Pickel am Po

Pickel und Akne am Po

Mitunter leiden Jugendliche, Frauen und Männer nicht nur im Gesicht an Hautunreinheiten, sondern auch unter Pickeln am Po, die in ihrer Erscheinung von kleinen rauen Pickelchen bis hin zu eitrigen Entzündungen und Furunkeln variieren können. Dabei unterscheiden sich die Ursachen und Entstehungsfaktoren von Pickeln am Po bis auf wenige Aspekte nicht von Pickeln und Hautunreinheiten in anderen Körperregionen. Neben Hormonen und Störungen der Talgdrüsen spielen dabei auch Medikamente, Kosmetika, Ernährung und die Lebensweise oft eine Rolle.

Erscheinungsformen, Beschwerden und Komplikationen

Pickel am Po erscheinen in unterschiedlicher Form. So kann beispielsweise ein abgegrenztes Areal mit vielen winzigen Pickeln auftreten, die sich beim Berühren rau und trocken anfühlen. Kommt es plötzlich zu juckenden Quaddeln, handelt es sich wahrscheinlich um eine allergische Reaktion. Eitrige Pickel, die eher an der Oberfläche sitzen, stören oftmals oder bereiten Schmerzen und werden unsachgemäß ausgedrückt. Dies kann zu schlimmeren Entzündungen und letztlich zu hässlichen Narben führen.

(Bild: JERMVUT KITCHAICHANK/fotolia.com)
Eitrige Pickel am Po können Schmerzen beim Sitzen bedingen. (Bild: JERMVUT KITCHAICHANK/fotolia.com)

Verkapselte Knoten, die tiefer unter der Haut sitzen, können mit Eiter gefüllt sein (Abzesse). Diese sind sehr schmerzhaft und können ernsthaft die Gesundheit gefährden, wenn sie gequetscht werden und dabei Bakterien in die Blutbahn gelangen (drohende Sepsis). Im Rahmen mancher Akneformen, zum Beispiel bei Acne inversa oder Acne conglobata, treten die Pickel, Knoten und Fisteln bevorzugt am Rücken und in Gesäßfalten auf. Obwohl Pickel am Gesäß nicht so gut sichtbar für die Umgebung sind wie im Gesicht, leiden die Betroffenen dennoch darunter, weil sie neben den Schmerzen auch Scham und Peinlichkeit beim Umkleiden oder Duschen zum Beispiel in Schwimmbad oder Sportverein sowie in intimen Situationen mit der Partnerin bzw. dem Partner empfinden.

Ursachen für Pickel am Po

Warum bilden sich Pickel am Po, welche Ursachen sind möglich? Es gibt verschiedene Faktoren, die isoliert oder kombiniert zu Pickeln führen. Vor allem Hormone und eine verstärkte Hauttalgproduktion (Seborrhoe) werden hier oft verantwortlich gemacht. Überdies besteht nicht selten eine bakterielle Beteiligung. Zu den Ursachen zählen weiterhin Medikamente, schlecht vertragene Stoffe in Textilien oder Kosmetika und Faktoren wie mechanische Reizungen (beispielsweise durch die Unterwäsche) oder ein schwitziges Milieu unter nicht-atmungsaktiver Kleidung (zum Beispiel beim Sport). In der Naturheilkunde ist der Blick darüber hinaus auf die Lebensweise, Verdauung und Darmgesundheit gerichtet.

Hormonelle Einflüsse und vermehrte Talkproduktion

Pickel, Pusteln und andere Hautunreinheiten treten häufig in Verbindung mit hormonellen Umstellungen, wie der Pubertät, in Erscheinung. Jedoch führen auch andere Störungen im Hormonstoffwechsel, mit denen eine erhöhte Androgenkonzentration einhergeht, oftmals zu Hautunreinheiten und Pickeln. Es besteht dabei eine Verengung der Talgdrüsenausgänge bei übermäßiger Hauttalgproduktion in der betroffenen Hautregion, die einen guten Nährboden für Bakterien (zum Beispiel Propionibacterium acnes) bietet. Darüber hinaus ist das Gesäß die meiste Zeit über licht- und luftdicht bekleidet, was zu vermehrter Schweißbildung bzw. unzureichender Belüftung der Haut führt. Zudem kann das Reiben der Kleidung (beispielsweise Spitzenunterwäsche) oder das Scheuern des Fahrradsattels die Haut reizen. Einzeln oder kombiniert können diese Faktoren Pickelbildung am Po begünstigen und entzündliche Prozesse fördern.

Medikamente und Kosmetika als Ursachen für Pickel

Ebenfalls ursächlich für die Pickel am Po kann die Anwendung bestimmter Medikamente sein. Dazu gehören Kortikosteroide, Androgene, Gestagene, Lithium, Bromide, Jodide, Vitamine, Psychopharmaka und Antiepileptika. Auch Ovulationshemmer (die „Pille“) können Pickel begünstigen, werden andersherum jedoch häufig erfolgreich gegen Hautunreinheiten eingesetzt. Äußerlich kann zum Beispiel die Anwendung von Kosmetikprodukten, die auf der Basis von Pflanzenölen, Wollfett oder Vaseline hergestellt wurden, Akne auslösen beziehungsweise verschlimmern.

Ein allergischer Ausschlag am Gesäß kann durch eine Vielzahl von Stoffen provoziert werden, zum Beispiel durch Waschmittel, Duschgels oder Körpercremes, ganz gleich, ob es sich um synthetische oder pflanzliche Produkte handelt.

Ernährung und Lebensweise

Während das Rauchen zu den allgemein anerkannten Faktoren gehört, die Hautprobleme verursachen oder verstärken können, wird die Ernährung konventionell oftmals überhaupt nicht mit der Bildung von Pickeln oder Akne in Verbindung gebracht. Naturheilkundlich werden dagegen neben einer mangelnden Ausscheidung von Stoffwechselprodukten aus dem Körper auch bestimmte Ernährungsweisen (zum Beispel vorwiegend Schweinefleisch, Eier, Milchprodukte), Verstopfung (Obstipation), Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Störungen der Darmflora für die Entstehung mitverantwortlich gemacht. Auch weitere Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Unterernährung (zum Beispiel bei Untergewicht) und Infektionen werden als Ursachen diskutiert. Der Verlauf kann außerdem ungünstig durch Stress sowie belastende emotionalen Faktoren beeinflusst werden.

Wann ist ein Arztbesuch erforderlich?

Meist verschwinden Pickel mit der Zeit wieder (wenn die auslösenden Faktoren abgestellt werden) und sie bedürfen keiner besonderen medizinischen Versorgung. Eine ärztliche Behandlung kann jedoch erforderlich werden, wenn begleitende Entzündungen auftreten oder der vermeintlich harmlose Pickel sich als Furunkel, Steißbeinfistel oder Abszess herausstellt. Treten ungewöhnlich starke Schmerzen, Schwellungen und Rötungen auf und halten diese Beschwerden über längere Zeit an, ist daher eine ärztliche Aklärung dringend angeraten. Grundsätzlich kann ein Besuch bei einer Hautärztin beziehungsweise einem Hautarzt lohnen, um die Ursachen abzuklären und mögliche Gegenmaßnahmen zu bestimmen.

Pickel am Po – Behandlung

Die Behandlung ist an den jeweiligen Ursachen auszurichten und mitunter reicht schon ein Wechsel der Kleidung beziehungsweise Unterwäsche aus, damit die Pickel verschwinden. Allerdings ist es oftmals nicht leicht, die genauen Auslöser zu bestimmen und manche Ursachen – wie beispielsweise eine Neigung der Haut zu verstärkter Talgproduktion oder hormonelle Veränderungen – lassen sich zudem nur schwierig therapieren. Sind die Pickel am Po Teil schwerer Akne-Formen, ist eine medikamentöse Behandlung ein Betracht zu ziehen. So wird bei Acne fulminans beispielsweise auch die systemische Gabe von Isotretinoin und Corticosteroiden empfohlen und bei Acne inversa kommen zum Beispiel Antibiotika (äußerlich lokal oder systemisch) und Antiseptika zur Anwendung. Allerdings sind bei der Acne inversa mitunter Operationen die letzte Option. Gleiches gilt im Fall einer Steißbeinfistel, eines Furunkels oder eines Abszesses- Hier kann ebenfalls der Einsatz von Antibiotika und/oder ein operativer Eingriff zur Beseitigung erforderlich werden.

Naturheilkunde und ganzheitliche Medizin

In der Naturheilkunde richtet sich die Therapie ebenfalls nach der Ursache, wobei zur Identifizierung der Ursachen auch kinesiologische Untersuchungen durchgeführt werden können. Ebenso liefern eigene Beobachtungen der Betroffenen, in einem Protokoll festgehalten, Aufschluss über verstärkende bzw. auslösende Faktoren. Gefundene Auslöser sind (bei Medikamenten nur nach ärztlicher Rücksprache) zu ersetzen bzw. wegzulassen. Über den Zustand der Darmflora kann eine Stuhluntersuchung im Labor Auskunft geben.

Die Behandlung erfordert Geduld und Zurückhaltung in Bezug auf das Ausdrücken und Quetschen der Pickel. Wenn möglich, sollten die Hosen nicht zu eng anliegen und Unterhosen aus Materialien hergestellt sein, die nicht Scheuern und vermehrte Schweißbildung vermeiden. Handtücher sollten insbesondere bei Eiterpickeln nur einmal benutzt werden.

In der Phytotherapie werden bevorzugt Heilpflanzen mit blutreinigender, antientzündlicher, stoffwechselverbessernder sowie ausleitender Wirkung eingesetzt. Äußerlich können Aloe vera-Saft und Nachtkerzenöl (bei rauen, trockenen Hautarealen) zur Linderung beitragen.

Auch eine äußerliche Anwendung von Heilerde zeigt bei Pickeln am Po oftmals eine lindernde Wirkung. Die Ausleitung über die Haut kann zudem mit Saunabesuchen oder Trockenbürstenmassagen (nicht in akut entzündeten Bereichen) unterstützt werden. Daneben können Homöopathie, Akupunktur und eine Vielzahl weiterer Verfahren den Organismus wieder ins Gleichgewicht bringen und so hormonelle und vegetative Funktionen regulieren.

Weiterhin stehen zahlreiche Hausmittel gegen Pickel zur Verfügung, die eigenständig angewendet werden können. Ein Arztbesuch ist allerdings dringend angeraten, wenn starke Schmerzen und eitrige Abzesse beziehungsweise großflächige Entzündungen bestehen. (jvs)

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Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Jeanette Viñals Stein
Quellen:
  • Massa, A.F.; Burmeister, L.; Bass, D.; Zouboulis, C.C.: Acne Fulminans: Treatment Experience from 26 Patients; in Dermatology 2017;233:136-140, karger.com
  • Gerd Plewig: Akne und Rosazea; in Dermatologie und Venerologie, Springer, Seite 885-909, 2005, springer.com
  • T. Jansen, S. Grabbe, G. Plewig: Klinische Formen der Akne; in Der Hautarzt, November 2005, Volume 56, Issue 11, Seite 1018–1026, springer.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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