Knieschmerzen – Schmerzen im Knie: Ursachen und Therapie

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Schmerzen am Knie

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk im menschlichen Körper und ermöglich unter anderem das Gehen, Laufen, Springen, Stehen und Sitzen. Das Drehwinkelgelenk besteht aus Knochen, Gelenknorpel, Sehnen, Bändern, Muskeln und weiteren Gelenkstrukturen, die durch Entzündungen, Verletzungen und Verschleißerscheinungen beeinträchtigt oder sogar zerstört werden können.

Das Knie ist großen Belastungen ausgesetzt. Vor allem Menschen mit Fehlstellungen wie O-Beinen oder X-Beinen, Übergewicht oder Personen, die berufsbedingt viel knien wie beispielsweise Fliesenleger, haben häufig Schmerzen im Bereich der Knie. Oft machen sich diese bei bestimmten sportlichen Aktivitäten, beim Laufen, Treppensteigen und/ oder Bergabgehen bemerkbar. Die Schmerzintensität reicht von leichten vorübergehend auftretenden Beschwerden bis hin zu starken, andauernden Schmerzen, die beim Gehen einschränken oder es sogar unmöglich machen.

Knieschmerzen sind bei jungen Menschen meist auf Verletzungen zurückzuführen, während bei Älteren häufiger Verschleißerscheinungen (Arthrose) auftreten. Leichte, kurzzeitig auftretende Knieprobleme verschwinden oft von alleine. Bei anhaltenden Beschwerdenoder bei Verletzungen beispielsweise nach Unfällen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Definition

Knieschmerzen sind Schmerzen, die im Bereich des Knies auftreten. Sie können oberhalb, unterhalb, seitlich, auf oder hinter der Kniescheibe sowie in der Kniekehle oder tief im Gelenk lokalisiert sein. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von einer leichten Überbelastung bis hin zu einer fortschreitenden Degeneration des Kniegelenks. Sowohl die Gelenkknorpel als auch die umgebenden Strukturen wie Bänder und Muskeln können betroffen sein.

Schmerzen im Bereich des Knies treten häufig infolge von Verletzungen oder Gelenkverschleiß auf. (Bild: artstudio_pro/fotolia.com)

Symptomatik

Das Kniegelenk bildet die Verbindung von Unterschenkel (Schienbein, Tibia) und Oberschenkel (Femur). Die beiden halbmondförmigen Menisken (Knorpelscheiben) im Kniegelenk fungieren dabei als Puffer zwischen den beiden Knochen. Vorne liegt die knöcherne Kniescheibe (Patella) auf dem Kniegelenk, das durch Bänder wie dem inneren, den Seiten- und den Kreuzbändern sowie durch Muskeln zusammengehalten wird.

Wenn eine oder mehrere dieser Gelenkstrukturen erkranken oder geschädigt werden, kann es zu Schmerzen und anderen Beschwerden wie Bewegungseinschränkungen kommen. Die Schmerzen können abhängig von der Ursache als drückend, stechend oder ziehend empfunden werden. Sie können auf, hinter, unterhalb, oberhalb oder seitlich der Kniescheibe, in der Kniekehle oder innen im Kniegelenk auftreten.

Häufig verspüren Betroffene sie bei bestimmten sportlichen Aktivitäten, wenn sie laufen, Treppen steigen und/ oder Bergabgehen. In einigen Fällen strahlen die Schmerzen in die Wade oder den Oberschenkel aus, teilweise zeigen sich auch Gesäßschmerzen. Tritt eine Schwellung aufgrund einer Entzündung auf, ist die betroffene Stelle häufig gerötet und überwärmt.

Die Dauer und Intensität der Beschwerden kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. So erleben einige Betroffene nur leichte, vorübergehend auftretende Knieprobleme, andere wiederum haben mit anhaltenden, massiven Schmerzen zu kämpfen, die zu Einschränkungen beim Gehen führen oder dieses sogar unmöglich machen.

Schmerzen im Knie durch Verletzungen

Zu den häufigsten Ursachen zählen Verletzungen. So kann es beispielsweise durch Aufprallunfälle und Stürze zu Frakturen im Bereich des Kniegelenks kommen wie Brüche der Kniescheibe, der Oberschenkelrollen oder des Schienbeinplateaus. Meist müssen solche Frakturen chirurgisch versorgt werden, indem eine Osteosynthese (chirurgische Versorgung des Bruchs mit Implantaten) durchgeführt wird. Betroffene Knochenteile werden dabei mit Titan- oder Stahlplatten und sogenannten Marknägeln oder Stellschrauben fixiert. Hinzu kommt häufig eine Unterfütterung der bei Unfälle oft eingedrückten Gelenkfläche mit körpereigenem Knochen- oder keramischen Material.

Frakturen der Kniescheibe sind eher selten, heilen aber bei einfachen Brüchen und entsprechender Versorgung gut aus. Bei Querbrüchen muss ein operativer Eingriff erfolgen, da anderenfalls durch die enorme Kraft des Quadrizeps mit folgenschweren Komplikationen zu rechnen ist wie dem Ausbleiben der Heilung des Bruchs (Pseudoarthrose).

Unfallbedingte Verrenkungen (Luxation) des Kniegelenks führen häufig zur Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit, da dabei viele Bänder reißen. Auch eine Verrenkung der Kniescheibe (Patellaluxation) oder eine Patellalateralisation, bei der sich die Kniescheibe aufgrund einer Instabilität seitlich verschiebt, sind möglich.

Ursache für einen Kreuzbandriss sind meist Sportunfälle. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Zu den häufigsten Bänderrissen im Bereich des Kniegelenks gehören Kreuzbandrisse sowie Innen- oder Außenbandrisse. Eine Kreuzbandruptur ist häufig das Resultat von Sportunfällen beispielsweise beim Fußballspielen, Skifahren oder Handballspielen. Durch die sogenannte Flexions-Valgus-Außenrotations-Stellung kommt es zum Kreuzbandriss, bei der das Knie ungewollt gebeugt, in der X-Beinstellung und nach außen gedreht wird, während der Unterschenkel fest stehen bleibt.

Kreuzbandrisse sind von Gefäßrissen begleitet, die zu Blutungen in das Kniegelenk führen. Bei Unfällen kann es auch zum Riss der Kniescheibensehne oder Sehne des Oberschenkelstreckers kommen.

Verletzungen am Meniskus führen ebenfalls häufig zu Beschwerden im Knie. Dabei können eine Meniskusruptur (Meniskusriss), eine Meniskusquetschung, eine Anomalie wie beispielsweise der Scheibenmeniskus oder degenerative Veränderungen am Meniskus auftreten.

Überlastung als Ursache von Knieschmerzen

Durch Überbelastung können die Knochen, Knorpel, Muskeln, Sehnen und Bänder gereizt werden, was eine Entzündung zur Folge haben kann. So kommt es beim Patellaspitzensyndrom zur chronischen Überlastungserkrankung des Kniescheibenstreckapparates am Knochen-Sehnenübergang der Patellaspitze.

Das auch als „Springerknie“ (englisch „Jumper’s knee“) bezeichnete Syndrom zeigt ein ähnliches Beschwerdebild wie das des „Tennisarms“ und wird häufig als sehr schmerzhaft empfunden. Die Überlastung der Kniescheibensehne führt zu einer Verhärtung und Kalkeinlagerungen im Sehnenansatz an der Kniescheibe. Häufig leiden Sportler, die Leichtathletik oder Ballsportarten betreiben, am Patellaspitzensyndrom.

Bei der sogenannten Chondromalacia patellae haben Betroffene ebenfalls zum Teil starke Knieschmerzen. Die Erkrankung, die im englischen Sprachraum auch als „Runner’s knee“ bezeichnet wird, führt zu einer Erweichung und Degeneration des Knorpels an der Unterseite der Kniescheibe. Betroffen sind vor allem junge und sportlich aktive Menschen. Die Beschwerden treten dabei häufig an der Vorderseite des Knies bzw. in Form von Kniescheibenschmerzen auf.

Meist führen Überbeanspruchung, besonders hohe Kräftewirkung auf die Knorpel, Funktionsstörungen der Oberschenkelmuskulatur, Trauma, chronischer Verschleiß sowie Entzündungen des Kniegelenks, die X-Bein-Stellung, ein Kniescheibenhochstand oder eine Bänderschwäche zu Chondromalacia patellae.

Unter dem im deutschen Sprachraum als „Läuferknie“ bezeichneten Schmerzsyndrom handelt es sich um eine Fehl- und Überbelastungserkrankung, dem sogenannten iliotibialen Bandsyndrom, das ebenfalls Knieprobleme verursacht. Sie entstehen, weil der Tractus iliotibialis (Sehnenplatte, die außen am Oberschenkel zum Schienbein verläuft) über die Knochen des Kniegelenks scheuert. Durch die Reizung kommt es zur Entzündung des Gewebes.

Das so genannte Plica-Syndrom kann durch chronische Überlastung des Knies entstehen und betrifft oft Radrennfahrer. (Bild: nokturnal/fotolia.com)

Auch das sogenannte Plica-Syndrom führt häufig zu Kniebeschwerden, bei dem Vergrößerungen und Verdickungen beziehungsweise Falten (Plica) der Gelenkhaut aufgrund von Entzündungen anschwellen und schmerzhaften Einklemmungen im Gelenk bilden. Die Falten können ober- und unterhalb der Kniescheibe, seitlich und zur Gelenkmitte hin auftreten, so dass Schmerzen hinter der Kniescheibe sowie Schwellungen bis hin zu Knorpelschäden auftreten. Häufig sind Kraft- und Radsportler betroffen. Zudem kann aber auch eine frühere Verletzung zum Plica-Syndrom führen.

Schmerzen im Knie durch Entzündungen

Entzündungen des Kniegelenks führen häufig zu Beschwerden. Dabei können einer Arthritis (Gelenkentzündung) unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Zu den häufigsten Formen der Arthritis gehört die rheumatoide Arthritis. Auslöser der Erkrankung ist eine Fehlsteuerung der Immunabwehr, so dass die eigenen Gelenke und Gewebe angegriffen und zerstört werden. Deshalb wird rheumatoide Arthritis zu den Autoimmunerkrankungen gezählt. Meist zeigt sie sich symmetrisch durch Schwellungen beider Kniegelenke, typische sind weiterhin Morgensteifigkeit der Gelenke und bewegungsabhängige Schmerzen.

Weitere Ursachen für Entzündungen können beispielsweise Reizungen (z.B. beim Läuferknie) sein. Darüber hinaus können Infektionen durch Viren oder Bakterien zu Entzündungen im Kniebereich führen. Hierzu zählen die Infektionskrankheiten Röteln, Ringelröteln, Hepatitis B, Hepatitis C, HIV und Mumps. Bakterien, die Entzündungen im Kniegelenk auslösen können, sind beispielsweise Staphylokokken, Streptokokken, Salmonellen, Campylobacter und Borrelien. Auch Pilze, wie zum Beispiel der Gattung Candida, können Entzündungen verursachen.

Schmerzen am Knie sind häufig auf eine sogenannte Bursitis, eine Schleimbeutelentzündung zurückzuführen. Im Knie befinden sich beispielsweise seitlich, auf oder unterhalb der Kniescheibe oder als Verbindung mit dem Gelenkinnenraum Schleimbeutel. Die innenliegenden Schleimbeutel werden in erster Linie bei Brüchen verletzt. Die vor und unterhalb der Kniescheibe liegenden Schleimbeutel sind häufig aufgrund der hohen Druckbelastung, der sie unterliegen, entzündet. Beispielsweise Fliesenleger sind häufiger von chronischen Schleimbeutelentzündungen betroffen. Aber Stürze und Aufprallunfälle oder eine entzündete Wunde können eine Bursitis verursachen.

Menschen die von sogenannten chronischen Kniebinnenerkrankungen betroffen sind, leiden zudem häufig an der Baker-Zyste, eine mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung in der Kniekehle. Als Ursachen gelten unter anderem rheumatoide Arthritis und chronische Meniskusschäden. Kommt es zu einer Verletzung oder Schädigungen des Knies, wird durch Entzündungsvorgänge vermehrt Gelenkflüssigkeit gebildet. In der Folge erhöht sich der Gelenkinnendruck, der das umgebende Bindegewebe erschlaffen lässt. Eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste entsteht, die Baker-Zyste.

(Bild: designua/fotolia.com)
Die Rheumatoide Arthritis ist durch entzündliche Prozesse geprägt, die massive Schmerzen in dem betroffenen Gelenk bedingen. (Bild: designua/fotolia.com)

Knorpel-Knochenschäden als Ursache

Eine weitere Erkrankung, von der vor allem Jungen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren aber auch Sportler betroffen sind ist Morbus Osgood-Schlatter. Bei der Wachstumsstörung lösen sich Knochenstücke aufgrund einer Reizung der Kniescheibensehne (Patellarsehne) am vorderen Schienbein ab und können absterben, so dass es zur Entstehung einer sogenannte aseptischen Osteonekrose kommt. Dabei handelt es sich um einen abgestorbenen Knochenbezirk am Ansatz des Kniescheibenbandes (Patellarsehne) unterhalb der Kniescheibe.

Als Ursachen werden trainingsbedingte Mikroverletzungen oder Überlastungen, eine verminderte Belastbarkeit des Schienbeins während der hormonellen Veränderungen in der Pubertät, Übergewicht und lokale Durchblutungsstörungen angenommen.

Die Sinding-Larsen-Johansson-Krankheit tritt ebenfalls in erster Linie bei männlichen Jugendlichen und Sportlern auf. Die schmerzhafte Entzündungsreaktion am Ursprung der Patellasehne an der Spitze der Kniescheibe kann dazu führen, dass sich ein Knochenstück aus der Kniescheibe löst und abstirbt. Die Ursache von Morbus Sinding-Larsen-Johansson ist eine Überlastung.

Knieschmerzen können bei Kindern und Jugendlichen auch auf Morbus Panner (Osteochondrosis dissecans) zurückzuführen sein. Die Knochennekrose betrifft vor allem Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren. Dabei kommt es zur Bildung einer sogenannten Gelenkmaus, eines freien Knorpel-Knochenteils, dessen Ursache auf Durchblutungsstörungen, Überlastung oder einen unbekannten Auslöser zurückzuführen ist. Der freie Gelenkkörper kann sich in das Gelenk absetzen und schwere Einklemmungen, Schädigungen am Knorpel und im späteren Verlauf Arthose verursachen.

Eine weitere Ursache bei Kleinkindern (und seltener Jugendlichen) ist die Blount-Krankheit. Betroffene leiden an einer Verformung des Unterschenkelknochens aufgrund einer Wachstumsstörung der medialen Wachstumsfuge.

Bei Chondropathia patellae handelt es sich um Knorpelerkrankung auf der Rückseite der Kniescheibe. Zu den typischen Beschwerden gehören Schmerzen beim Treppensteigen, beim Aufstehen nach längerem Sitzen und beim Hinhocken. Dabei unterliegt der Gelenkknorpel auf der Rückseite der Kniescheibe degenerativen Veränderungen, die erst dann schmerzhaft werden, wenn die Degeneration bereits so weit fortgeschritten ist, dass auch der darunterliegende Kniescheibenknochen angegriffen ist. Bei einer Beteiligung des Oberschenkelknochens wird vom patellofemoralen Schmerzsyndrom gesprochen. Siehe auch Kniegelenkschmerzen.

Stoffwechselstörungen können zu einer Verformung und Schädigung der Kniegelenke führen. (Bild: artstudio_pro/fotolia.com)

Schmerzen im Bereich des Knies durch Stoffwechselerkrankungen

Ursache kann ein einen akuter Gicht-Anfall sein. Dabei lagern sich Harnsäurekristalle, die nicht abgebaut wurden, unter anderem in den Gelenken und den inneren Organen ab und können starke Schmerzen auslösen. Harnsäure fällt als Stoffwechselprodukt auch bei gesunden Menschen an. Jedoch wird sie normalerweise durch den Stoffwechsel ausreichend abgebaut.

Störungen des Stoffwechsels können zur Bildung von Harnsäureansammlungen führen, die Verformung und Schädigung der Gelenke zur Folge haben können. Als sogenannte Pseudogicht wird die Entstehung und Ablagerung von Pyrophosphatkristallen bezeichnet, die ebenfalls zu starken Gelenkschmerzen führen kann.

Menschen, die an der Bluterkrankheit (Hämophilie) leiden, haben Knieschmerzen aufgrund von Blutungen im Gelenk. Die erste Blutung in einem Gelenk (Initialblutung) wird häufig durch einen Unfall verursacht. Es kommt zur Freisetzung von Enzymen durch die Gelenkinnenhaut (Membrana synovialis), durch die das im Gelenk befindliche Blut abgebaut wird. Deshalb vergrößert sich bei großen Ergüssen die Synovia (Gelenkschmiere), die stärker mit Blutgefäßen durchzogen ist. In der Folge ergibt sich ein Kreislauf von Blutungen und Entzündungen.

Weitere Stoffwechselerkrankungen, die zu den Kniebeschwerden führen können, sind unter anderem Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) und Hypercholesterinämie.

Gelenkverschleiß als Ursache für Knieschmerzen

Abnutzungserscheinungen im Kniegelenk (Gonarthrose) können zu starken Knieproblemen führen. Dabei kann der Knorpel im Gelenk völlig zerstört werden. Häufig sind vorhergehende Verletzungen wie ein Kreuzbandriss oder ein Meniskusschaden Auslöser. Beim fortschreitenden Verschleiß kann der Patient sein Gelenk nicht mehr bewegen, ohne dabei Schmerzen zu haben.

Im schlimmsten Falls versteift das Kniegelenk. Deshalb zielen Therapien bei Gonarthrose nicht nur darauf ab, den Betroffenen von den Beschwerden zu befreien, sondern auch die Beweglichkeit des Gelenks zu erhalten. Dafür kann ein operativer Eingriff und sogar ein künstliches Kniegelenk erforderlich sein. Bei frühzeitiger Behandlung kann der Verschleiß in den meisten Fällen aufgehalten werden.

Weitere Ursachen

Des Weiteren können bei Wachstumsschmerzen, einem überbewegliches Gelenk, dem chronischen Müdigkeitssyndrom, Fibromyalgie und Tumoren Knie- und Beinschmerzen auftreten. Aufgrund der Vielzahl der möglichen Ursachen stellen diese Ausführungen nur eine Auswahl der häufiger auftretenden Auslöser dar. Prinzipiell sollte ein Arzt bei andauernden oder wiederkehrenden Beschwerden konsultiert werden.

Wer viel im Knien arbeitet, hat ein erhöhtes Risiko für Kniebeschwerden. (Bild: Ingo Bartussek/fotolia.com)

Risikofaktoren

Zu den Risikofaktoren zählen Tätigkeiten, die im Knien oder der Hocke verrichtet werden wie beispielsweise Fliesen- oder Parkettlegen sowie Sportarten, die das Knie belasten können wie Laufen oder Skifahren. Als Hauptrisikofaktor für Schmerzen im Bereich des Knies gelten jedoch Übergewicht aufgrund der erhöhten Gelenkbelastung und Bewegungsmangel.

Diagnose

Da die Ursachen von einer kurzzeitigen Überlastung über Unfälle bis hin zu Stoffwechselerkrankungen reichen, ist eine differenzierte Diagnosestellung wichtig. Dabei wird der Arzt zunächst Fragen nach möglichen Unfällen und Vorerkrankungen stellen. Auch die genaue Lokalisierung des Schmerzes ist wichtig, um der Ursache auf die Spur zu kommen. Der Arzt wird verschiedene Bewegungstest durchführen, so dass eine Bewegungseinschränkung – falls vorhanden – festgestellt werden kann.

Die äußerliche Begutachtung des Knies kann Aufschluss über Schwellungen und Rötungen geben. Je nach Fall sind weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, Blutuntersuchungen beispielsweise auf Entzündungswerte, Ultraschalluntersuchungen (Sonographien), Kernspintomographien (MRT), Gelenkpunktionen bei Gelenkergüssen sowie Arthroskopien (Kniegelenkspiegelungen) notwendig.

Behandlung bei Knieschmerzen

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Problematik. Während kurzzeitige, akute Beschwerden häufig von selbst zurückgehen, bedürfen andauernde und/oder wiederkehrende Schmerzen im Knie einer Therapie. Häufig werden entzündungshemmende Schmerzmittel verordnet. Darüber hinaus kommen bei Bedarf Gelenkinjektionen und Gelenkspülungen mit kortisonhaltigen Mitteln zum Einsatz. Lokale Analgetika können ebenfalls in das Gelenk verabreicht werden.

Ob Bewegung oder Schonung sinnvoll ist, hängt von der Diagnose ab. Häufig werden mit Physiotherapie gute Ergebnisse erzielt. Zudem können ein spezielles Muskeltraining zur Kräftigung und Dehnung, bestimmte Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren, Wärme- oder Kältetherapie, Wasser- und Bädertherapie, Ultraschalltherapie oder orthopädische Bandagen, Schuhabsätze oder Gehstützen helfen.

Kniebeschwerden lassen sich oft durch eine individuell abgestimmte Physiotherapie gut in den Griff bekommen. (Bild: contrastwerkstatt/fotolia.com)

Verschaffen diese Therapien keine Linderung, kann ein operativer Eingriff nötig sein. Meist wird dabei mittels Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung) operiert. Ist die Degeneration des Kniegelenks schon sehr weit fortgeschritten, kann ein künstliches Gelenk eingesetzt werden.

Vorbeugend ist neben angemessener, ausreichender Bewegung auch eine ausgewogene Ernährung ratsam. Auf diese Weise werden Knochen und Knorpel mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Gleichzeit wird die Zusammensetzung und Menge der Gelenkflüssigkeit positiv beeinflusst, die für eine verminderte Reibung der Gelenkpartner sorgt. Wird das Knie bewegt, durchmischt sie die Gelenkflüssigkeit und „ölt“ es gleichzeitig, so dass auch der Knorpel genährt wird.

Naturheilverfahren bei Schmerzen im Knie

Knieschmerzen werden aus Sicht der Naturheilkunde stets im Kontext mit anderen Körperstrukturen betrachtet. Beispielsweise verläuft der Nerv (Nervus femoralis), der für die Versorgung des Knies zuständig ist, aus der Lendenwirbelsäule zwischen zwei Muskelteilen des Hüftbeugers (M. Iliopsoas). Dieser Muskel ist jedoch häufig durch langes Sitzen bei der Büroarbeit und mangelnde Bewegung verkürzt. Treten Schmerzen nach dem Aufstehen oder ohne mechanische Belastung auf und gibt es keine schulmedizinische Erklärung, werden die Beschwerden in der Osteopathie häufig als Folge einer Abklemmung dieses Nerven betrachtet.

Um Beschwerden zu lindern wird Akupunktur als Teil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bereits seit Langem auch in Europa angewendet. Dabei werden dünne Nadeln an bestimmten Punkten entlang von Meridianen (Bahnen, in denen die Lebensenergie „Qi“ fließt) gesetzt.

Das Verfahren, bei dem diese Punkte erwärmt werden, nennt sich Moxibustion, die Massage der Punkte Akupressur. Vor allem bei einer Kniegelenkarthrose kann Akupunktur Linderung verschaffen. Das belegen wissenschaftliche Studien.

Blutegel geben beim Saugen über ihren Speichel entzündungshemmende
Enzyme ab. (Bild: 2707195204/fotolia.com)

Eine Therapie mit Blutegeln, die auf die Haut gesetzt werden, kann vielversprechend sein. Die Blutegel geben mit ihrem Speichel (Salvia) viele gesundheitsfördernde Substanzen ab. Beispielsweise bewirken die Enzyme eine Weitung der Blutgefäße, hemmen die Blutgerinnung und wirken entzündungshemmend und schmerzstillend.

Weitere in der Naturheilkunde angewendete Verfahren sind das Schröpfen, bei dem Schröpfgläser entlang der Muskelbahnen gezogen werden sowie die Ayurveda-Therapie, die aus einer Kombination von Massagen, äußeren Anwendungen mit Kräuterölen und -beuteln, einer speziellen Ernährung und Yoga-Übungen besteht.

Die Phytotherapie, bei der verschiedene Heilpflanzen zum Einsatz kommen, ist ebenfalls häufig Bestandteil der natürlichen Behandlung von Knieschmerzen. (ag, zuletzt aktualisiert am 19.1.2018)