alkoholische oder kohlensäurehaltige Getränke bei manchen Menschen die Entstehung von Aphthen begünstigen.

Kühle und weiche Lebensmittel wie Joghurt hingegen können die Schmerzen lindern.

Zudem kann es hilfreich sein, keine Zahnpasta zu verwenden, die Natriumlaurylsulfat (SLS) enthält.

Auch Hausmittel können helfen

Bei starken Beschwerden kann man sich an einen Arzt wenden, der gegebenenfalls Mundspülungen, Salben, Gele oder Sprays verordnet.

Infrage kommen beispielsweise Chlorhexidin-Spülungen, Kamillenextrakte, verschiedene lokalanästhetikahaltige Präparate oder eine salicylsäurehaltige Creme.

Bei hartnäckigen Fällen kann Ihnen der Arzt auch ein kortisonhaltiges Medikament verschreiben.

Zwar gibt es auch frei verkäufliche Präparate, doch Gesundheitsexperten raten zu verschreibungspflichtigen Mitteln.

Hausmittel können ebenfalls helfen: „Um die Beschwerden zu lindern, können Sie mit Salbei-, Kamillen- oder Eibisch-Tee spülen“, schreibt die AGZ.

„Ebenso kann ein Betupfen der Aphthe mit Kamillen-Extrakt oder Myrrhen-Tinktur Linderung verschaffen“, so die Experten. (ad)