Das Fibularis- Syndrom
Das Fibularis- Syndrom
Gehschwierigkeiten durch Schwäche und Taubheit in Teilen des Fußes und Unterschenkels können auf das Fibularis- Syndrom zurückzuführen sein.
Im Laufe unseres Lebens absolvieren unsere Füße wohl an die 160.000 km, also viermal ein Marsch entlang des Äquators um die Erde. Da ist es wichtig, dass ihre Funktion gewährleistet ist, um sich stets gut fortbewegen zu können. Ein Grund für mangelnde Koordination der Füsse können Störungen in der Sensibilität des großen und des zweiten Zehs und Muskelschwächen im Fuß und der Wade sein. In der Medzin wird dies auch das „Vordere Tarsaltunnel- Syndrom“ genannt. Hierbei kommt es zu einer Abklemmung des tiefen Astes des gemeinsamen Wadenbeinnerven, des Nervus fibularis profundus. Seine Fasern entstammen vom 4. Lendenwirbel (L4) bis zum ersten Kreuzbeinwirbel (S1) und versorgen die Streckmuskeln der Wade und die Haut zwischen Großzehe und zweitem Zeh.
Der Nerv läuft in der Tiefe entlang des Schienbeines und kann am Vorderfuß durch ein Band abgeklemmt werden, welches oberhalb des Spanns quer über den Fuß verläuft. Genauso wie bei dem (Hinteren) Tarsaltunnel- Syndrom vermutet man auch hier als Ursache eine vorhergehende Verletzung oder Erkrankung, die dann durch einen Bluterguss oder eine Schwellung des Gewebes zu einer Einengung führen kann. Auch während Schwangerschaften, der Wechseljahre oder Hormonstörungen kann es zum Auftreten eines Vorderen Tarsaltunnel- Syndroms kommen. Andere Erkrankungen wie Tumore und Durchblutungsstörungen sollten ausgeschlossen werden.
Der Weg des Nerven sollte schon ab seiner Durchtrittsstelle unter dem aussenrotierenden Gesässmuskel, dem M. Piriformis, verfolgt und untersucht werden. Einige Autoren, wie der französische Osteopath Jean Pierre Barral, weisen auch die Möglichkeit einer Kompression am Wadenbeinköpfchen hin, an dem der Nerv sehr eng langläuft.
Beschwerden sind häufig auslösbar, wenn man auf die einengende Stelle drückt. So ist eine recht aussagekräftige Diagnose möglich und oftmals gleichzeitig die Behandlung. (Heilprakt. Thorsten Fisch, 28.11.2009)