Druck im Kopf – Symptome, Ursachen und Behandlung

Kopfdrücken – Ursachen, Symptome und Therapie

Jeder Mensch kennt das: Es pocht in den Schläfen, es drückt unter dem Schädel. Meist geht der Schmerz vorüber. Bisweilen hält er aber über Wochen an oder kehrt immer wieder.

Die wichtigsten Fakten

  • Druck im Kopf zeigt sich als dumpfer Schmerz auf einer oder beiden Seiten des Kopfes.
  • Er kann verschiedenste Auslöser haben: Hitze, Flüssigkeitsmangel, Medikamentenmissbrauch, Stress, Übermüdung, Muskelverspannungen, Migräne, Tumore oder Nervenerkrankungen.
  • Druckschmerz im Kopf ist meist harmlos, aber sehr unangenehm. Deswegen sollten Sie schnell zum Arzt gehen.
  • Die Behandlung ist, je nach Auslöser, unterschiedlich. Bei vielen Ursachen lindern bereits Spaziergänge und frische Luft die Beschwerden. Auch Schmerzmittel können zur Symptomlinderung beitragen.
Wenn es in den Schläfen pocht – jede/r von uns kennt den Druck im Kopf. (Bild: lassedesignen/fotolia.com)

Was ist „Druck im Kopf“?

In der Regel ist der Druck eine bestimmte Form des Kopfschmerzes, oft ein sogenannter Spannungskopfschmerz. Dieser ist meist harmlos und geht schnell vorüber, kann aber auch chronisch werden. Dann hält er über Wochen an, kehrt in Intervallen wieder und lässt auch nicht nach, wenn Sie Medikamente einnehmen.

Ursachen

Die Ursachen für ein Kopfdrücken sind gewöhnlich nicht ernst. Woher sie genau stammen, bleibt unklar. Muskelverspannungen können eine Rolle spielen, besonders an Nacken, Hals und Schultern. Ebenso Triggerpunkte, die den Schmerz auslösen, wenn Druck auf ihnen lastet. Bei chronischem Druck ist oft nachweislich die Schmerzverarbeitung im Gehirn gestört. Auch Fieberinfektionen und Stress ließen sich als Auslöser nachweisen. Zudem sind genetische Anlagen ein Faktor für das Entstehen dieser Schmerzen, denn sie treten in bestimmten Familien gehäuft auf.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Über den Daumen gepeilt, empfiehlt sich ein Arztbesuch, wenn die Schmerzen mindestens zwei Tage anhalten. Hier kann ein bakterieller Infekt vorliegen, und der Bedarf einer Behandlung mit Medikamenten. Je nach Art der Bakterien kann solch eine Infektion gefährlich sein, wenn sie unbehandelt bleibt. Zumeist wird dann der Druck immer schlimmer. Hinzu kommen Übelkeit, Fieber, Erbrechen, Gliederschmerzen sowie allgemeines Übelsein.

Leiden Sie permanent unter Druckschmerzen im Kopf und/oder kehren diese Schmerzen in Intervallen wieder, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der wird dann feststellen, um welche Grunderkrankung es sich handelt, oder sie bei einem groben Verdacht an die entsprechenden Fachmediziner weiterleiten. Gehen Sie nicht zum Arzt, müssen Sie damit rechnen, dass sich ihr Zustand kontinuierlich verschlimmert.

Bei einer Migräne tritt der Schmerz im Gegensatz zu Spannungsschmerzen nur einseitig auf. (Bild: TANABOON/fotolia.com)

Symptome

Leitsymptom ist ein dumpfer Schmerz im Kopf, in schweren Fällen so, als drücke eine Schraubklemme den Schädel zusammen. Handelt es sich um Spannungskopfschmerz, dann tritt dieser Druck immer auf beiden Seiten auf, bei einer Migräne nur einseitig. Bei Spannungsschmerzen ist die Wahrnehmung von Licht und Geräuschen nicht eingeschränkt, bei einer Migräne hingegen deutlich.

Ansonsten sind die Symptome individuell unterschiedlich. Bei manchen tritt der Druck mehrere Stunden auf, bei anderen zu bestimmten Tageszeiten, bei wieder anderen über Tage und Wochen hinweg. Zeigt sich das Druckgefühl mehr als viermal pro Monat, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einem chronischen Verlauf.

Ein weiteres Symptom tritt nur auf, wenn die Ursache in Muskelverspannungen liegt. Hier sind die Muskeln an Schultern und Nacken hart verspannt.

Diagnose

Eine Diagnose, wo der Schmerz seinen Ursprung hat, ist oftmals nicht einfach. Ganz wichtig ist ein umfassendes Gespräch mit den Betroffenen. Hier geht es erst einmal um die Art der Schmerzen (drückend, dumpf, bohrend, ziehend etc.), dann um deren Intensität und Länge, und dann um mögliche Trigger wie Drogensucht, Schlafstörungen oder Stress.

Da die Schmerzen bei jedem Patienten unterschiedlich sind, fällt die Diagnose nicht leicht. Menschen, die intensiv auf Umweltreize reagieren, können zum Beispiel den Druck sehr intensiv empfinden, obwohl die Ursache harmlos ist. Menschen mit geringem Schmerzempfinden spüren hingegen nur leichten Druck, obwohl eine ernste Ursache vorliegt. Oft ist eine schnelle Diagnose nicht möglich, da die Schmerzen durch verschiedene Ursachen ausgelöst sein können.

Körperliche Untersuchungen gehen einher mit Blutentnahmen und möglichen Labortests, im Zweifel sogar bildgebenden Verfahren. Bei einem Verdacht auf Nervenstörungen wird Sie ihr Hausarzt an einen Neurologen verweisen. Der untersucht die Reflexe sowie das Hirn und Rückenmark. Bei einem chronischen Verlauf könnte beispielsweise auch eine multiple Sklerose vorliegen.

Leidensdruck

Drückende Kopfschmerzen beschäftigen die Betroffenen, lenken sie von der Konzentration ab und mindern die Lebensqualität. Halten diese Schmerzen an, können sie zu Schlafproblemen führen, und die Betroffenen verhalten sich zunehmend gereizt. Mit dem dumpfen Druck lassen sich viele Arbeiten nur noch schwer oder gar nicht durchführen. Den Betroffenen fällt es schwer, auf Dauer klare Gedanken zu fassen.

Entsteht der Druck im Kopf durch Muskelverspannungen, dann helfen oft Massagen und die Korrektur falscher Körperhaltungen. (Bild: bmf-foto.de/fotolia.com)

Behandlung

Ist die Ursache nicht klar, werden die Symptome behandelt, zum Beispiel mit Schmerzmitteln. Handelt es sich um Schmerzen in der Folge von Muskelverspannungen, dann helfen Massagen und zudem sollten die Patienten falsche Körperhaltungen, die die Spannungen verursachten, ändern. Bei Stress und Verspannungen als Auslöser ist die Heilungsprognose bei Druckschmerzen gut, wenn die Trigger wegfallen.

Bei chronischem Druckschmerz im Kopf empfehlen sich umfangreichere Therapien, zum Beispiel eine Infusionstherapie mit Muskelentspannern oder Physiotherapie, eventuell sogar eine Kur.

Spielen missbräuchlich eingenommene Medikamente die Hauptrolle, müssen die Betroffenen erst einmal ganz ohne Kopfschmerzmedizin auszukommen.

Druckschmerzen im Kopf lassen sich meist konservativ behandeln, es sei denn, die Ursache ist ein Hirntumor oder eine andere krankhafte Veränderung der Hirngefäße.

Vorbeugung

Bei Druckschmerzen im Kopf spielt die Vorbeugung eine große Rolle. Besonders bieten sich hier Wanderungen im Freien an, am besten im Wald und bei jeder Jahreszeit. Damit nehmen wir einen ordentlichen Input an Sauerstoff und Vitamin D auf. Auch leichte Mittel gegen Depressionen haben sich bewährt, ebenso Muskelentspannungen am Arbeitsplatz sowie der Verzicht auf exzessiven Alkoholkonsum und das Rauchen.

Druckkopfschmerz im Sommer

In heißen Sommern wie 2018 leiden viele Menschen unter Druckgefühlen im Kopf. Hitze löst ebenso Kopfschmerzen aus wie grelles Licht. Temperaturunterschiede können gleichermaßenKopfschmerzen auslösen, außerdem erhöhte Ozonwerte. Doch die Hauptursache für Kopfschmerzen im Sommer ist ein Mangel an Flüssigkeit. Viele Menschen trinken in der Hitze zu wenig.

Bei Kopfschmerzen im Sommer, hilft zum Beispiel ein nasskaltes Handtuch auf der Stirn, den Schläfen und dem Nacken. (Bild: JackF/fotolia.com)

Was hilft gegen Kopfschmerzen im Sommer?

  • Halten Sie sich oft im Schatten auf. Wenn der Kopfschmerz bereits zuschlägt, legen Sie Eisbeutel, nasskalte Handtücher oder kühle Kompressen auf Stirn, Schläfe und Nacken.
  • Schwimmen Sie und tauchen Sie dabei den Kopf unter Wasser.
  • Trinken Sie viel, mindestens zwei Liter am Tag. Wenn es heiß ist, und Sie evtl. auch noch Sport treiben, brauchen Sie das dreifache an Flüssigkeit.
  • Gegen akuten Schmerz hilft es, Pfefferminzöl auf Schläfe und Nacken aufzutragen.

Was hilft gegen Druckkopfschmerzen bei Stress?

Löst negativer Stress die Kopfschmerzen aus, dann finden Sie erst einmal die Ursache heraus. Machen Sie sich den Stress, weil Sie unter Ängsten leiden? Dann empfiehlt sich eine Angsttherapie. Generell sollten Sie bei übermäßigem Stress einfache Übungen in den Alltag einplanen, zum Beispiel Methoden wie autogenes Training, Yoga oder Meditation. Auch regelmäßige Pausen bei der Arbeit helfen. Spaziergänge in der Natur sind ihrerseits eines der besten Mittel gegen Stress.( Dr. Utz Anhalt )