Kopfschmerzen vom Hinterkopf ausstrahlend

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Kopfschmerzen am Hinterkopf

Ein großer Teil von Kopfschmerzbetroffenen klagt über Kopfschmerzen, die vom Hinterkopf ausstrahlen. In der Praxis werden diese als Spannungskopfschmerzen bezeichnet und von der Migräne getrennt betrachtet. Häufig werden die Kopfschmerzen, die vom Hinterkopf ausstrahlen, mit einem Nerven in Verbindung gebracht, der am Hinterkopf auf seinem Weg durch die Nackenmuskulatur verläuft und bei einer Verspannung letzter abgeklemmt wird und die Schmerzen verursachen kann.






Inhaltsverzeichnis:
Synonyme
Symptome und Beschwerden
Funktionelle Ursachen
Behandlungsmöglichkeiten

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Synonyme

Okzipitalkopfschmerz, Hinterkopf- Kopfschmerz, Hinterkopfschmerz, Occipitalis major- Kopfschmerz, Ziehen am Hinterkopf, Spannungskopfschmerz, tension headache, pain at the back of head, occipital headache, Kopfschmerz Hinterkopf, Rückenschmerzen bis zum Kopf.

Symptome und Beschwerden

Symptome und Beschwerden bei Kopfschmerzen, die vom Hinterkopf ausstrahlen: Die Kopfschmerzen ziehen vom Hinterkopf nach oben bis zur Kopfmitte. Teilweise auch mit Ausstrahlungen in die seitlichen Areale (Schläfen) oder bis in die Augen oder die Stirn. Es gibt einen Nerven, der vom zweiten Halswirbel durch die Muskulatur am Hinterkopf bis ca. zur Mitte des Schädels zieht- es ist der große Hinterkopfnerv (Nervus occipitalis major). Die oben beschriebenen Beschwerden treten genau in seinem anatomischen Verlauf auf.

Funktionelle Ursachen

Der überwiegende Teil der Kopfschmerzen die vom Hinterkopf ausstrahlen, sind sogenannte Spannungskopfschmerzen. Sie werden mit einem Nerven (Nervus occipitalis major) in Verbindung gebracht, der hier auf seinem Weg direkt durch eine bei Betroffenen möglicherweise angespannte Nackenmuskulatur verläuft und durch ein Abklemmen gereizt wird.

Dass zum Teil bei Betroffenen über sein Versorgungsgebiet hinaus Beschwerden bestehen, wie Augendruck und- schmerzen, Kieferschmerzen, Druck oder Schmerzen in der Stirn oder den Schläfen (Schläfenschmerzen), das schreibt man seinen Verbindungen zu anderen Nerven am Kopf zu (Jean- Pierre Barral). Es wird aber auch vermutet, dass durch die direkten regionalen anatomischen und auch indirekten nervalen Verbindungen zwischen Kopf- und Kiefergelenk, es hier zu gegenseitigen Beeinflussungen, verbunden mit dem Auftreten von Beschwerden, kommen kann.

Da der Hinterkopfnerv auf seinem Weg direkt durch die Nackenmuskulatur verläuft, nimmt man an, dass er dort quasi „abgeklemmt“ wird. Wenn die Nackenmuskulatur dauerhaft sehr angespannt ist, wie das bei vielen durch Büro- PC- Arbeit oder bei psychischer Anspannung mit Hochziehen der Schultern der Fall ist, dann wird er wohl an dieser Engstelle gereizt. Hinzu kommt, dass häufig der zweite Halswirbel durch vergangene Autounfälle (Schleudertrauma) oder eine Überlastung durch chronisches Überstrecken des Kopfes in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist und zusätzlich den Nerven abklemmt. Oder dass er vermutlich bei vielem Arbeiten am Monitor durch das nach vorne nehmen des Kopfes die Halswirbelsäule stabilisiert und dem ganzen System noch versucht Halt zu geben. Bei einigen kann es dann auch am Übergang zwischen Hals- und Brustwirbelsäule zum Auftreten eines Durchbrechgefühl kommen.

Behandlungsmöglichkeiten

In einer osteopathischen Behandlung wird versucht, die Spannung der Nackenmuskulatur zu reduzieren und die Beweglichkeit des zweiten Halswirbels wiederherzustellen und ihn gleichzeitg zu entlasten. Anschließend wird nach den Gründen für die hohe Muskelspannung geschaut, die in der Brustwirbelsäule, im Umgang mit Stress oder allein nur der Position Ihres Bildschirmes zu Hause oder auf der Arbeit liegen können.

Kopfschmerzen am Hinterkopf: Ein Behandlungsbeispiel aus der Osteopathie.
Kopfschmerzen am Hinterkopf: Ein Behandlungsbeispiel aus der Osteopathie. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Das bedeutet, dass es neben der Diagnose und Behandlung der lokalen Beschwerden wichtig ist, das gesamte System der Halswirbelsäule mit seinen Verbindungen zu betrachten, die für das Auftreten von Beschwerden mitverantwortlich sein können, wie dies in der Osteopathie und dem Rolfing geschieht. Bei „einfachen“ Nackenverspannungen können manchmal Wärmeanwendungen helfen, indem eine vermehrte Durchblutung die Sauerstoffversorgung verbessert und damit eine Entspannung erzielt wird. Dazu eignen sich beispielsweise Auflagen aus heißen Kartoffeln, Heusäcke, Fangopackungen, Moxaanwendungen oder Wärmepflaster.

Wenn negative Stressfaktoren, Belastungen und Anspannungen bei der Schmerzentwicklung durch Muskelkonzentration im Vordergrund stehen, sind Arbeits- und Freizeitbedingungen zu analysieren und ggfs. mit professioneller Unterstützung zu regulieren. Das Erlernen der progressiven Muskelrelaxation nach Jacobsen, von Feldenkrais- Übungen, Atemtechniken oder des Autogenen Trainings fördert die Fähigkeit zur körperlichen und seelischen Tiefenentspannung.

In Hypnotherapie und Selbsthypnose können darüber hinaus ungünstige Glaubenssätze modifiziert und Lösungen, wie neue Einstellungen entwickelt werden, aus denen dann förderliche Verhaltensweisen resultieren können. Bei ausgeprägter vegetativer Dysbalance werden übergangsweise auch beruhigende und stimmungsregulierende pflanzliche Medikamente verabreicht (z.B. Baldrian, Hopfen, Johanniskraut, Passionsblume). (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie & Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin, 17.01.2010)