Knieschmerzen
Knieschmerzen: In den westlichen Industrieländern eine weit verbreitete Problematik
Knieschmerzen sind gerade in den westlichen Industrieländern eine weit verbreitete Problematik. Durch vieles Sitzen und ein durchschnittlich erhöhtes Körpergewicht benutzen wir unsere Knie in einer Art und Weise, die sie nicht gewohnt sind. Grundsätzlich ist unser Knie schon in der Lage, eine Menge Gewichts- und Zugbelastung auszuhalten. Alleine, wenn wir von einer Mauer herunterspringen, wirken Kräfte auf das Knie, die das 24fache des Körpergewichts betragen.
Da die Gelenkflächen des Oberschenkels und der Wade nicht besonders gut zueinander passen, besitzen wir zwei Menisken, die die Unebenheiten ausgleichen, zusätzlich Stöße abfangen und die Kontaktfläche der Knochen vergrößern. Überdies muß das Kniegelenk, da die knöcherne Konstruktion äusserst instabil ist, mit vielen Bändern gesichert werden. Die vielen Bänder, können an ihren Ansätzen strapaziert werden und Schmerzen verursachen. Da das Knie von keiner schützenden Muskulatur umgeben ist, ist es sehr anfällig für Stösse und Schläge, welche auch häufig nachhaltig Probleme bereiten können.
Die komplizierten Bewegungen (Rollgleiten) der Knochen werden durch eine glatte weiße Knorpelschicht optimiert. Natürlich ist bei einem so belasteten Gelenk auch wichtig, daß der Knorpel ausreichend ernährt und das Gelenk gut „geölt“ wird. Dafür ist die Gelenkflüssigkeit (Synovia) zuständig. Diese wird durch Bewegung des Knies durchmischt- dadurch verbessert sich die Ernährung des Knorpels und er kann seine Funktion, die Reibung der Gelenkpartner zu ermindern, erst ideal erfüllen. Ersichtlich ist auch hier, dass unsere Ernährung und Verdauung und das Maß unserer täglichen Bewegung die Zusammensetzung und Menge dieser Flüssigkeit und somit die Funktion des Kniegelenkes beeinflussen.
Da auch beim Knie die Diagnose Arthrose oftmals in keinem Verhältnis zu den Beschwerden steht, lohnt es sich, die Belastung des Knies zu untersuchen und gegebenenfalls Becken und Hüfte mitzubehandeln, um eine Entlastung der betroffenen Areale im Knie zu verbessern. Und gerade die lokalen Beschwerden kann man auch direkt in einer manuellen Behandlung angehen.
Ein häufiges Problem: Der versorgende Nerv des Knies kommt aus der mittleren Wirbelsäule und kann auf seinem Weg nach vorne durch den Hüftbeugemuskel und unter dem Leistenband abgedrückt werden. Gerade bei Menschen mit einer ausgeprägten Skoliose (Seitverbiegung der Wirbelsäule) und Menschen mit sitzenden Tätigkeit kann es hier zu einer Kompression des Nerven mit anschliessenden Schmerzen im Versorgungsgebiet kommen.
Strukturelle Schäden des Knies kann man gut mit Provokationstests untersuchen, aber häufig sind sie negativ und es bestehen trotzdem starke Schmerzen. Wichtig ist es, die Knie im Seitenvergleich in Ruhe und Bewegung zu beurteilen und sich die Gesamtstatik mit anzuschauen. (Heilpraktiker Thorsten Fischer, 08.10.2009)