Raucherlunge: Anzeichen, Ursachen und Behandlung

Susanne Waschke

Unter Raucherlunge wird eine Erkrankung des Atemtraktes verstanden, die schon über eine längere Zeit hinweg besteht. Meist wird unter dem Begriff Raucherlunge die chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) verstanden, wobei diese durch eine chronische Bronchitis (Bronchitis, die in zwei aufeinanderfolgenden Jahren, mehr als drei Monate bestanden hat), eine Verengung der Bronchien und letztlich eine Lungenüberblähung (Lungenemphysem) gekennzeichnet ist.

Inhaltsverzeichnis

Drei Stadien
Entstehung
Beschwerden
Folgen einer Raucherlunge
Diagnostik
Behandlung

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Drei Stadien der Raucherlunge

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) teilt die Raucherlunge beziehungsweise COPD in drei Stadien ein. Das Stadium I mit vorherrschender Bronchitis, jedoch ohne körperliche Einschränkungen. Stadium II mit Bronchitis und zusätzlicher Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Das 3. Stadium, beim dem die Beschwerden des Stadium I und II sowie weitere Beeinträchtigungen des Gasaustauschs auftreten.

Ursachen und Symptome einer sogenannten Raucherlunge.
Ursachen und Symptome einer sogenannten Raucherlunge. Bild: www.fotolia.com © Bilderzwerg

Entstehung der Raucherlunge

Im Atemtrakt befinden sich feinste Flimmerhärchen und dazwischen sogenannte Becherzellen, die für die Schleimproduktion zuständig sind. Die Flimmerhärchen bewegen sich auf der feuchten Schleimhaut hin und her und befördern mit diesen Bewegungen Staub und Schmutz in Richtung Nasenrachenraum. Das Flimmerepithel (epithel = Deckgewebe) ist für die Reinigung der Einatemluft und deren Befeuchtung zuständig. Eine intakte Bronchialschleimhaut hat verschiedene Aufgaben. Sie bildet Schutz gegen Fremdeindringlinge und ist an der Produktion verschiedenster Substanzen beteiligt. Dies sind unter anderem Immunbotenstoffe, Wachstumsfaktoren und Stoffe, die eine Verengung der Blutgefäße auslösen können. Ständiger Nikotinkonsum zerstört zusehends die Schleimhaut inklusive der Flimmerhärchen, wobei sich aus dem Flimmerepithel immer mehr Becherzellen entwickeln, die vermehrt Schleim produzieren. Dies hat zur Folge, dass im gesamten Bronchialtrakt die Schleimproduktion zunimmt. Die Menge an Schleim kann nicht mehr richtig abgehustet werden, und durch den Rückstau wird die Ansiedlung von Keimen erleichtert. In den Bronchialwänden kommt es durch das ständige Eindringen von Erregern, Staub oder Schmutz, durch die vermehrte Schleimproduktion und das Fehlen intakter Schleimhaut zu wiederkehrenden Entzündungen, was die Schleimhaut anschwellen lässt. Die Bronchialwände werden immer dicker, was langfristig zu einer Obstruktion (Verengung) der Atemwege führt. Die Atmung wird erschwert, der Gasaustausch zwischen Blut und Atemluft immer stärker beeinträchtigt, und der Sauerstoffgehalt des Blutes nimmt ab.

Beschwerden bei einer Raucherlunge

1. Raucherhusten
Da bei einer Raucherlunge keine Flimmerhärchen mehr existieren und die Schleimproduktion immer mehr zunimmt, kommt es zu einem chronischen Husten, der vor allem morgens am heftigsten auftritt. Der Auswurf dabei hat, bedingt durch die Giftstoffe in der Lunge, meist eine bräunliche Färbung. Hin und wieder sind dem Auswurf auch Blutspuren beigemengt. Der Raucherhusten entsteht nicht über Nacht, sondern ist ein schleichender Prozess über Jahre hinweg. Meist werden die Beschwerden eines Rauchers von ihm selbst verharmlost., während das Rauchen seine die Lunge immer mehr zerstört. Das erste Alarmzeichen ist der chronische Husten mit dem morgendlichen Auswurf.

2. Kurzatmigkeit
Über die Jahre hinweg kommt leiden die Betroffenen verstärkt unter Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung. Dies kann zum Beispiel schon beim einfachem Treppensteigen der Fall sein, wobei hinzu kommt, dass durch die Raucherlunge auch die allgemein Belastbarkeit immer weiter zurückgeht.

Folgen einer Raucherlunge

Da eine Raucherlunge schon vorgeschädigt ist, verlaufen ganz banale Erkältungen nicht bei den Betroffenen meist deutlich schwerer. Durch die fehlenden Flimmerhärchen und die enorme Schleimproduktion können die Erreger nicht so leicht aus dem Körper verbannt, beziehungsweise abgehustet werden. Dadurch treten gehäuft Lungenentzündungen auf.

Durch die vermehrte Leistung der Lunge erhöhten sich außerdem der Druck im Lungenkreislauf (Cor pulmonale), wodurch auf Dauer die Entwicklung einer Herzschwäche begünstigt wird.

Die ständige Belastung mit Nikotin und anderen Schadstoffen hat ein Absterben der Flimmerhärchen zur Folge. Somit bleiben kleinste, eingeatmete Staubpartikel und Schmutz im Körper. Durch diesen ständigen Reizzustand treten vermehrt chronische Entzündungen auf. Die Schleimproduktion nimmt zu, die Bronchialwände schwellen an und es kommt, über die Jahre hinweg, zu Atembeschwerden bis hin zur Luftnot.

Durch den fortschreitenden Sauerstoffmangel verfärben sich die Lippen blau. Weiterhin entstehen sogenannte Trommelschlegelfinger (Auftreibung der Fingerspitzen) und Uhrglasnägel (große, gewölbte Nägel).

Im fortgeschrittenen Stadium verlieren die Lungenbläschen ihre Stabilität und fallen beim Ausatmen zusammen. Die normale, physiologische Struktur der Lunge wird zerstört und ein Lungenemphysem entsteht.

Diagnostik der Raucherlunge

Leichtere Verlaufsformen, ohne Symptome, werden durch eine Lungenfunktionsmessung festgestellt. Schwerere Formen zeigen sich durch Luftnot, bereits bei kleinster Belastung. Die Diagnose COPD wird meist erst im vierten oder fünften Lebensjahrzehnt gestellt. Um genau beurteilen zu können, wie weit die Erkrankung schon fortgeschritten ist, werden Röntgenuntersuchung und/oder Computertomographie durchgeführt. Lungenfunktionsprüfung, EKG, Blutbild und eine Sputumkontrolle (Untersuchung des Auswurfs) gehören ebenso zu den angewandten Untersuchungsmethoden.

Behandlung der Raucherlunge

Natürlich steht hier als erstes das Einstellen des Rauchens. Eine Reduktion des Zigarettenkonsums genügt nicht. Die Lungenfunktion kann wieder ganz normal werden, in fortgeschrittenen Fällen besteht jedoch weiterhin eine chronische Bronchitis. Mit Bronchien erweiternden Medikamenten wird versucht, weitere Schäden zu vermeiden. Gegen die chronische Entzündung der Bronchien kommt in der Schulmedizin außerdem häufig Kortison zum Einsatz. Rauchen die Betroffenen weiter, so kann die Erkrankung trotz aller Medikation nicht geheilt werden. Aktuellen Studienerkenntnissen zufolge verkürzt eine Raucherlunge das Leben der Betroffenen um circa acht Jahre. (sw)