Brandenburg: Keime im Trinkwasser

Fabian Peters

Keime im Trinkwasser von Brandenburg

23.11.2011

Erneut wurde in mehren Orten Brandenburgs eine Keimbelastung des Trinkwassers entdeckt. In 16 Gemeinden des Landkreises Uckermark und einer Kommune im Landkreis Barnim haben die zuständigen Behörden Enterokokken-Bakterien im Trinkwasser nachgewiesen.

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Während die Verunreinigungen im Landkreis Uckermark bereits seit längerem bekannt sind, wurde die Keimbelastung des Trinkwassers in der Gemeinde Biesenthal (Landkreis Barnim) erst am Dienstag publik. Die Sprecherin des Landkreises Barnim, Marianne Suntrup, bestätigte aktuelle Medienberichte, denen zufolge das Trinkwasser in einer Kindertagesstätte der Gemeinde mit Enterokokken (spezielle Milchsäurebakterien) belastet war. Suntrup forderte die Bewohner von Biesenthal dazu auf, ihr Trinkwasser vorerst abzukochen.

Wasser abkochen um Gesundheitsrisiken zu vermeiden
Die Bakterien im Trinkwasser der Kindertagesstätte wurden laut Aussage von Marianne Suntrup bei Routinekontrollen entdeckt. Seither wird die Kindertagesstätte mit Trinkwasser aus Flaschen versorgt, um mögliche Gesundheitsrisiken auszuschließen. Die Bewohner von Biesenthal sind aus dem selben Grund dazu aufgefordert ihr Trinkwasser abzukochen. Grund zur Panik besteht laut Aussage der Landkreissprecherin jedoch nicht, denn „Abkochen hilft immer.“ Enterokokken sind vor allem für Menschen deren Immunsystem bereits geschwächt ist und für Kleinkinder ein gesundheitliches Risiko. Ihnen drohen Harnwegs- und Magen-Darm-Infektionen, die mit Symptomen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen einhergehen können.

Möglicherweise Mücken Ursache der Trinkwasserverunreinigung
Die Behörden suchen derzeit intensiv nach den Ursachen der Trinkwasserverunreinigung, doch konnten bisher keine konkreten Ergebnisse nennen. „Die Suche nach der Quelle läuft“, so die Aussage von Kreissprecherin Marianne Suntrup. Im Verdacht stehen – wie bereits bei früheren Meldungen – die Kadaver von Mücken. Möglicherweise hätten sich die Tiere vor der Kälte in einem Trinkwasserbehälter geschützt und sind hier verendet, so die Vermutung der zuständigen Stadtwerke. Während in Barnim die Suche nach der Verunreinigungsquelle derzeit anrollt, stehen die Untersuchungen im Landkreis Uckermark kurz vor dem Abschluss. Allerdings konnte auch hier noch keine feststehende Ursache für die Keimbelastung des Trinkwassers genannt werden, so die Angaben der Kreisverwaltung in Prenzlau. Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen werden für Donnerstag erwartet, erläuterte die Landkreissprecherin Ramona Fischer. Die Leitungsnetze im Landkreis Uckermark werden derzeit noch mit Chlor desinfiziert, um die Keimbelastung zu vermeiden. Das Wasser ist jedoch laut Aussage der Behörden benutzbar.

Keimbelastung im Trinkwasser ein generelles Problem?
Das Brandenburgische Gesundheitsministerium in Potsdam erklärte auf Mediennachfrage angesichts der neuerlichen Funde von Keimen im Trinkwasser, dass weitere Fälle von Verunreinigungen in Brandenburg derzeit nicht bekannt seien. Die Nachfrage scheint an dieser Stelle jedoch berechtigt, denn in diesem Jahr wurde bereits aus mehreren Landkreisen Brandenburgs eine Keimbelastungen des Trinkwassers gemeldet. So zum Beispiel aus Potsdam, dem Kreis Barnim und der Stadt Wittenberge (Landkreis Prignitz), wo Escherichia coli Bakterien und sogenannte coliforme Keime nachgewiesen wurden. (fp)