HIV-Test für zu Hause zugelassen

Fabian Peters

Erster HIV-Heimtest in den USA zugelassen

04.07.2012

In den USA wurde ein HIV-Test für zu Hause zugelassen, mit dem jede/r auf unkomplizierte Weise und ohne Arztbesuch überprüfen kann, ob eine Infektion mit HIV vorliegt. Da viele Menschen sich bis heute schämen, eine entsprechende Untersuchung beim Arzt durchführen zu lassen und/oder den Aufwand scheuen, kann der Test für sie eine deutliche Verbesserung bedeuten. Doch er birgt auch Risiken, denn die Wahrscheinlichkeit einer Fehldiagnose ist relativ hoch.

Mit Hilfe spezieller Wattestäbchen ermöglicht der neue Test eine zügige, unkomplizierte Untersuchung auf HIV. Die Arzneimittelzulassungsbehörde der USA, die Food and Drug Administration (FDA), hat dem HIV-Test des Herstellers OraSureTechnologies ein Zulassung erteilt, so dass der Test („OraQuick In-home“) ab Oktober für umgerechnet rund 20 Euro erstanden werden kann. Sowohl der Hersteller als auch die FDA bezeichneten den HIV-Heimtest als enormen Fortschritt bei der Erkennung von HIV. So könne jeder schnell und einfach zu Hause kontrollieren, ob eine Erkrankung an der Immunschwächekrankheit AIDS droht. Nach zwanzig bis vierzig Minuten liefert der Test das Ergebnis, wobei allerdings nur 92 Prozent der HIV-Infektionen tatsächlich erkannt werden. Jede zwölfte Infektion bleibt bei dem HIV-Test für zu Hause demnach unentdeckt.

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HIV-Heimtest liefert nach 40 Minuten das Ergebnis
In Zukunft kann sich in den USA jede/r mit Hilfe des freiverkäuflichen Tests zu Hause auf HIV untersuchen. Ein Abstrich von der Mundschleimhaut genügt und nach maximal 40 Minuten liefert der Test das Ergebnis. Allerdings wird nicht jede HIV-Infektion von dem nun zugelassenen Verfahren zuverlässig erkannt. Laut FDA haben klinische Studien eine 92-prozentige Sicherheit des Tests bei HIV-Erkrankungen ergeben. Dies bedeute, dass bei jedem zwölften Test eines HIV-Erkrankten „falsche negative Ergebnisse zu erwarten" seien, so die Mitteilung der FDA. Demnach besteht durchaus die Gefahr, dass eine vorliegende HIV-Infektion nicht erkannt wird. Der HIV-Heimtest biete keine letzte Sicherheit und kann im Zweifelsfall den Arztbesuch nicht ersetzten, mahnte die FDA. Insbesondere wenn der letzte Kontakt mit HIV-Infizierten erst kurz zurück liegt (maximal drei Monate), ist die Aussagekraft des HIV-Heimtests nur gering.

Viele HIV-Infizierte sind sich ihrer Erkrankung nicht bewusst
Da sich rund 20 Prozent der schätzungsweise 1,2 Millionen HIV-Infizierten in den USA ihrer Erkrankung nicht bewusst sind, sehen die Experten in dem Heimtest – trotz der eingeschränkten Diagnosesicherheit – eine erhebliche Verbesserung. Auch habe der Test zumindest bei gesunden Menschen relativ zuverlässig das korrekte Ergebnis geliefert. Bei lediglich einem von 5.000 gesunden Nutzern des HIV-Heimtests habe dieser fälschlicherweise eine HIV-Infektion angezeigt. (fp)