Magenprobleme

Susanne Waschke
Magenprobleme sind vielfältigster Natur. So können fette oder ungewohnte Speisen auf den Magen schlagen oder Bakterien und Viren zu Erkrankungen des Magens führen. Der Verdauungstrakt, zu dem dieses Organ gehört, beginnt in der Mundhöhle und endet mit dem After. Alle Anteile dieses Systems arbeiten zusammen und sind selten isoliert zu betrachten. So wirken sich die meisten Magenprobleme auch auf den gesamten Verdauungstrakt, oder zumindest auf Teile davon, aus.

Inhaltsverzeichnis

Stress und Psyche bei Magenbeschwerden
Der Magen: Lage und Aufgaben
Erkrankungen des Magens
Diagnose von Magenproblemen
Schulmedizinische Therapie bei Magenproblemen
Helicobacter pylori: Grund vieler Magenprobleme
Naturheilkunde bei Magenproblemen

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Stress und Psyche bei Magenbeschwerden

Magenprobleme machen sich auf vielfältigste Art und Weise bemerkbar. So kommen Schmerzen, Blähungen, Sodbrennen, Völle- und Druckgefühl und Übelkeit vor. Auf jeden Fall sollte zuerst die Ernährung näher betrachtet werden. Rohes Obst, blähende Speisen, Kaffee, scharfe Gewürze, Fettes und Süßungsmittel, wie Aspartam und Sorbitol, können zu den verschiedensten Magenproblemen führen. Das vegetative Nervensystem hat eine enge Verbindung mit dem Verdauungsapparat, wodurch klar wird, dass Stress und seelische Belastungen leicht zu Beschwerden im Magen-Darm Trakt führen können. Redensarten, wie „das schlägt mir auf den Magen“, oder „das stößt mir sauer auf“, erinnern daran, dass der Magen nicht nur ein Organ im Körper darstellt, sondern darüber hinaus auch für die Psyche eine große Rolle spielt.

Der Magen: Lage und Aufgaben

Der Magen schließt sich der Speiseröhre an, ähnlich einer sackartigen Erweiterung. Die bereits im Mund begonnene Verdauung wird dort fortgesetzt. Durch unterschiedliche Füllungszustände kann dieser verschiedene Formen annehmen. Sein Fassungsvermögen beträgt circa 1,5 Liter. Der Magen übernimmt drei wichtige Hauptaufgaben. Dies sind Nahrungsspeicherung, Nahrungszerkleinerung und Produktion der Salzsäure.

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Je nachdem, ob leichte Kost oder eine schwere Mahlzeit verzehrt wurde, schwankt die Verweildauer der Nahrung im Magen zwischen zwei und sieben Stunden. Die Verdauung der Kohlenhydrate, die bereits im Mund beginnt, ruht im Magen, jedoch werden hier Eiweiße und Fette durch mechanische Bewegungen zerkleinert. Dabei wird die Nahrung miteinander vermengt und der Speisebrei, auch Chymus genannt, gebildet. Die Salzsäurebildung ist ebenfalls ein äußerst wichtiger Prozess. Sie ist unerlässlich für die Verdauung von Eiweiß, aber auch zur Zerstörung von Krankheitserregern lebenswichtig.

Erkrankungen des Magens

Magenprobleme kennt jeder. Druckgefühl, Völlegefühl, saures Aufstoßen, Unwohlsein, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen, all dies sind typische Symptome, die dabei auftreten können.

Die Ursachen für die Magenbeschwerden sind äußerst variabel. So kann dies zum Beispiel ein emotionales Problem sein, das dem Betroffenen „auf den Magen schlägt“, vor allem dann, wenn schon ein sogenannter Reizmagen vorliegt. Stress, Ärger und Sorgen können dazu führen, dass mehr Säure produziert wird. Kommt dann noch Appetitlosigkeit dazu, was häufig der Fall ist, kann die Magensäure die Schleimhaut des leeren Magens angreifen. Dies führt zu Unwohlsein, eventuell Übelkeit und brennenden Magenschmerzen. Treten die Beschwerden häufiger auf, so kann sich daraus eine Magenschleimhautentzündung, eine Gastritis, entwickeln. Diese kommt sowohl akut als auch chronisch vor. Die akute Form wird meist durch lang andauernden Stress ausgelöst, kann aber auch durch übermäßigen Alkoholkonsum oder Nikotingenuss entstehen. Verantwortlich für eine Gastritis können ebenso NSAR (nicht steroidale Antirheumatika), andere Antiphlogistika, Analgetika, wie auch virale und bakterielle Infektionen sein. Bei einer Gastritis äußern sich die Magenprobleme in Druckgefühl in der Magengegend, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Hin und wieder verspüren die Betroffenen ein brennendes Gefühl im Magen.

Die chronische Form der Magenschleimhautentzündung kommt relativ häufig vor. Die Ursache dafür ist bei Typ A eine Autoimmungastritis, bei Typ B eine bakterielle und bei Typ C eine chemisch-toxische Gastritis. Typ A ist eine seltene Erkrankung, bei der der Organismus Autoantikörper gegen die eigenen Salzsäure-produzierenden Zellen und den Intrinsic Faktor (Glykoprotein, wichtig zur Speicherung v. Vitamin B 12) bildet. Bei Typ B , der häufigsten chronischen Form, entsteht durch bakterielle Besiedelung des Magens, meist mit dem Bakterium Helicobacter pylori, eine chronische Entzündung. Ursachen für Typ C sind zum Beispiel Reflux (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre) und die regelmäßige Einname von Medikamenten oder Noxen, wie Alkohol oder Nikotin, die sukzessiv die Magenschleimhaut schädigen.

Ein häufig auftretendes Magenproblem ist das Sodbrennen. Dies entsteht leicht, da zwischen Speiseröhre und Magen, anatomisch betrachtet, eine funktionelle Schwäche vorliegt. Der Übergang zwischen den beiden Organen besteht aus einem Schließmuskel, der eigentlich kein richtiger ist und demnach auch nicht so funktioniert. Aus diesem Grund kann relativ leicht ein Zurückfließen von Mageninhalt zurück in die Speiseröhre statt finden. Dies äußert sich als sogenanntes Sodbrennen. Gerade nach fetten Speisen oder durch die veränderte Drucksituation im Bauchraum während der Schwangerschaft, kann sich das unangenehme, brennende und drückende Gefühl breit machen. Zu üppige Speisen, Übergewicht, Stress, Nervosität, aber auch zu enge Kleidung, können ebenfalls Sodbrennen auslösen.

Eine weit verbreitete Erkrankung, die von Magenproblemen gekennzeichnet ist, stellt der Reizmagen dar. Hier leidet der Betroffene unter vielen verschiedenen, wiederkehrenden Symptomen, wie Völle- und Druckgefühl im Oberbauch, Magenkrämpfen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, häufiges Aufstoßen und Erbrechen. Der Reizmagen ist eine Erkrankung, die erst diagnostiziert wird, wenn organische Ursachen ausgeschlossen wurden. Dieses Beschwerdebild gehört zu den funktionellen Störungen. Mangelnde Beweglichkeit des Magens und/oder eine veränderte Schmerzwahrnehmung werden als Ursachen für den Reizmagen diskutiert. Stress, Ängste, Trauer und Ähnliches führen häufig zu den erwähnten Magenproblemen. Auch kommen Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen in Verbindung mit dem Reizmagen vor.

Eine weitere Erkrankung des Magens ist das Magengeschwür oder auch Magenulkus genannt. Ursache ist ein Ungleichgewicht zwischen Schleimhaut-schützenden und Schleimhaut-schädigenden Substanzen. Ebenso trägt das Bakterium Helicobacter pylori zum Entstehungsmechanismus des Magenulkus bei. Auch eine längerfristige Einname von NSAR, vor allem in Verbindung mit einer Glukokortikoidtherapie, kann zu einem, häufig auch blutenden, Magengeschwür führen. Im Vordergrund bei dieser Erkrankung des Magens stehen eher unspezifische Symptome, wie brennende, bohrende Schmerzen im Bereich des Oberbauches. Diese treten entweder direkt nach den Mahlzeiten oder aber absolut nahrungsunabhängig auf. Jedoch verspürt circa ein Drittel der Betroffenen erst Beschwerden, wenn bereits Komplikationen eingetreten sind.

Magenprobleme können auch auf ein Magenkarzinom hindeuten. Risikofaktoren für die Entstehung des Magenkrebses sind genetische Disposition, chronische Gastritiden, Rauchen, Nitrosamine in der Nahrung (zum Beispiel in Wurst) und Besiedelungen des Magens mit Helicobacter pylori. Gehäuft tritt das Magenkarzinom in Ländern, wie China, Finnland, Chile, Japan, Kolumbien und Venezuela auf. Leider existieren keine typischen Symptome, die in Verbindung mit Magenkrebs gebracht werden können. Oft hat der Patient über einen längeren Zeitraum gar keine Beschwerden. Er leidet eventuell unter einem „empfindlichen Magen“. Erst im fortgeschrittenen Stadium entstehen Gewichtsabnahme, mangelnde Leistungsfähigkeit, Übelkeit, Schmerzen und eine Abneigung gegenüber Fleisch und Wurst. Hinzu tritt häufig eine Anämie (Blutarmut) auf, bedingt durch chronische Blutverluste, was sich in sogenanntem Teerstuhl (schwarzer Stuhlgang durch Blutungen aus dem oberen Verdauungstrakt) bemerkbar machen kann.

Diagnose von Magenproblemen

Aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Ursachen der Magenprobleme, bedarf die Diagnose oftmals einiges Aufwandes. In einer ausführlichen Anamnese werden dem Patienten verschiedene Fragen zu Appetitverhalten, Schmerzsymptomatik, Gewichtsentwicklung (Stichwort: Untergewicht), Beschwerdebild, Ernährungsverhalten, psychischen Konflikten und Belastungen gestellt. Der Bauch wird von außen betrachtet (Inspektion), auskultiert (mit dem Stethoskop abgehört), und palpiert (mit den Händen vorsichtig abgedrückt). Weitere Untersuchungsmethoden sind Ultraschall, Gastroskopie (Magenspiegelung), Röntgen, CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztomographie). Ein ausführliches Blutbild gehört ebenso zu den angewandten diagnostischen Verfahren. Verschiedene Atemtests dienen dazu, eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz oder aber auch die Besiedelung des Magens mit Helicobacter pylori festzustellen.

Schulmedizinische Therapie bei Magenproblemen

Die Therapie der Magenprobleme richtet sich nach der vorliegenden Erkrankung. Bei einer akuten Gastritis wird zuerst eine mindestens eintägige Nahrungskarenz empfohlen. Auf Kaffee, scharfe Speisen, Alkohol und Nikotin muss auf jeden Fall verzichtet werden. Nimmt der Betroffene ASS (Acetylsalicylsäure), NSAR (nicht steroidale Antirheumatika) oder ähnliche Medikamente ein, sollten diese, wenn möglich, abgesetzt werden. Bei Bedarf wird ein Antazidum (Magensäure neutralisierendes Mittel) verordnet. Bei der chronischen Gastritis wird ebenso wie bei der akuten Form behandelt. Zusätzlich werden bei Bedarf Medikamente gegen die Besiedelung mit Helicobacter pylori verabreicht. Eine Substitution mit Vitamin B12 ist wichtig , wenn der Patient unter Typ-A-Gastritis, der Autoimmungastritis, leidet. Bei Sodbrennen kommen Säure bindende Medikamente zum Einsatz. Den Betroffenen wird empfohlen, fette und schwere Speisen zu meiden, Übergewicht abzubauen und Stress zu reduzieren.

Zur Behandlung des Reizmagens, der ja zu den funktionellen Krankheiten gehört, was heißt, dass keine organischen Ursachen vorhanden sind, werden krampflösende Mittel, und Medikamente gegen Durchfall oder Verstopfung eingesetzt. Lautet die Diagnose Magenulkus, so wird meist zuerst versucht, medikamentös gegen das Geschwür vorzugehen. Bei Helicobacter-Befall wird mit geeigneten Medikamenten, wie Antibiotika und Säureblockern, versucht, den Keim auszurotten. Ist die Ursache für das Ulkus anderer Art, so werden Mittel, wie Protonenpumpenhemmer, H2-Rezeptorenblocker und Antazida verordnet. Nimmt der Patient Medikamente ein, die ein Magengeschwür begünstigen, so zum Beispiel NSAR, werden diese, wenn möglich, abgesetzt. Allgemeine Maßnahmen bei einem Magenulkus sind eine Ernährung, die ausgewogen und auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag verteilt ist. Auf stark gewürzte, fette und üppige Speisen sollte unbedingt verzichtet werden. Einen Einnahme der Mahlzeiten in Ruhe ohne Stress und Hektik ist wünschenswert. Auf Kaffeegenuss muss nicht gänzlich verzichtet, jedoch das Trinken auf nüchternen Magen, vermieden werden. Behandlungsmöglichkeiten bei einem Magenkarzinom sind Operationen, Chemotherapie und Strahlentherapie.

Helicobacter pylori: Grund vieler Magenprobleme

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das sich in der Magenschleimhaut niederlässt und für viele Magenprobleme verantwortlich sein kann. Weitergegeben wird dieser Erreger vor allem oral, aber auch durch mangelnde Hygiene. Jedoch ist der Übertragungsweg noch nicht völlig gesichert. Fakt ist, dass der Keim sich im Magen wohl fühlt, sich dort vermehrt und im schlimmsten Fall auch lebenslang persistiert. Im Anfangsstadium ist eine Infektion mit dem Helicobacter nicht zwingend mit Magenproblemen verbunden. Auch wenn sich die Keime schon länger im Organismus befinden, muss dies der Betroffene nicht unbedingt spüren. Circa dreißig Prozent der deutschen Bevölkerung leben mit Helicobacter pylori. Mögliche Beschwerden sind Völle- und Druckgefühl im Oberbauch, Nüchternschmerz, der auch nachts auftreten kann und sich durch Nahrungsaufnahme bessert, sowie Sodbrennen, Blähungen und häufiger Durchfall. Auch wird vermutet, dass dieser Keim zu Parodontitis und Hauterkrankungen führen kann.

Ist das Immunsystem des Menschen vollkommen intakt, so haben Helicobacter pylori keine Möglichkeit, sich niederzulassen. Wird die Abwehr aber durch Stress, Ängste und Belastungssituationen geschwächt, kann sich der Keim in Ruhe ausbreiten. Auch eine ungesunde Ernährung mit einem hohen Anteil an denaturierter, vitaminarmer Kost, kann den Grundstock dafür liefern, dass sich der Erreger breit macht. Helicobacter pylori wird für Magenprobleme verantwortlich gemacht, die letztendlich zu Gastritis, Magenulkus und Magenkarzinomen führen können. Deshalb ist eine rechtzeitige Diagnose wichtig. Ein spezieller Atemtest leistet hier gute Dienste. Die schulmedizinische Therapie sieht zur Ausrottung des Keimes zwei verschiedene Antibiotika und einen Säureblocker vor.

Auch in der Naturheilkunde existieren Heilmittel, die zur Eliminierung des Helicobacter und gegen die Magenprobleme eingesetzt werden können. So ist hier die Myrrhe zu erwähnen, die in Tablettenform in Verbindung mit Kamille bei Vorliegen einer Helicobacter-Besiedlung in der Naturheilpraxis verordnet wird. Ein weiteres Mittel ist Heilerde, die einerseits antientzündlich wirkt, anderseits auch die Fähigkeit besitzt, Gifte zu binden, um diese dann auf natürlichem Wege auszuscheiden. In der Schüssler Salz Therapie sind die drei Entzündungssalze, Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 4 Kalium chloratum und Nr. 6 Kalium sulfuricum die Mittel der Wahl bei Magenproblemen durch Helicobacter pylori. Eine Kamille-Rollkur, mehrmals wöchentlich zuhause durchgeführt, kann zur Heilung und zur Ausrottung des Helicobacter beitragen. Zusätzlich kann diese Behandlung das Immunsystem stärken. Letzteres gilt auch für die Darmsanierung, Eigenbluttherapie und die Einnahme Abwehr-steigernder Heilpflanzen.

Naturheilkunde bei Magenproblemen

Die Naturheilkunde besitzt viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Magenproblemen. Gerade die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) mit ihren heilkräftigen Pflanzen, die Ernährungstherapie und die physikalische Therapie nehmen einen großen Stellenwert bei der naturheilkundlichen Behandlung verschiedenster Magenprobleme ein.

Der Magen und die Psyche werden in der Naturheilpraxis stets zusammen betrachtet. So haben Stress, Ängste, Trauer und außergewöhnliche Belastungen einen nicht gerade unerheblichen Einfluss auf den Magen-Darm-Trakt. In der Naturheilkunde wird deshalb immer in der Anamnese nach psychischen Belastungen gefragt und auch die Wesensart des Betroffenen, wie zum Beispiel „nervös, nicht belastbar, sensibel“, mit in das Behandlungskonzept einbezogen. Aussprüche, wie „das schlägt mir auf den Magen“ oder „ich kann dies nicht verdauen“ machen deutlich, wie Körper, Seele und Geist miteinander verbunden sind. Dies berücksichtigt der ganzheitliche Ansatz einer naturheilkundlichen Behandlung.

Leidet der Betroffene unter Magenschmerzen nach dem Essen, kommt das Schüssler Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum zum Einsatz, stehen eher krampfartige Magenprobleme im Vordergrund ist Nr. 7 Magnesium phosphoricum das richtige Mittel. Bei saurem Aufstoßen wird gerne Nr. 9 Natrium phosphoricum verabreicht. Bei Magenproblemen gehört zur Therapie außerdem eine passende Ernährung. Basische, vollwertige Kost ist empfehlenswert. Stark gewürzte Speisen, säurebildende Gewürze, wie zum Beispiel Pfeffer oder Meerrettich, Süßes oder große Mengen an Fleisch und Wurst, aber auch Milch, sollten gemieden werden. Auf eine leichte Kost, vor allem in der akuten Phase einer Entzündung, ist zu achten.

Verschiedene Teesorten, wie Kamille, Pfefferminze, Melisse, Gänsefingerkraut und Süßholz werden häufig in die naturheilkundliche Behandlungen der Magenprobleme integriert. Oftmals erstellt der Therapeut ein individuelles Teerezept, je nach vorliegender Erkrankung. Gerade bei Mischrezepten können sich die verschiedenen Bestandteile in der Wirkung unterstützen und somit zum Heilerfolg beitragen. Die, schon von den Großmüttern verwendete Kamille wirkt antiphlogistisch, krampflösend und schützt die Magenschleimhaut. Das Süßholz weist ebenso einen schützenden Charakter auf und wirkt zusammen mit der Kamille ulcusprotektiv.

Bei Magenproblemen werden in der naturheilkundlichen Behandlung außerdem häufig physikalische Therapien eingesetzt. So zum Beispiel ein warmer Heublumensack als Bauchauflage oder eine angewärmte Ölkompresse, getränkt mit einem passenden ätherischen Öl, wie Orangenöl, Kamillenöl oder Pfefferminzöl. Im Rahmen der naturheilkundlichen Behandlung von Magenproblemen hat auch die Neuraltherapie ihren Platz. Quaddeln am Rippenrand, im Bereich der Oberbauchmeridiane, kann zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Regelmäßige Fußreflexzonenmassagen haben das Ziel, den gesamten Organismus ins Gleichgewicht zu bringen und vor allem die Verdauungsorgane zu stärken.

Zu den naturheilkundlichen Verfahren gehört auch die sogenannte Ordnungstherapie, die sich um eine gesunde und bewusste Lebensweise kümmert. Dazu gehören ein regelmäßiger Wach- und Schlafrhythmus, ein Wechsel von Anspannung und Entspannung, ausreichend Bewegung an der frischen Luft, regelmäßige Mahlzeiten, und ein gesunder Umgang mit Genussmitteln. In der heutigen, stressbetonten Zeit sind die natürliche Rhythmen beinahe schon zu einem Fremdwort geworden. Klimaanlagen, schneller Wechsel der Zeitzonen beim Fliegen, ständige Reizüberflutung und massiver Stress lassen häufig Rückzug und die nötige Entspannung nicht zu. So wird bei Betroffenen im Gespräch versucht, den Blick wieder etwas in Richtung Natur zu lenken. Entspannungsmethoden, wie zum Beispiel Autogenes Training, Yoga oder Atemtherapie können durchaus zur Heilung der Magenprobleme beitragen. (sw)

Bild: Benjamin Thorn / pixelio.de