Osteopathie: Todestag von Andrew Taylor Still

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Begründer der Osteopathie

Osteopathie: Todestag von Andrew Taylor Still

Heute vor 93 Jahren, am 12. Dezember 1917, starb der Begründer der Osteopathie, Andrew Taylor Still. Zeit, um diesen Augenblick zu nutzen, einen Rückblick auf die Wurzeln der Osteopathie zu vollziehen und sich die heutige Situation der Osteopathie anzuschauen.

Wurzeln der Osteopathie
Andrew Taylor Still ist als Sohn von Abram und Martha Still 1828 geboren. Sein Vater war ein methodistischer sehr aktiver und engagierter Prediger, der sich immer offen gegen die Sklaverei ausgesprochen hat. Taylor hatte nach eigenen Aussagen, vermutlich endgültig motiviert nach persönlichen Schicksalschlägen, am 22. Juni 1874 vormittags die Eingebung, das Konzept der Osteopathie zu begründen. Er wollte ohne Medikamente, nur durch die Kraft seiner therapeutischen Hände, die Selbstheilungskräfte- für ihn „Die Apotheke Gottes“- im Patienten aktivieren. 1897 eröffnete er schliesslich im us- amerikanischen Kirksville im Bundesstaat Missouri die weltweit erste „American School of Osteopathy“ (ASO).

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Seitdem ist die Osteopathie nicht stehengeblieben, sondern hat sich stetig weiterentwickelt und in fast allen Industriestaaten der Erde verbreitet. Viele Osteopathen haben neue Konzepte entwickelt und die Osteopathie bereichert. Wie beispielsweise die Osteopathen Peter Wührl, Jerome Helsmoortel und Thomas Hirth die Behandlung und Sichtweise der inneren Organe.

Osteopathie heutzutage
Verfolgt man die Tätigkeitsfelder der Osteopathie in den letzten Jahren und schaut man sich die Ergebnisse von Umfragen unter Osteopathen, wie zum Beispiel von der kanadischen Osteopathin Jane Stark DOMP, an, so ist die Osteopathie zum großenTeil zu einer reinen Behandlung des Bewegungsapparates geworden. Beschwerden wie Kopfschmerzen am Hinterkopf, Rückenschmerzen, Schmerzen beim Armheben oder Knieschmerzen sind mit die Hauptgründe, weswegen Menschen eine osteopathische Praxis aufsuchen.

Christian Hartmann vom Jolandos- Verlag in Pähl ist es zu verdanken, dass in diesem, sehr osteopathisch ausgerichtetem Verlag, auch alte Osteopathiebücher neu aufgelegt werden. So bekommen gerade Osteopathen jüngeren Semesters einen Eindruck davon, wie zu Beginn des letzten Jahrhunderts die Osteopathen an die Patienten und ihre Beschwerden rangegangen sind.
Ein gutes Beispiel ist das Buch „Angewandte Anatomie“ von Marion Edward Clark, das der Jolandos Verlag nun auf deutsch übersetzt hat. Der Autor Clark hat 1899 als bester Student auf der American School of Osteopathy von Still graduiert und 1906 erschien dieses Buch, als eines von zweien, die er geschrieben hat. Clark beschreibt jeden einzelnen Wirbel, jede Rippe, jedes Organ und auch bestimmte Zustände wie Schwangerschaft oder Körperfunktionen in jeweils einzelnen Kapiteln. Beim Lesen wird klar, was Osteopathen damals alles behandelt haben: Clark beschreibt Leberkoliken, fibroide Tumore, Schilddrüsenüberfunktion und andere Erkrankungen im Zusammenhang mit osteopathischen Behandlungen und Beobachtungen.

Als Andrew Taylor Still 1917 starb, hatte er bereits seit drei Jahren nicht richtig sprechen können, weil ihn 1914 ein Schlaganfall ereilt hatte. Schon in den Jahren davor hatte Still, laut der Biografie über ihn von der Us- Amerikanerin Carol Trowbridge, mit ansehen müssen, wie die Osteopathie durch Schüler Stills aus monetären Gründen oder für eine breitere gesellschaftliche Akzeptanz an der Loyalität der Grundüberzeugungen verlor. Es bleibt zu hoffen, dass das Wesen der Osteopathie, welches Still begründete und die letzte überlieferte Botschaft Stills an die Osteopathie weiter am Leben erhalten werden:“Keep it pure.“ (tf, 12.12.2010)

Literaturangaben:
„Andrew Taylor Still 1828-1917- Eine Biografie über den Entdecker der Osteopathie“; Carol Trowbridge; Jolandos- Verlag
„Angewandte Anatomie“; Marion Edward Clark; Jolandos- Verlag