Kniegelenkschmerzen – Schmerzen im Knie

kniegelenkschmerzen
Susanne Waschke

Schmerzen im Knie und am Kniegelenk

Kniegelenkschmerzen haben bei jüngeren Personen meist traumatische Ursachen. Bei älteren Patienten sind diese meist degenerativ bedingt. Aber auch Probleme an der Wirbelsäule, vor allem im Lendenwirbelbereich, Hüfterkrankungen und zu starke Belastungen können Kniegelenkschmerzen nach sich ziehen. Wir zeigen Ursachen, Hintergründe und Behandlungen aus konventioneller und naturheilkundlicher Sicht.

Inhaltsverzeichnis

Kurzer Einblick in die Anatomie des Kniegelenks
Warum das Kniegelenk anfällig ist
Ursachen für Kniegelenkschmerzen
Falsche oder zu starke Belastungen
Häufige Verletzungen des Kniegelenks
Entzündungen und Infektionen
Kniegelenkarthrose mit Knieschmerzen
Therapie bei Kniegelenkschmerzen
Vermeiden von Schmerzen im Alltag
Behandlung in der Naturheilkunde

Kurzer Einblick in die Anatomie des Kniegelenks

Das Kniegelenk, das Größte Gelenk des menschlichen Körpers, ist besonders gut geschützt. An diesem Gelenk sind Oberschenkelknochen, Schienbein und Kniescheibe beteiligt. Knorpelige Strukturen, wie die beiden Menisken, unterstützen die Gelenkfunktion und dämpfen größere Belastungen ab. Gesichert und gestützt wird das Kniegelenk durch Bandstrukturen, die sich sowohl im Inneren als auch außerhalb befinden. Schleimbeutel, rund um das Gelenk angebracht, sorgen dafür, das nicht zu viel Reibung entsteht.

Warum das Kniegelenk anfällig ist

Das Knie ist ein besonders stark belastetes Gelenk, das den ganzen Tag über an den meisten Bewegungsabläufen beteiligt ist. Im Stehen und Laufen, beim Sitzen, Hocken oder Knien – bei allem wird das Kniegelenk gebraucht. Hinzu kommt, dass ausschließlich Bänder und Muskeln das Gelenk zusammenhalten. Aus diesem Grund wird das Knie bei fehlender Muskulatur, Adipositas (Fettleibigkeit) oder Fehlstellungen , wie X-oder O-Beine, äußerst belastet, oft geradezu überlastet. Auch ein Übermaß an sportlichen Aktivitäten kann zu Kniegelenkerkrankungen führen. Bei wiederkehrenden oder auch plötzlich auftretenden massiven Kniegelenkschmerzen, ist auf jeden Fall der Arzt aufzusuchen.

(Bild: bilderzwerg/fotolia.com)
Schäden am Mensikus sind eine mögliche Ursache der Knieschmerzen. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Ursachen für Kniegelenkschmerzen

Durch seinen etwas komplizierten Aufbau ist das Kniegelenk relativ anfällig für Verletzungen. Sowohl Entzündungen und Infektionen, als auch große oder falsche Belastungen können mitunter starke Knieschmerzen auslösen. Die häufigste Ursache für Kniegelenkprobleme stellen jedoch chronische, degenerative Erkrankungen dar.

Zu den möglichen Verletzungen des Kniegelenks gehören Frakturen, Verrenkungen, Bänder- und Meniskusverletzungen. Viren, Bakterien und Pilze können darüber hinaus schmerzhafte Gelenkentzündungen bedingen. Vor allem aber chronische Erkrankungen, wie beispielsweise die Arthrose, gehen teilweise mit starken Kniegelenkschmerzen einher.

Weitere Ursachen für Schmerzen im Kniegelenk sind Wachstumsstörungen, ein überbewegliches Kniegelenk, Fibromyalgie (chronische unheilbare Erkrankung mit Muskel-, Gelenk- und Rückenschmerzen) und Tumore.

Falsche oder zu starke Belastungen

Beim Sport, aber auch im Alltag kann das Knie großen Belastungen ausgesetzt sein. Laufen und Springen, das Tragen schwerer Lasten oder auch Übergewicht, führen über kurz oder lang zu Kniegelenkschmerzen. Ebenso kann das Tragen von falschem Schuhwerk, zum Beispiel mit zu hohen Absätzen oder Sohlen, die auf hartem Untergrund nicht federn, Schmerzen auslösen.

Häufige Verletzungen des Kniegelenks

Die häufigsten Ursachen für eine Verletzung des Kniegelenks sind Stürze oder Gewalteinwirkung. Dabei können sowohl innere als auch äußere Bänder reißen. Verletzungen der Stoßdämpfer, den sogenannten Menisken, tragen ebenso zu massiven Kniegelenkschmerzen bei. Gerade bei Druckbelastungen, in Verbindung mit einer Drehbewegung, kann der Meniskus einreißen. Dies muss jedoch nicht unmittelbar zu massiven Einschränkungen und Schmerzen führen. Häufig wird lediglich von Blockaden und einem Instabilitätsgefühl berichtet.

Auch die Kniescheibe ist häufiger der Grund für Schmerzen rund um das Knie. Diese kann zum Beispiel bei einem Schlag oder Sturz auf das Knie ihre physiologische Lage verlassen. Das Knie ist geschwollen und der Betroffene hat massive Schmerzen. Meist wird durch die Verletzung die Beweglichkeit mehr oder weniger stark eingeschränkt. In manchen Fällen bringt die konservative Behandlung nicht das gewünschte Ergebnis und eine Operation muss durchgeführt werden.

Entzündungen und Infektionen

Eine Entzündung des Kniegelenks geht mit allgemeinen Entzündungszeichen einher. Dies sind Rötungen, Schwellungen, Schmerzen, Überwärmung und eingeschränkte Beweglichkeit. Kniegelenkentzündungen entstehen auf dem Boden degenerativer, traumatischer, autoimmuner oder infektiöser Prozesse.

(Bild: designua/fotolia.com)
Bei der Arthrose wird das Kniegelenk zunehmend zerstört und in seiner Funktion beeinträchtigt. Chronische Schmerzen sind die Folge. (Bild: designua/fotolia.com)

Im Rahmen einer Gonarthrose (Kniegelenkarthrose) kann durch Überbelastung oder Überanstrengung eine entzündliche Reizung der Gelenkinnenhaut eintreten, die mit massiven Kniegelenkschmerzen verbunden ist.

Eine, durch Bakterien hervorgerufene, Kniegelenkentzündung wird als Gonitis bezeichnet. Meist sind hierbei Staphylokokken oder Streptokokken die Übeltäter. Diese gelangen zum Beispiel in Zusammenhang mit einer Knieoperation, bei einer Injektion oder bei offenen Brüchen in das Kniegelenk. Die Keime können jedoch auch über die Blutbahn in das Kniegelenk wandern. Ein Beispiel dafür ist die Borreliose, bei der Gliederschmerzen und Gelenkbeschwerden, auch am Knie, erster Hinweis auf die eigentliche Erkrankung sein können. Bei der bakteriellen Kniegelenkentzündung leiden Betroffene an Fieber, eventuell in Verbindung mit Schüttelfrost sowie einem überwärmten, geschwollenen und stark schmerzenden Kniegelenk. Im Blut lassen sich erhöhte Entzündungsparameter feststellen. Um die Diagnose zu sichern, wird das Kniegelenk punktiert und das entnommene Sekret im Labor untersucht. Auf Basis dieses Befundes kann anschließend das passende Antibiotikum zum Einsatz kommen. In manchen Fällen muss das erkrankte Gelenk gesäubert, das befallene Gewebe entfernt und die Wunde anschließend gründlich gespült werden. Nach der Operation sind eine Physiotherapie und ein Wiederaufbau der Muskulatur von Nöten.

Eine weitere Entzündung im Bereich des Knies, die mit massiven Kniegelenkschmerzen verbunden ist, stellt die Bursitis (Schleimbeutelentzündung) dar. Schleimbeutel befinden sich an verschiedenen Stellen in der Nähe des Gelenks, um dieses vor Belastung, Reibung und Abnutzung zu schützen. Jedoch können sich diese Schutzkissen auch entzünden. Die Hauptursache dafür ist eine Dauerbelastung, zum Beispiel bei Berufen, die vorwiegend kniend ausgeführt werden, wie dies bei Fliesenlegern der Fall ist. Aber auch Fußballspieler oder Gewichtheber können von dieser Erkrankung betroffen sein. Die Betroffenen erzählen von einem „reibenden Gefühl“. Im Gelenk bildet sich ein Erguss, begleitet von teilweise starken Kniegelenkschmerzen. Das betroffene Gelenk muss geschont, gekühlt, ruhig gestellt und hoch gelagert werden. Darüber hinaus bekommt der Patient schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente. Bei starken Ergüssen wird die Flüssigkeit punktiert. Bei wiederkehrenden Bursitiden kann eine operative Entfernung des befallenen Schleimbeutels von Nöten sein.

Kniegelenkarthrose mit Knieschmerzen

Eine Kniegelenkarthrose, oder auch Gonarthrose genannt, ist eine degenerative Erkrankung, bei der der Gelenkknorpel fortschreitend zerstört wird und sich zusätzlich eine Gelenkinnenhautentzündung bildet. Dies führt zu Bewegungseinschränkungen bis hin zur völligen Versteifung. Eine primäre Arthrose tritt meist ab dem sechzigsten Lebensjahr auf. Bei einer sekundären Arthrose sind verschiedene Ursachen zu nennen. So kann diese degenerative Erkrankung eine Folge von Deformierungen und daraus resultierender Fehlbelastung des Gelenks sein. Aber auch vorausgehende Entzündungen und Verletzungen können das Entstehen einer Arthrose begünstigen. Die Schmerzen äußern sich anfangs als sogenannte „Anlaufschmerzen“, das heißt zu Beginn der Belastung, wobei sich die meisten, wenn das Gelenk „eingelaufen“ ist, wieder wohler fühlen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommen bewegungsabhängige Schmerzen oder gar Dauerschmerzen hinzu. Meist verstärkt sich die Symptomatik durch einen Wetterwechsel, vor allem aber durch Kälte und Nässe.

Therapie bei Kniegelenkschmerzen

Die Therapie bei Schmerzen richtet sich nach den Ursachen der Erkrankung. Anfangs werden meist Antiphlogistika (Arzteinmittel mit entzündungshemmender Wirkung) und/oder Analgetika (Arzneimittel mit schmerzlindernder Wirkung) verordnet. Aber auch Kortison kommt zum Einsatz, welches ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.

Viele Kniegelenkerkrankungen können durch eine sogenannte Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung) untersucht und dabei auch operiert werden. Bei einer Osteotomie, die bei einer vorliegenden Arthrose zum Einsatz kommen kann, wird Knochengewebe durchtrennt und auch entfernt, um dadurch die bestehende Gelenkfehlstellung zu korrigieren. In schlimmeren Fällen, besonders dann, wenn alle Behandlungen ohne Erfolg sind und die Beschwerden das Leben massiv beeinträchtigen, wird der Einsatz eines künstlichen Kniegelenks in Betracht gezogen.

Zur Behandlung von Kniegelenkschmerzen gehören Therapieformen, wie Physiotherapie, Kälte- und Wärmetherapie, gezieltes Muskelaufbautraining, Balneotherapie (Wasser- und Bädertherapie), Elektro- und Ultraschalltherapie.

Vermeiden von Schmerzen im Alltag

Der Wechsel zwischen Schreibtisch und Stehpult wäre zur Prävention von Kniegelenkschmerzen von Vorteil. Stehen trainiert vor allem die Beinmuskulatur, was im Sitzen nicht der Fall ist. In den Alltag sollten Dehnübungen integriert werden, vor allem, um die Muskulatur der Beine zu dehnen. Die Treppe sollte den Aufzug ersetzen, da so auf einfachste Art und Weise die Beinmuskulatur aktiviert und ganz nebenbei noch der Kreislauf trainiert werden kann. Knien und Hocken strapaziert die Kniegelenke. Das Aufstehen aus kniender Haltung sollte nicht ruckartig, sondern schonend erfolgen. Joggen auf hartem Untergrund belastet das Kniegelenk, vor allem, wenn auch noch falsches Schuhwerk hinzu kommt.

Behandlung in der Naturheilkunde

Bei bestehenden Kniegelenkschmerzen, in Verbindung mit einer Arthrose, kommen in den meisten Naturheilpraxen Ausleitverfahren zum Einsatz. Baunscheidtieren und Schröpfen haben hier einen positiven Einfluss auf die Beschwerden. Aber auch die Eigenbluttherapie hat eine schmerzlindernde und antientzündliche Wirkung, wobei noch gleichzeitig die Abwehr gestärkt wird. Quaddelbehandlungen rund um das Kniegelenk, durchgeführt mit geeigneten Mitteln aus der anthroposophischen Medizin, können ebenfalls Linderungen verschaffen.

Alles in Allem ist eine gesunde Ernährung, die reich an frischem Obst und Gemüse ist und einen geringen Anteil tierischer Produkte aufweist, wichtig, um einer Übersäuerung des Organismus entgegenzuwirken. Bei vorhandener Adipositas sollte eine Gewichtsregulierung angestrebt werden. Die Phytotherapie hat in ihrem Portfolio schmerzlindernde und Stoffwechsel anregende Pflanzen. So kommen in Verbindung mit den Kniegelenkschmerzen die Teufelskralle, der Ackerschachtelhalm und die Brennnessel zum Einsatz. Weihrauch, bekannt aus der Kirche, wurde schon im Altertum zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. So sollte er im Mittelalter die Pest vertreiben. Dieses alte Heilmittel hat mittlerweile Einzug in vielen naturheilkundlichen Praxen gehalten. Der Trockenextrakt des Weihrauchharzes findet sich in Ölen, Pflastern und Pulvern wieder, sodass dieser ganz einfach in Form einer Kapsel, aber auch in homöopathischer Form eingenommen werden kann. Bei Beschwerden im Bewegungsapparat, sowohl akut als auch degenerativ, kann Weihrauch zur Linderung beitragen.

Bei akuten Entzündungen schaffen kühlende Umschläge mit Quark oder Heilerde Erleichterung . Auch hier, im akuten Stadium ist das Baunscheidtieren und Quaddeln angezeigt, um die Kniegelenkschmerzen zu lindern. Bei eitrigen Entzündungen kommen aus der Homöopathie das Silicea und aus der Schüssler Salz Therapie Nr.1 Calcium fluoratum, Nr. 3 Ferrum phosphoricum und Nr. 11 Silicea zum Einsatz.

Auch Enzympräparate haben eine antientzündliche Wirkung und helfen, die Schwellung abzubauen. Die exotischen Früchte Ananas, Papaya und Mango sind sehr enzymreich. Ihr Verzehr unterstützt den Körper dabei, schneller gegen die Entzündung vorgehen zu können. So ist zu empfehlen, gerade wenn eine chronische Entzündungserkrankung vorliegt, den Speiseplan täglich mit den erwähnten Früchten anzureichern. (sw)

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