Magenprobleme und Haarausfall durch zu viel Selen

Sebastian

Zusätzliche Gabe von Selen umstritten

13.02.2013

Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) weist in einer aktuellen Erklärung daraufhin, dass der übermäßige Verzehr von Selen toxisch wirkt. Gesunde Menschen benötigen zudem keine Extrazufuhr durch Nahrungsergänzung, wenn die Nahrungszufuhr abwechslungsreich ist.

Verzehren gesunde Menschen Selen-Präparate in Übermaß, können schwere Beschwerden auftreten. Zuviel Selen kann eine Vergiftung verursachen, wie Prof. Helmut Schatz von der DGE erklärte. Betroffene leiden meist an Bauchschmerzen, Magendarmbeschwerden, Haarausfall und Veränderungen der Nägel. Auch seien nach Angaben des Mediziners Symptomatiken wie Gereiztheit, Müdigkeit oder Nervenirritationen möglich. Schatz mahnt, dass die künstliche Selen-Zufuhr auch das Risiko der Stoffwechselstörung Diabetes Typ II erhöht. Sind Menschen gesund, nehmen sie Selen im Normalfall in ausreichender Menge über alltägliche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Milch, Meeresfrüchte oder Getreideprodukte wie Brot auf.

Nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen
Nur in Absprache mit dem Arzt sei eine zusätzliche Gabe empfehlenswert. Es gebe Hinweise, dass ein Mangel an Selen zu Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit bei Männern, Gemütsschwankungen, Alzheimer, Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und entzündliche Gelenkerkrankungen führen kann. Das seien jedoch nur Hinweise und keine überprüfbaren Tatsachen. Auch kann nicht gesagt werden, dass eine zusätzliche Einnahme von Selen beschriebene Krankheiten verhindern könnte. In der Fachwelt sei zudem umstritten, ob die Gabe von Selen bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wirklich notwendig ist.

Eine Studie der internationalen Forschervereinigung Cochrane hatte in einer Metaanalyse herausgefunden, dass die Einnahme von Selen zur Vorsorge keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern kann. Zudem konnten auch keine Verbesserungen der Beschwerden bei bereits erkrankten Herzpatienten ermittelt werden. Für die Forschungsarbeit wurden die Daten von über 20.000 Patienten aus 12 groß angelegten Studien ausgewertet. „Es gab keine statistisch signifikanten Effekte von Selen-Supplementierung auf die Sterblichkeit“, resümierten die Forscher. (sb)

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Bild: Tomihahndorf, Wikipedia