Mäuse Ursache der Coli-Bakterien im Trinkwasser

Heilpraxisnet

Verwesende Tierkadaver verursachen Coli-Bakterien im Trinkwasser

18.07.2011

Die Coli-Bakterien-Belastung im Trinkwasser von Potsdam-Babelsberg wurde vermutlich durch die verwesenden Kadaver von drei Mäusen und einem Maulwurf ausgelöst. Wie die Amtstierärztin Potsdams, Karola Linke, gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ bestätigte, sprechen „die Indizien dafür“, dass die verendeten Tiere Ursache der Keimbelastung waren. Da Coli-Bakterien erhebliche gesundheitliche Beschwerden auslösen können, raten die Behörden der Bevölkerung das Trinkwasser vor Gebrauch vorerst weiterhin abzukochen.

Bereits am vergangenen Mittwoch wurden Coli-Bakterien im Trinkwasser der Region Potsdam-Babelsberg entdeckt. Seither sind die Behörden auf der Suche nach den Ursachen der Keimbelastung und versuchen mit Durchspülungen der Wasserleitungen das Gesundheitsrisiko wieder in den Griff zu bekommen. Die rund 3.700 betroffenen Haushalte in Potsdam und 6.000 Haushalte im Landkreis Barnim sind weiterhin dazu aufgefordert ihr Trinkwasser abzukochen, auch wenn die Keimbelastung in den vergangenen Tagen deutlich zurückgegangen ist. Als mögliche Quelle der Verunreinigung in Potsdam nannten die Behörden nun die Kadaver von drei toten Mäusen und einem Maulwurf, die in einem Trinkwasserbecken gefunden wurden.

Weitere Laborergebnisse zu den Coli-Bakterien erwartet
Nach Einschätzung der Amtstierärztin Karola Linke sprechen die Indizien dafür, dass die Belastung des Trinkwasser mit den gesundheitsgefährdenden Coli-Bakterien durch die drei verwesenden Mäuse und den Maulwurf ausgelöst wurde. Eine abschließende Aussage sei zu dem jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht möglich, da die Keime auch bei starkem Regen von Baustellen ins Trinkwasser gespült worden seien könnten. Genauere Aussagen hierzu lassen sich den Angaben der Expertin zufolge erst am Dienstag machen, da dann die Laborergebnisse zu den Wasserproben vorliegen, die nach dem starken Regenereignis am Sonntag in der Region genommen wurden. „Wir warten auf die Befunde der zweiten Proben“, erklärte die Amtsärztin am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Sollten diese einen weiteren Rückgang der Keimbelastung bestätigen, könne eine Verunreinigung durch Niederschlagswasser ausgeschlossen werden.

Coli-Bakterien und coliforme Keime
Bis die Verunreinigung mit den Coli-Bakterien wieder auf ein unbedenkliches Maß reduziert werden kann, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen, erklärte eine Sprecherin des Landkreises Barnim. Denn in den ländlichen Gebieten „haben wir lange Rohrleitungen. Da dauert die Durchspülung entsprechend lang“, erläuterte die Landkreissprecherin. So ist die Bevölkerung weiterhin dazu aufgefordert, das Trinkwasser vor dem Gebrauch abzukochen, um mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Denn Coli-Bakterien können eine Vielzahl gesundheitlicher Beschwerden wie zum Beispiel Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auslösen. Auch die im Rahmen der EHEC-Infektionswelle zu zweifelhafter Bekanntheit gelangten E.coli-Bakterien (Escherichia coli) zählen zu den sogenannten Coli-Bakterien. Darüber hinaus werden auch andere coliforme Keime wie zum Beispiel bestimmte Enterobakterien unter dem Sammelbegriff Coli-Bakterien zusammengefasst.

Zu große Leitungskapazitäten begünstigen Verunreinigungen
Insgesamt ist das Gesundheitsrisiko durch die Keimbelastung des Trinkwassers laut Aussage der Experten nicht zu unterschätzen und so können die Behörden mit ihren Warnungen kaum vorsichtig genug sein. Ein Problem was bei der Bildung von Verunreinigung in den Leitungen der Wasserwerke jedoch auch eine Rolle spielt, sind die Durchmesser der Wasserleitungen. Denn diese sind auf deutlich höhere Durchleitungsmengen ausgelegt, die Kapazitäten werden jedoch – nicht zuletzt aufgrund des massiven Bevölkerungsrückgangs in einige Regionen – nur zum Bruchteil ausgenutzt. Damit geht der Selbstreinigungseffekt der Leitungen verloren und es werden vermehrt Keime gebildet, die schlimmstenfalls erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen in der Bevölkerung hervorrufen können. (fp)

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