Bei Stress im Alltag hilft Chinesische Medizin

Heilpraxisnet

Ausgeglichenheit durch ganzheitliche Therapien

19.07.2012

Zeitdruck, Verpflichtungen, zwischenmenschliche Probleme, Arbeitsüberlastung – zu viel Stress macht krank. Betroffene fühlen sich selbst alltäglichen Aufgaben immer weniger gewachsen und irgendwann reicht das Wochenende zur Erholung nicht mehr aus. Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Verspannungen und Schmerzen erschweren die Regeneration zusätzlich. Viele spüren gesundheitliche Auswirkungen aber erst viel zu spät, denn nicht selten führen ständige Überbelastungen zu Burnout, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Hintergrund schwerer Erkrankungen sieht die Chinesische Medizin oft Stress als Auslöser und kennt hilfreiche Maßnahmen, die zu mehr Ausgeglichenheit im Alltag führen.

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In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) steht Stress in engem Zusammenhang mit dem Mitteorgan des Körpers, dem Bauch. „Aus unserer Sicht verarbeitet der Bauch nämlich nicht bloß Nahrung, sondern auch Gefühle und soziale Herausforderungen. Als dauerhafter Begleiter im Alltag überfordert Stress das Mitteorgan in seiner Sortierfunktion und stört die Steuerung des Immunsystems“, weiß Dr. Christian Schmincke, TCM-Experte und ärztlicher Leiter der Klinik am Steigerwald. So hindert Stress den Körper an einer adäquaten Abwehrreaktion, Infekte breiten sich aus und belasten den Organismus zusätzlich. Viele gestresste Menschen tun – gehetzt wie sie sind – dann ihr Übriges noch dazu: Sie denken „Bloß nicht krank werden“ und unterdrücken oft erste Anzeichen eines Infekts mit vorschneller Medikamenteneinnahme. Nicht ausgeheilte Reste einer Erkrankung verbleiben daraufhin im Körper und überfordern das Immunsystem zusätzlich. Schwere Depressionen, Kopfschmerzen, Rückenprobleme, Magenschwüre oder Darmbeschwerden, Erschöpfung und schwere Müdigkeit können schnell in eine Arbeitsunfähigkeit münden oder den Alltag zur Höllenqual machen. Um Stress als Auslöser dieser ernsthaften Erkrankungen zu erkennen, stellen ausführliche Arzt-Patienten-Gespräche, neben der Anwendung chinesischer Diagnostik in Form von Puls- und Zungendiagnose, einen wichtigen Bestandteil in der Chinesischen Medizin dar.

TCM-Experten nehmen sich hierfür besonders viel Zeit und geben Stressgeplagten zudem Hilfestellungen bezüglich ihrer Lebensführung. „Unter der Behandlung gehen viele Patienten oft durch Krisen, aber am Ende steht eine stabile Besserung“, weiß Dr. Schmincke aus Erfahrung. Dies gelingt aber nur durch Einbetten der Gespräche in ein umfassendes Therapiekonzept. Zur 5-Säulen-Therapie zählen Akupunktur und Moxibustion, sanfte Körpertherapien, Qi Gong und vegetarische Kost sowie Behandlungen mit chinesischen Arzneien, die dabei immer die Grundlage bilden.

Einigen Betroffenen helfen aber schon einfache Maßnahmen, um ernsthafte Erkrankungen zu verhindern. So ist tägliche Bewegung in freier Natur ein Muss, um Abstand zum Alltag zu gewinnen. Meditative Qi Gong-Übungen entspannen und harmonisieren Psyche und Geist. Stressgeplagte tun bereits viel für ihre Gesundheit, indem sie für genug Ausgleich nach stressigen Phasen sorgen: Nach einem anstrengenden Einkauf eine Viertelstunde die Beine hoch legen oder nach einem Streit mit dem Partner eine Runde um den Block laufen. Wer diese Methoden beherzigt, erreicht eine automatische Umstellung seines Lebensstils. Sie vermitteln Betroffenen neue Sichtweisen und ebnen Wege nachhaltiger Ausgeglichenheit. (pm)