Studie: Stress hat einen großen Einfluss auf unser Gewicht

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Essen unter Stress führt zu einer größeren Gewichtszunahme

Es ist bekannt, dass Stress unsere physische und psychische Gesundheit belastet und beispielsweise zu Migräne, Verdauungsproblemen und Angstzuständen führen kann. Wenn Menschen nicht richtig mit Stress umgehen können, greifen sie häufig auf Lebensmittel mit viel Zucker und Fett zurück, die ihnen helfen sollen, ihren Stress zu bewältigen. Forschende fanden jetzt heraus, dass der Konsum solcher Nahrung bei Stress zu einer stärkeren Gewichtszunahme führt, als wenn die gleiche Nahrung in einer stressfreien Situation verzehrt wird.


Bei der aktuellen Studie des Garvan Institute of Medical Research und der Medical University Innsbruck konnte festgestellt werden, dass der Verzehr von Lebensmitteln mit viel Zucker und Fett unter Stress dazu führt, dass die Konsumenten viel mehr an Gewicht zunehmen, als sie dies ohne Stress tun. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Cell Metabolism“ publiziert.

Hastiges Essen zwischendurch belastet Magen und Darm. Aktuelle Untersuchung haben ergeben, dass der Konsum von Nahrung unter Stress zu einer erheblichen Gewichtszunahme beiträgt. (Bild: ajr_images/fotolia.com)

Mäuse nahmen unter Stress mehr an Gewicht zu

Es wurde bei der neuen Studie untersucht, wie sich Stress oder fehlender Stress auf die Gewichtszunahme bei Mäusen mit einer kalorienreichen Ernährung auswirkt. Das Team unter der Leitung von Professor Herbert Herzog vom Garvan Institute of Medical Research fand heraus, dass die Mäuse in der stressigen Umgebung mit derselben Ernährung mehr an Gewicht zunahmen als Tiere aus einer stressfreien Kontrollgruppe.

Welche Rolle spielt das Molekül NPY bei der Gewichtszunahme?

Die Forschenden fragten sich, was die Ursache dieser ungewöhnlichen Gewichtszunahme sein könnte. Nach weiteren Untersuchungen entdeckten sie, dass ein Molekül namens NPY Stressesser antreibt. Wird die Produktion von NPY unterbunden, nahm auch die übermäßige Gewichtszunahme wieder ab. Menschen können die Produktion von NPY nicht vollständig unterdrücken, aber wir können möglicherweise die Produktion begrenzen, indem wir Stress reduzieren und den Konsum von verarbeiteten Lebensmittel vermeiden, erläutern die Forschenden.

Gestresste Mäuse hatten höhere Insulinspiegel

Es stellte sich heraus, dass die Produktion von NPY mit unseren Insulinspiegeln in Zusammenhang zu stehen scheint, da die gestressten Mäuse höhere Insulinspiegel aufwiesen als die Tiere in einer stressfreien Umgebung. Diese erhöhten Insulinspiegel verstärkten auch die NPY-Werte, was zu mehr Stressessen und zu einer höheren Gewichtszunahme führte. Die Ergebnisse zeigen also einen wahren Teufelskreis, in dem chronisch hohe, durch Stress getriebene Insulinkonzentrationen und eine kalorienreiche Ernährung eine immer größere Aufnahme von Nahrung fördern, so die Forschenden. Generell ist der Konsum von Junk-Food nicht zu empfehlen. Wird solche Nahrung jedoch unter Stress zu sich genommen, erhöht dies die Gewichtszunahme erheblich, was zu einem stärkeren Risiko für Fettleibigkeit führt, berichten die Autoren weiter.

So schützen Sie sich vor Übergewicht und Fettleibigkeit

Die meisten Menschen essen ab und zu unter Stress ungesunde Nahrungsmittel. Dies ist ganz normal. Bei der Studie ging es allerdings nicht um eine Nahrungsaufnahme bei gelegentlichem Stress, die Forschenden befassten sich mit chronischem Stress in Verbindung mit dem Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln. Die Ergebnisse zeigen, dass solch eine Ernährung der Hauptgrund für eine ungesunde Gewichtszunahme ist. Wenn Sie sich also darauf konzentrieren, Ihren Stress zu verringern und die Aufnahme verarbeiteter Lebensmittel zu reduzieren (insbesondere bei Stress), können Sie Ihr Risiko für eine übermäßige Gewichtszunahme, Übergewicht und Adipositas verringern. (as)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.