Steinheilkunde – Anwendung und Wirkung

Die Anhängerinnen und Anhänger der Steinheilkunde sind davon überzeugt, dass mit Hilfe von Edelsteinen die seelische und körperliche Gesundheit gefördert werden kann. In diesem Artikel informieren wir Sie darüber, seit wann Heilsteine verwendet werden, wie ihre Wirkung erklärt wird, welche Heilkraft man verschiedenen Steinen zuschreibt und wie sie zum Einsatz kommen.


Hinweis: Die Wirkung der Heilsteintherapie ist wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen. Diese Therapieform wird den alternativmedizinischen Verfahren zugeordnet. Sollten Sie Beschwerden körperlicher oder psychischer Natur haben, lassen Sie diese bitte von Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin vorsorglich abklären, bevor Sie Heilsteine selbst anwenden oder sich damit behandeln lassen.

Edelsteine
Die Steinheilkunde nutzt Edelsteine zu therapeutischen Zwecken. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)

Geschichtlicher Rückblick

Schon seit vielen tausend Jahren schätzt die Menschheit Edelsteine und Kristalle. Sie wurden den Göttern als Geschenk dargebracht, als Glücksbringer getragen oder als Schmuck genutzt. Bereits vor Jahrtausenden entdeckten die Chinesen auch heilende Fähigkeiten der Steine und behandelten Menschen damit durch Auflegen auf bestimmte Körperstellen. Assyrer und Babylonier stellten Heiltinkturen aus Edelsteinen her. In der altindischen Lehre des Ayurveda gibt es ebenfalls Rezepte zur Herstellung von Pasten, Pulvern und Elixieren aus Edelsteinen, denen eine heilende Wirkung zugeschrieben wird.

In Deutschland beschäftigte sich die bekannte Benediktinerin Hildegard von Bingen im elften Jahrhundert ausgiebig mit der Wirkung der Heilsteine und wandte diese an. Ungefähr zur selben Zeit beschrieb ein französischer Bischof namens Marbod in seinem Buch „Lapidarius“ die vermeintliche Wirkweise von sechzig Edelsteinen.

Im Zeitalter der Industrialisierung geriet das Wissen über die Kraft der Steine in Vergessenheit. In den letzten Jahren wurde die Methode jedoch wieder entdeckt und erfreut sich bei vielen Menschen einer großen Beliebtheit.

Wirkungsweise der Heilsteine

Steine besitzen ein sogenanntes Kristallgitter, das ihre Struktur ausmacht und ihnen Stabilität gibt. Je nach Art ihrer Kristallstruktur soll den Heilsteinen eine unterschiedliche Wirkung innewohnen. Die Atome haben alle einen bestimmten Sitz innerhalb dieser Struktur, die bei jedem Stein etwas anders ist. Dementsprechend gehen von jedem Stein andere Schwingungen aus; diese werden auch Frequenzen genannt. Ein Erklärungsmodell für die Wirkung von Heilsteinen ist, dass die Schwingung eines gut gewählten Steins in der Lage ist, die Eigenschwingung kranker Zellverbände im Körper von Menschen oder Tieren wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Durch Auflegen von Edelsteinen auf den Körper sollen sie ihre Wirkung über die Haut entfalten. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Zusätzlich wird die Heilwirkung durch enthaltene Mineralklassen und Spurenelemente erklärt. Zu den Mineralklassen gehören natürliche Elemente, Sulfide, Halogenide, Oxide, Carbonate, Sulfate, Phosphate und Silikate. Spurenelemente sind zum Beispiel Eisen, Zink, Iod und Selen.

Was die Wirkung der Steine zusätzlich beeinflussen könnte, ist deren Farbe. So besitzt auch jede Farbe eine bestimmte Schwingung und soll dadurch ganz unterschiedlich auf den Organismus wirken.

Die Wirkung der Steine auf den Körper setzt sich also laut Theorie der Edelstein- oder Heilsteintherapie aus mehreren Faktoren zusammen: Einmal dringt die Schwingung der Farbe in den Körper ein, die eine bestimmte Bedeutung und damit verbundene Auswirkung hat. Hinzu kommt die Zusammensetzung des Steines: Der Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen, die ja zum Großteil auch im Organismus enthalten sind, sorgt für unterschiedliche Effekte. Der dritte Faktor ist die erwähnte spezielle Frequenz der verschiedenen Edelsteine. In vielen Fällen ist es aus Sicht der Anhängerinnen und Anhänger dieser Therapieform nötig, mehrere Steine zu verwenden, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.

Farbwirkung der Heilsteine

Farbe entsteht durch Einwirkung von Licht. Licht und Farbe erzeugen Schwingungen. Jede Farbe besitzt eine individuelle energetische Schwingung und erzielt damit laut Theorie der Steinheilung unterschiedliche Effekte.

Rot gilt als die Farbe der Liebe, verkörpert Temperament und Energie. Rot soll wärmend wirken. Zielstrebigkeit und Beständigkeit sollen durch Rot unterstützt werden. Allerdings soll ein Übermaß an Rot zu Aggressionen führen.

Die Farbe Orange steht für Ausgeglichenheit. Sie soll für Entspannung sorgen und von Blockaden befreien.

Mit Gelb kommt alles ins Fließen. Es soll Heiterkeit und Kontaktfreudigkeit fördern.

Grün gilt als die Farbe der Hoffnung. Diese Farbe ist wichtig für jeden Neubeginn und soll für inneren Frieden sorgen.

Blau ist eine kühle Farbe und soll Ruhe und Entspannung bringen. Es steht für Sauberkeit, aber auch für Nüchternheit und Abwehr.

Goldfarbene Steine sollen die Herzfunktion unterstützen und Licht ins Leben bringen.

Rosafarbene Steine sollen die Eigenliebe fördern und erwecken selbst bei vielen Erwachsenen ein kindliches Glücksgefühl.

Der Rosenquarz gilt als Stein der Liebe und soll einen positiven Einfluss auf Herz, Blut und Kreislauf ausüben. (Bild: Hypnotik Photography/fotolia.com)

Die Farbe Indigo besteht aus violett und dunkelblau. Sie soll intensiv auf alle Sinnesorgane wirken und Schmerzen lindern.

Violett ist die Farbe der Spiritualität und Reinigung. Diese Farbe soll den Schlaf fördern.

Weiß steht für Klarheit, Reinheit und soll krampflösend wirken.

Schwarzen Steinen wird eine schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben. Sie sollen dabei helfen, Traumata aufzulösen.

Schwingungsenergie der Heilsteine

Jede Materie sendet Schwingungen aus, sowohl positive, neutrale, als auch negative. So geht die Steinheilkunde davon aus, dass zum Beispiel Computer negative Schwingungen verursachen, die uns Menschen belasten können. Edelsteine jedoch besitzen dieser Lehre zufolge kraftvolle und positive Schwingungen, die harmonisierend, anregend, beruhigend, schützend und auch heilend wirken sollen. Ist der Mensch, der aus Körper, Seele und Geist besteht, aus dem Gleichgewicht geraten, so kann laut dieser Theorie der richtig gewählte Heilstein das ganze Gefüge wieder in Einklang bringen und auf diese Art und Weise eine Heilung erreichen.

Wirkung der Mineralstoffe und Spurenelemente

Heilsteine bestehen aus Mineralstoffen und Spurenelementen. Die meisten davon sind im Organismus von Mensch und Tier enthalten. Beispiele für Mineralstoffe sind Kalzium, Magnesium und Natrium. Zu den Spurenelementen gehören unter anderem Fluor, Zink, Chlor und Selen. Mineralstoffe und Spurenelemente sind lebenswichtig für Mensch und Tier. Da auch Edelsteine und Halbedelsteine diese Stoffe enthalten, ist es gut vorstellbar, dass unter anderem aus diesem Grund eine positive Wirkung von ihnen ausgehen soll.

Anwendungsarten

In der Steinheilkunde gibt es unterschiedlichste Anwendungsarten. Dazu zählt einmal das Tragen des gewählten Steines auf der Haut, etwa in Form einer Kette, eines Armbands oder eines gebohrten Steines mittels Leder- oder Seidenband. Häufig wird in der Steinheilkunde zudem das Auflegen der Steine praktiziert, vor allem bei der therapeutischen Behandlung in der Praxis. So werden nach einer ausführlichen Anamnese die passenden Steine ermittelt und anschließend auf bestimmte Körperareale aufgelegt. So soll zum Beispiel bei Krämpfen im Unterleib das Auflegen eines Magnesit äußerst hilfreich sein. Dies ist ein weißer Stein, der Magnesium enthält und somit gegen krampfartige Schmerzen der Hohlorgane helfen soll.

Das Massieren mit Steinen gehört ebenso zur Steinheilkunde. Dabei werden passende Steine in Form von Kugeln, Griffeln oder flachen Steinen benutzt, um Körperbereiche zu massieren.

Auch Edelsteinwasser zu trinken, ist eine Anwendungsmöglichkeit für Heilsteine. (Bild: exclusive-design/fotolia.com)

Die innerliche Einnahme ist ebenfalls möglich, beispielsweise in Form eines Edelsteinwassers, bei dem ein bestimmter Stein mehrere Stunden in klares, stilles Wasser gelegt und dieses anschließend getrunken wird.

Die Einnahme von Edelsteinessenzen wird immer häufiger angewandt. Ähnlich wie bei der Bachblütentherapie soll hier die Schwingung der Steine auf eine Alkohollösung übertragen werden. Somit hält sich die Edelsteinessenz über einen längeren Zeitraum und muss nicht täglich neu angemischt werden, wie es bei dem Edelsteinwasser der Fall ist.

Viele Befürworterinnen und Befürworter der Steinheilkunde tragen die ausgewählten Steine als sogenannte Handschmeichler in der Hosentasche. Handschmeichler sind Steine, die so geformt sind, dass sie angenehm in der Hand liegen.

Eine Meditation kann durch das Hinzuziehen des richtigen Edelsteins unterstützt werden. Dieser wird während der Meditation in der Hand gehalten, als Kette umgehängt oder aber in Form mehrerer Steine als Steinkreis um sich herum platziert. Hier werden häufig Bergkristalle, Rosenquarz oder Amethyst verwendet.

Beispiele zu Einsatzmöglichkeiten einiger Edelsteine

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige ausgewählte Edelsteine näher vor und beschreiben die ihnen laut Heilsteintheorie zugeschriebenen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten.

Rosenquarz

Rosenquarz ist ein rosa schimmernder Stein, der chemisch aus SiO2 (Siliciumdioxid) besteht und zur Familie der Quarze gehört. Dieser Edelstein wird vor allem in Namibia, Kenia, Brasilien und Madagaskar abgebaut. Der Rosenquarz gilt als Stein der Liebe und des Herzens und soll die vielfältigsten Heilwirkungen auf den Körper besitzen, sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Seine Hauptwirkung soll im Bereich Herz, Blut und Kreislauf liegen. Er soll für Vitalität und Fruchtbarkeit sorgen, den Sinn für das Schöne auf der Welt bestärken, Liebe, Vertrauen und Verliebtheit intensivieren.

Bergkristall

Der Bergkristall besteht chemisch ebenso aus SiO2 und gehört ebenfalls zu den Quarzen. Hauptfundorte für den Bergkristall sind Brasilien und die Alpen. Der Bergkristall gehört zu den bekanntesten Heilsteinen und soll heilende Eigenschaften für eine Vielzahl von Organen besitzen, da ihm eine stark reinigende Wirkung zugeschrieben wird. Bergkristall wird in der Steinheilkunde hauptsächlich zum Schutz gegen Computerstrahlung verwendet, vor allem in Kombination mit Rosenquarz.

Amethyst

Der violette Amethyst gehört ebenfalls zur Familie der Quarze und besteht aus Siliciumdioxid. Er kommt vor allem in Brasilien, Uruguay, Westaustralien und Mexiko vor. Der Amethyst ist ein ganz besonderer Schutzstein und soll beruhigend auf Herz und Nerven wirken. Unter das Kopfkissen gelegt, soll er für gesunden Schlaf sorgen. Laut der Theorie der Heilsteine wirkt der Amethyst positiv auf die Kreativität und sorgt für den rechten Blick auf wahre Freunde.

Der Amethyst hat eine leuchtend violette Farbe und soll einen guten Schlaf fördern. (Bild: elen31/fotolia.com)

Reinigung von Heilsteinen

Laut Theorie müssen alle Heilsteine regelmäßig gereinigt werden. Dies soll dazu dienen, aufgenommene negative Schwingungen abzugeben, sodass die Steine danach wieder ihr volles Wirkpotential entfalten können. Die meisten Steine werden unter fließend kaltem oder lauwarmem Wasser abgespült und können anschließend in einer Amethystdruse (das ist ein Amethyststein mit einer Aushöhlung, in die andere Steine hineingelegt werden können) oder in der Nähe von Bergkristall „aufgeladen“ werden. Andere Steine wiederum werden über Nacht auf Hämatitsteinen oder einer Schale Salz „entladen“. Die Art und Weise der Säuberung sollte beim Kauf erfragt werden, damit die Struktur des Steins nicht durch „falsches“ Säubern beeinträchtigt wird. (sw, kh)

Quellen und weiterführende Literatur:

  • Bierbach, Elvira (Hrsg.): Naturheilpraxis heute. Lehrbuch und Atlas. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München, 4. Auflage 2009.
  • Gienger, M.: Lexikon der Heilsteine: Von Achat bis Zoisit. Verlag Neue Erde, 7. Auflage. Saarbrücken 2006.
  • Gienger, M., Goebel, J.: Wassersteine: Das Praxisbuch zum Edelsteinwasser. 100 Steine in Wirkung und Anwendung. Verlag Neue Erde, Saarbrücken 2007.