Magentee selbstgemacht

magentee
Susanne Waschke

Bei leichten Magenproblemen kann ein Magentee oft gute Dienste leisten. Dieser besteht entweder aus einer einzelnen Substanz oder beinhaltet mehrere verschiedene Teedrogen. Wichtig ist hierbei eine, auf die Beschwerden abgestimmte, Zutatenliste.

Inhaltsverzeichnis:
Magenbeschwerden – Ursachen
Magentee in verschiedenen Varianten
Häufige Pflanzen in Magentee
Selbstgemachte Magentee Mischungen
Anwendung des Magentees

Magenbeschwerden – Ursachen

Magenbeschwerden äußern sich in Form von Magendrücken, Völlegefühl, Unwohlsein und Übelkeit. Auch Appetitlosigkeit, Sodbrennen und eine Unverträglichkeit bestimmter Speisen, sind hier zu nennen. Es existieren einfache, aber auch schwerwiegende Ursachen, die zu Magenbeschwerden führen können. Einmal kann dies ein nervöser Magen sein, zum Beispiel vor einer Prüfung, der sich in Unwohlsein und Appetitlosigkeit äußert, oder eine leichte Magenverstimmung nach einer üppigen Mahlzeit, die einem den Appetit verschlägt. Aber auch verunreinigte Kost, die ein massives Geschehen in Magen und Darm mit Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen nach sich zieht, bis hin zu Magengeschwüren und letztlich auch Magenkrebs gehören zu den möglichen Ursachen von Magenproblemen.

Leidet der Betroffene unter wiederkehrenden und/oder akut massiven Beschwerden, so ist in jedem Falle ein Arzt aufzusuchen. Nur leichte Magenprobleme, die sich auch schnell wieder einstellen, können mit verschiedenen Magentee Rezepten behandelt werden.

Kamillenbltentee
Kamillenblüten haben sich als Zutat des Magentees vielfach bewährt. (Bild: TwilightArtPictures/fotolia.com)

Magentee in verschiedenen Varianten

Magentee kann in Pulver- oder Beutelform, aber auch lose gekauft werden. Das Pulver ist am Einfachsten in der Anwendung. Meist enthalten diese Magentee Mischungen den Bestandteil Lakritze, was einem beim Öffnen sofort als Erstes in die Nase steigt. Hinter der Lakritze verbirgt sich in Wirklichkeit die Süßholzwurzel, der eine Magen beruhigende und entkrampfende Wirkung nachgesagt wird.

Ein Magentee im Beutel ist etwas aufwendiger in der Anwendung, aber nicht gerade die effektivste Art und Weise, etwas für den Magen zu tun. Am wirksamsten ist immer noch der Tee in loser Form. Generell sollte dieser immer frisch aufgebrüht und dann schluckweise getrunken werden. Das längere Aufbewahren in einer Teekanne ist nicht zu empfehlen.

Ein Magentee muss nicht unbedingt aus mehreren Kräutern bestehen. Natürlich ist hier auch die Anwendung einer einzigen Pflanze möglich. Jedoch ist das Vermischen mehrerer Einzelwirkstoffe meist die effektivere Variante, da sich die einzelnen Substanzen gegenseitig in ihrer Wirkung unterstützen. Dabei kommt jedoch der Auswahl der richtigen Inhaltsstoffe eine besondere Bedeutung zu. Willkür ist hier nicht angebracht.

Die verschiedensten Magentee Mischungen sind in Drogeriemärkten und Apotheken erhältlich. Auch kann in Kräuterhäusern oder Apotheken eine bestimmte Teemischung frisch, ganz individuell, zusammengestellt werden.

Häufige Pflanzen in Magentee

In den meisten Magentee Rezepten ist die Kamille enthalten. Dies ist eine Pflanze, die hemmend auf das Wachstum von Bakterien und Viren wirkt. Die nächste häufig in Rezepten für Magenbeschwerden enthalten Pflanze ist die Pfefferminze. Sie ist eine der ältesten Heilpflanzen und steht mit ihrer Magen stärkenden Wirkung der Kamille an Beliebtheit kaum nach. Auch bei Übelkeit und Brechreiz kommt diese Pflanze oft zum Einsatz.

Bei Magenbeschwerden, die eine psychische Komponente haben, wird vorzugsweise die Melisse verwendet. Verstärkt werden kann deren beruhigende Wirkung durch den Einsatz von Hopfen, der sich ebenfalls in vielen Magentee Rezepten befindet. Bei Appetitlosigkeit helfen Bitterstoffe, enthalten in Tausendgüldenkraut, Löwenzahn und Enzian.

Selbstgemachte Magentee Mischungen

Aus der Vielzahl an Magentee Mischungen seien hier ein paar bewährte Beispiele erwähnt. Alle Teerezepte können in Apotheken erworben werden.

Magentee bei nervösem Magen
Bei nervösen Magenbeschwerden, wenn jeglicher Stress auf den Magen schlägt, kann folgende Magentee Mischung Linderung verschaffen. Zwanzig Gramm Kamillenblüten, zehn Gramm Pfefferminzblätter, zehn Gramm Melissenblätter und fünf Gramm Hopfenzapfen ergeben eine Teemischung, die den schwachen Magen etwas stärkt.

Magentee bei Druckgefühl, leichter Entzündung und Übersäuerung
Für diesen Magentee werden Kamillenblüten, Pfefferminzblätter und Melissenblätter, je zu gleichen Teilen, gemischt. Dieser Magentee beruhigt etwas die gereizte Magenschleimhaut und lindert das Druckgefühl.

Fencheltee
Fencheltee hilft gegen Blähungen und Völlegefühl. (Bild: Andre Bonn/fotolia.com)

Magentee bei Völlegefühl nach den Mahlzeiten
Blähungen und Völlegefühl sind recht unangenehm. Folgender Magentee schafft etwas Erleichterung. Die Mischung besteht aus zehn Gramm angestoßenen Fenchelfrüchten, fünf Gramm Tausendgüldenkraut, fünf Gramm Thymiankraut und fünf Gramm Enzianwurzel.

Auch eignet sich bei Blähungen und Völlegefühl im Oberbauch, vor allem, wenn bestimmte Speisen nicht vertragen werden, ein Magentee aus Anisfrüchten, Fenchelfrüchten und Kümmelfrüchten. Alle drei Zutaten werden zu gleichen Teilen, miteinander gemischt und vorher leicht angestoßen, damit das ätherische Öl etwas entweichen kann. Dieser Magentee ist ein wohlschmeckendes, gesundes Getränk.

Anwendung des Magentees

Für die Zubereitung der Magentee Mischungen reicht für eine große Tasse (ca. 250 ml) eine Dreifingergabe (die Menge, die mit Daumen,- Zeige und Mittelfinger aufgenommen werden kann) aus. Diese wird mit kochendem Wasser übergossen und soll dann circa sieben bis acht Minuten ziehen. Nach dem Abseihen sollte der Tee in kleinen Schlucken und ungesüßt getrunken werden, und dies am besten drei- bis fünf mal täglich. Bessert sich das Befinden innerhalb von drei Tagen nicht, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Ein Magentee ist kein Ersatz für ein Arzneimittel und erspart nicht den Gang zum Arzt. Häufig kann jedoch, begleitend zu einer schulmedizinischen Behandlung, ein individuelles Teerezept gute Dienste leisten und die Heilung unterstützen.

Jede Kräuterteemischung sollte auf keinen Fall länger als vier bis sechs Wochen ununterbrochen getrunken werden. Danach muss eine Pause folgen, oder aber auf einen anderen Tee umgestellt werden. (sw)

Bild: Dirk Schelpe / pixelio.de