Legionellen im Sauerland

Fabian Peters

Legionellen Auslöser der Erkrankungswelle in Warstein

20.08.2013

Die Ursache der rätselhaften Erkrankungswelle mit mehr als 60 Erkrankten und zwei Todesfällen im sauerländischen Warstein ist möglicherweise geklärt. Das Gesundheitsamt in Soest verfolgt nach eigenen Angaben eine konkrete Spur, die auf Legionellen-Infektionen hinweist. Bis Montagabend seien „vier positive Legionellenbefunde von insgesamt mittlerweile 64 betroffenen Patienten im Kreishaus“ eingegangen, so die offizielle Mitteilung.

Nach dem Nachweis der Legionellen-Infektionen suchen die Gesundheitsaufseher jetzt die mögliche Quelle der Erreger, wobei die Experten laut Mitteilung des Gesundheitsamtes im Kreis Soest das Leitungs- beziehungsweise Trinkwasser „definitiv“ als Ursache ausschließen. Zwar ist die Verbreitung von Legionellen über das Leitungswasser generell einer der häufigsten Infektionswege, doch zwei Gründen sprechen laut Aussage der Kreis-Mediziner eindeutig gegen dies Möglichkeit. „Zum einen vermehren sich bei einer in den Versorgungsleitungen zurzeit herrschenden Temperatur von 15 Grad keine Legionellen. Zum anderen sind keine Angehörigen der jeweils Betroffenen erkrankt“, so die Mitteilung des Soester Gesundheitsamtes.

Parallelen zu Legionellen-Infektionen in Süddeutschland
Der Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken sieht bei den Legionellen-Infektionen in Warstein Parallelen zu einem Ausbruch in Süddeutschland vor rund drei Jahren. Laut Renken erinnert „das Geschehen stark an einen Vorfall im Jahr 2010 in Ulm“, bei dem „über die Abluft einer klimatechnischen Anlage Legionellen verbreitet worden“ waren. Um die Quelle der Erreger einzugrenzen erfolge eine Befragung der Infizierten „mit einem auf den Legionellen-Verdacht spezifizierten Fragebogen des Bielefelder Landeszentrums für Gesundheit.“ Die Zahl der Krankenhauseinlieferungen hat sich den Behördenangaben zufolge am Montag auf zwei Neueinlieferungen reduziert, „ nachdem am Wochenende von Freitag bis Sonntag noch 30 Patienten ins Warsteiner Krankenhaus Maria Hilf mit den einschlägigen Symptomen eingeliefert worden waren.“

Typische Symptome der Legionärskrankheit
Die durch Legionellen verursachte Legionellose oder auch Legionärskrankheit ist gekennzeichnet durch anfangs eher unspezifischen Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Muskelschmerzen und anhaltenden Reizhusten sowie schwere Lungenentzündungen im späteren Krankheitsverlauf. Oftmals zeigen sich begleitend weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, die zunächst den Verdacht auf eine Grippe beziehungsweise einen grippalen Infekt lenken. Legionellen leben als stäbchenförmige Bakterien im Wasser, wo sie sich bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius besonders gut vermehren können. (fp)

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Bildnachweis: Michael Bührke / pixelio.de