Mini-EKG: Kleinstes EKG einer Patientin eingesetzt

Alfred Domke

Mini-EKG rettet Leben

09.03.2014

Im bayerischen Aichach ist einer Frau das kleinste EKG der Welt eingesetzt worden. Mit diesem Mini-EKG können die Mediziner den Herzrhythmus der Patientin einfach und dauerhaft überwachen. Herzrhythmusstörungen können einen Schlaganfall verursachen und daher kann das neuartige Gerät lebenswichtig sein.

Kleinstes EKG der Welt
Einer 59-jährigen Frau aus dem bayerischen Egenhofen im Landkreis Fürstenfeldbruck wurde nun ein Mini-Herzmonitor im Aichacher Krankenhaus eingesetzt, wie die Augsburger Allgemeine berichtete. Die Patientin, die an Herzrhythmusstörungen leidet, hatte oft mit Beschwerden wie Schwindel, Schmerzen im Arm oder mit Übelkeit zu kämpfen. Mit dieser medizinischen Neuheit, die ihr Dr. Eimo Martens eingesetzt hat, kann der Arzt den Herzrhythmus der Patientin Kerstin Landgraf einfach und dauerhaft überwachen. Den Angaben der Kliniken an der Paar zufolge, handelt es sich dabei um das kleinste EKG der Welt.

Hunderttausende mit Herzrhythmusstörungen
Frau Landgraf fühlte sich zuvor lange Zeit von Medizinern nicht ernst genommen und meinte: „Seit 1993 war ich bei unterschiedlichen Ärzten und immer hieß es, dass alles in Ordnung ist.“ Wie der Leiter der Fachabteilung für Innere Medizin und Kardiologie der Kliniken an der Paar in Aichach und Friedberg, Dr. Heiko Methe, sagte, habe er schon öfters ähnliche Leidensgeschichten gehört. In Deutschland leiden mehrere Hunderttausend Menschen an Herzrhythmusstörungen, die schlimmstenfalls auch für einen Schlaganfall verantwortlich sein könnten. Der Herzrhythmus wird bei einem herkömmlichen EKG-Gerät bis zu sieben Tagen aufgezeichnet. Doch Methe erklärte, dass Ärzte die Störungen oftmals nicht festhalten könnten. Mediziner seien daher in den letzten Jahren dazu übergegangen, den Patienten Ereignis-Rekorder einzusetzen, die dauerhaft die Herzaktivitäten aufzeichnen. Diese Geräte, die etwa so groß wie ein Feuerzeug sind, werden bei lokaler Betäubung unter der Haut neben dem Brustbein eingesetzt.

Eingriff dauert fünf bis zehn Minuten
Dieser bislang aufwendige Eingriff ist mit den neue Mini-Herzmonitoren, die nur ein Drittel so groß sind, wie eine AAA-Batterie, viel leichter geworden. Und so erklärte Martens, er mache nur einen kleinen Schnitt, um das Mini-EKG unter die Haut des Patienten zu schieben. Der ganze Eingriff dauere nur fünf bis zehn Minuten und die Patienten könnten noch am gleichen Tag die Klinik verlassen. Der Arzt setzte der Patientin das Gerät Ende Februar ein und nun schickt ein Transmitter jeden Abend ihre Daten in die Klinik, wo Martens sie auswertet. Bei dem Transmitter handelt es sich um ein kleines Gerät in der Wohnung der Patientin, das drahtlos mit dem Mini-EKG verbunden ist. Der ältere, größere Ereignis-Rekorder, musste alle drei Monate im Krankenhaus mit einem weiteren Gerät abgelesen werden.

Diagnose viel schneller möglich
Martens spricht über die Vorteile des neuen Gerätes: „Tritt bei den Patienten mit dem Mini-Herzmonitor eine Herzrhythmusstörung auf, so können wir nun viel schneller als bisher eine Diagnose stellen und auch eine adäquate Therapie einleiten.“ Seiner Aussage nach kostet der Eingriff inklusive der Heimnachsorge etwa 2.800 Euro, die von der Krankenkasse bezahlt werden. Da die Batterie des Mini-EKG bis zu vier Jahre hält, lassen sich die Patienten über einen langen Zeitraum hinweg überwachen. Das Gerät kann aber auch mit einem kleinen Eingriff wieder entfernt werden. Patienten mit einem implantierten Mini-EKG könnten sogar in einem MRT oder Kernspin untersucht werden, falls dies nötig ist und das ohne dass das Gerät dafür entfernt werden muss. (ad)

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Bild: Medtronic GmbH