Ärzte vermuteten erst eine Schwangerschaft: Riesiger Tumor bei 17-Jähriger entfernt

Eine junge Engländerin war mit heftigen Bauchschmerzen in eine Klinik gekommen. Die Ärzte vermuteten, sie sei hochschwanger. Dann stellten sie fest: Die 17-Jährige hatte Krebs. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)
Alfred Domke
Eierstockkrebs statt Schwangerschaft: Ärzte entfernen junger Frau riesigen Tumor
Im vergangenen Herbst wurde eine junge Britin mit starken Bauchschmerzen in ein Krankenhaus eingeliefert. Aufgrund ihres dicken Bauches vermuteten die Ärzte zunächst, die 17-Jährige sei hochschwanger. Doch dann diagnostizierten sie Krebs: Sie fanden einen Tumor in der „Größe einer Wassermelone“.

Ärzte gingen zunächst von einer Schwangerschaft aus
Als die 17-jährige Olivia K. aus dem englischen Hull im vergangenen November mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus kam, dachten die Ärzte zunächst die junge Frau sei hochschwanger. „Ich habe eher dünne Hüften, deshalb dachten viele Leute zuerst, dass mein Bauch auf eine Schwangerschaft hindeutet“, sagte sie gegenüber der britischen Tageszeitung „The Sun“. Schon Monate zuvor hatte Olivia bemerkt, dass ihr Bauch ein wenig aufgeblasen war, ignorierte diesen Umstand jedoch bis sie schließlich heftige Schmerzen bekam.

Eine junge Engländerin war mit heftigen Bauchschmerzen in eine Klinik gekommen. Die Ärzte vermuteten, sie sei hochschwanger. Dann stellten sie fest: Die 17-Jährige hatte Krebs. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)
Eine junge Engländerin war mit heftigen Bauchschmerzen in eine Klinik gekommen. Die Ärzte vermuteten, sie sei hochschwanger. Dann stellten sie fest: Die 17-Jährige hatte Krebs. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)

Zyste hatte die „Größe einer Wassermelone“
In der Klinik machten die Mediziner dann schließlich eine schreckliche Entdeckung: Auf dem Ultraschallbild konnten sie erkennen, dass sich im Eierstock der jungen Frau ein Tumor gebildet hatte, dieser war von einer riesigen Zyste umgeben. Olivia hatte also Krebs. „Als die Ärzte die Scans gesehen haben, haben sie einfach nur „Wow“ gesagt. Sie waren wirklich erschreckt von der Größe“, erläuterte Olivia. Die Zyste war größer als ein Baby und wog über neun Kilo. „Es hatte die Größe einer Wassermelone“, so die Teenagerin.

Patientin ist heute wieder völlig gesund
„Als ich herausgefunden hatte, dass es Krebs ist, war ich total geschockt. Ich hätte niemals gedacht, dass ich so etwas Lebensbedrohliches mit siebzehn bekommen könnte“, sagte Olivia. „Die Zyste war so groß, dass ich dachte sie könnte jederzeit wie ein Ballon platzen – ich hatte ständig Angst, der Krebs könnte sich im ganzen Körper ausbreiten“. Doch die junge Frau hatte Glück. Die Ärzte am St. James Hospital in Leeds konnten den Tumor zusammen mit der Zyste entfernen, der Krebs hatte nicht gestreut. Als sie gesagt bekam, der Krebs sei besiegt und sie wieder völlig gesund, sei dies „das beste Weihnachtsgeschenk“ gewesen.

Fruchtbarkeit wurde durch den Krebs nicht beeinflusst
Bereits wenige Wochen nach der Operation war Olivia wieder so fit, dass sie eine elf Kilometer lange Wanderung schaffte. Der behandelnde Chirurg, Dr. Richard Hutson, versicherte ihr zudem, dass die Fruchtbarkeit durch den Krebs nicht beeinflusst wurde und sie Kinder bekommen könne. Katherine Taylor von der „Ovarian Cancer Action“ fügte in der „Sun“ an: „Obwohl Eierstockkrebsrisiko bei jungen Frauen relativ selten ist, ist es wichtig, dass alle Frauen über die Symptome informiert sind.“

Warnzeichen für Eierstockkrebs
Laut der Charité-Frauenklinik in Berlin gibt es einige frühe Warnzeichen. Dazu zählen unter anderem Blutungen außerhalb der Monatsregel oder nach den Wechseljahren, scheinbar unerklärliche Magenschmerzen oder Verdauungsbeschwerden, unerklärliche Gewichtsabnahme, Zunahme des Bauchumfangs, Müdigkeit und Erschöpfung. Die Experten weisen darauf hin, dass all diese Symptome natürlich auch harmlose Ursachen haben können. Sie empfehlen aber, einen Frauenarzt zur Abklärung aufzusuchen, wenn eines oder mehrere Symptome auftreten. Für Frauen ab dem 50. Lebensjahr wird zusätzlich zu einer jährlichen Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke geraten. Aufgrund der Sterblichkeit wird Eierstockkrebs teilweise gefährlicher als Brustkrebs eingestuft. (ad)

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