Knieschmerzen
Schmerzen am Knie - Knieschmerzen
Knieschmerzen
Viele Menschen leiden unter Knieschmerzen. Wir zeigen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bei Schmerzen am Knie auf.
Knieschmerzen sind gerade in den westlichen Industrieländern eine weit verbreitete Problematik. Durch vieles Sitzen und ein durchschnittlich erhöhtes Körpergewicht benutzen wir unsere Knie in einer Art und Weise, die sie nicht gewohnt sind. Grundsätzlich ist unser Knie schon in der Lage, eine Menge Gewichts- und Zugbelastung auszuhalten. Alleine, wenn wir von einer Mauer herunterspringen, wirken Kräfte auf das Knie, die das 24fache des Körpergewichts betragen.
Knieschmerzen:
Synonyme
Beschwerden und Symptome bei Knieschmerzen
Funktionelle Ursachen und Zusammenhänge
Synonyme
Kniebeschwerden, Kniegelenkschmerzen, Kniegelenkbeschwerden, knee pain, Gonarthrotische Schmerzen, Schmerzen am Knie.
Beschwerden und Symptome bei Knieschmerzen
Menschen mit Knieschmerzen klagen häufig über Schmerzen bei Belastung mit Gewicht. So kann es sein, dass die Schmerzen beim langen Gehen (z.B. Wandern- hier besondern beim Gehen auf unebenem Grund oder beim Bergabgehen) oder beim Treppengehen auftreten. Auch Fitness oder Sportarten mit vielem Hinknien oder Springen empfinden die Betroffenen oftmals als schmerzhaft oder „als nicht gut für das Knie“. Erstaunlich oft geht Fahrradfahren für die Betroffenen gut.
Die Schmerzen selbst werden nur teilweise als tief im Gelenk empfunden. Am häufigsten sind in der Praxis Fälle zu sehen, wo der Schmerz aussen im Bereich der sogenannten „Knieaugen“ von den Knieschmerzbetroffenen gezeigt wird. Dies ist die Projektionsstelle der Menisken auf die Aussenseite des Knies, die bei den meisten auch druckempfindlich und manualtherapeutisch gegen die Schmerzen meist ein guter Ansatzpunkt ist. Daneben geben viele Menschen ziehende Schmerzen neben der Kniescheibe an, die nach der Körpersprache des Fasziendistorsionsmodells (FDM) als sogenannte Triggerbänder (Verdrehungen von Faszienbändern) gedeutet und behandelt werden.
Bei Menschen mit Knieschmerzen, die den Schmerz hinten in der Kniekehle angeben, ist es nicht selten, dass die Schmerzen bis zum Gesäß oder in die Wade ausstrahlen.
Funktionelle Ursachen und Zusammenhänge
Da die Gelenkflächen des Oberschenkels und der Wade nicht besonders gut zueinander passen, besitzen wir zwei Menisken, die die Unebenheiten ausgleichen, zusätzlich Stöße abfangen und die Kontaktfläche der Knochen vergrößern. Überdies muß das Kniegelenk, da die knöcherne Konstruktion äusserst instabil ist, mit vielen Bändern gesichert werden. Die vielen Bänder, können an ihren Ansätzen strapaziert werden und Schmerzen verursachen. Da das Knie von keiner schützenden Muskulatur umgeben ist, ist es sehr anfällig für Stösse und Schläge, welche auch häufig nachhaltig Probleme bereiten können.
Die komplizierten Bewegungen (Rollgleiten) der Knochen werden durch eine glatte weiße Knorpelschicht optimiert. Natürlich ist bei einem so belasteten Gelenk auch wichtig, daß der Knorpel ausreichend ernährt und das Gelenk gut „geölt“ wird. Dafür ist die Gelenkflüssigkeit (Synovia) zuständig. Diese wird durch Bewegung des Knies durchmischt- dadurch verbessert sich die Ernährung des Knorpels und er kann seine Funktion, die Reibung der Gelenkpartner zu ermindern, erst ideal erfüllen. Ersichtlich ist auch hier, dass unsere Ernährung und Verdauung und das Maß unserer täglichen Bewegung die Zusammensetzung und Menge dieser Flüssigkeit und somit die Funktion des Kniegelenkes beeinflussen.
Da auch beim Knie die Diagnose Arthrose oftmals in keinem anatomisch- logischen Verhältnis zu den Beschwerden steht, lohnt es sich, die Belastung des Knies zu untersuchen und gegebenenfalls Becken und Hüfte mitzubehandeln, um eine Entlastung der betroffenen Areale im Knie zu verbessern. Und gerade die lokalen Beschwerden kann man auch direkt in einer manuellen Behandlung wie z.B. durch das eingangs erwähnte FDM angehen.
Ein häufiges Problem: Der versorgende Nerv des Knies kommt aus der mittleren Wirbelsäule und kann auf seinem Weg nach vorne durch den Hüftbeugemuskel und unter dem Leistenband abgedrückt werden. Gerade bei Menschen mit einer ausgeprägten Skoliose (Seitverbiegung der Wirbelsäule) und Menschen mit sitzenden Tätigkeit kann es hier zu einer Kompression des Nerven mit anschliessenden Schmerzen im Versorgungsgebiet kommen. Deshalb ist es wichtig, Menschen mit Knieschmerzen auch nach anderen Erkrankungen oder Beschwerden wie beispielsweise Wirbelgleiten, Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen oder Gesäßschmerzen zu fragen.
Strukturelle Schäden des Knies kann man gut mit Provokationstests untersuchen, aber häufig sind sie negativ und es bestehen trotzdem starke Schmerzen. Wichtig ist es deswegen, die Knie im Seitenvergleich in Ruhe und Bewegung zu beurteilen und sich die Gesamtstatik mit anzuschauen, wie dies die Behandlungs- und Diagnosemethoden Osteopathie und Rolfing in ihrem Konzept verankert haben. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 08.10.2009)