Schilddrüsenüberfunktion

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Überfunktion der Schilddrüse

Von einer Überfunktion der Schilddrüse (Schilddrüsenüberfunktion) spricht man, wenn von der Schilddrüse zuviel Schilddrüsenhormon produziert und ausgeschüttet wird. Häufig sind die Ursachen direkt in der Schilddrüse zu finden, jedoch können auch Störungen weiterer Hormondrüsen zugrunde liegen. Alternativ werden in der Naturheilkunde Irritationen und latente Störungen des hormonellen Regelkreises durch Störfelder diskutiert, die anderswo im Körper lokalisiert sein können. Neben weiteren Naturheilverfahren spielt deshalb die Sanierung dieser Störfelder eine wichtige Rolle in der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen.

Imhaltsverzeichnis:
Synonyme
Symptome bei Überfunktion der Schilddrüse
Ursachen für Hyperthyreose
Schilddrüsenüberfunktion in der Naturheilkunde
Komplikation Thyreotoxische Krise
Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion

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Synonyme

Schilddrüsenüberfunktion, Überfunktion der Schilddrüse, Hyperthyreose, immunogene Hyperthyreose, Morbus Basedow, Basedow- Krankheit.

Schilddrüsenüberfunktion

Symptome bei Überfunktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse, die schmetterlingsförmig unterhalb des Kehlkopfes vor und seitlich der Luftröhre lagert, gibt ihr Hormon direkt in die Blutbahn ab. Dieses Hormon reguliert den Grundumsatz des Organismus und hat so direkten Einfluss auf die Tätigkeiten von Stoffwechsel und vegetativem Nervensystem. Dieser zeigt sich bei einer Hyperthyreose in einer erhöhten Aktivität.

Eine Überproduktion dieses Hormons macht sich entsprechend durch eine Reihe von Symptomen bemerkbar, zu denen innere und äußerlich sichtbare Unruhe, Schlafstörungen, rasche Erschöpfbarkeit, vermehrtes Schwitzen und Durst, Zittrigkeit, Verstopfung oder Durchfälle gehören. Weiterhin besteht vielfach das Gefühl von „Herzrasen“ durch die beschleunigte Herztätigkeit (Tachykardie) und Haarausfall. Bedingt durch den gesteigerten Grundumsatz und die Unruhe kann es zu plötzlicher Gewichtsabnahme bis hin zu Untergewicht kommen. Weiterhin zeigen sich bei der Hyperthyreose mitunter Blutdruckschwankungen, Neigung zu Wadenkrämpfen sowie glänzende Augäpfel bei seltenem Lidschlag. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann mit oder ohne Vergrößerung der Schilddrüse bestehen.

Ursachen für Hyperthyreose

Grund für die Überproduktion der Schilddrüsenhormone ist häufig die sogenannte Schilddrüsenautonomie, bei der bestimmte Bereiche des Organs ungehemmt das Hormon produzierten und ausschütten. Ebenso kann eine Autoimmunerkrankung, die Basedow-Krankheit ursächlich sein, bei der besonders die hervortetenden, glänzenden Augäpfel auffallen.

Auch in der Anfangsphase der Hashimoto-Thyreoiditis, einer entzündlichen Schilddrüsenerkrankung, kommt es vielfach zur Hyperthyreose, die später jedoch in eine Unterfunktion der Schilddrüse übergeht. Seltener ist die Hyperthyreose auf eine Erkrankung (z.B. Tumoren) von Hypothalamus oder Hypophyse zurückzuführen, die an der Regulation der Schilddrüsenhormonabgabe übergeordnet beteiligt sind. Schließlich kann eine Überfunktion auch medikamentös, nämlich durch die Überdosierung mit Schilddrüsenhormonen verursacht sein (Hyperthyeosis facticia). Eine bestehende Schilddrüsenüberfunktion kann durch die Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. Aspirin, verstärkt werden.

Schilddrüsenüberfunktion in der Naturheilkunde

Die Schilddrüse wird vom vegetativen Nervensystem und weiteren Hormondrüsen beeinflusst, sodass auch Störungen in einem dieser Bereiche Funktionsstörungen der Schilddrüse bedingen können. Daneben scheint es eine Veranlagung zu Schilddrüsenerkrankung zu geben. In der Naturheilkunde wird deshalb u.a. eine Überlastung des Organismus durch Stress, mangelnde Erholungsphasen, wenig Bewegung und frischer Luft, seelische Konflikte sowie eine den Stoffwechsel belastende Ernährungsweise als Mitverursacher für die Schilddrüsenfunktionsstörung verantwortlich gemacht.
Störfelder stehen außerdem in Verdacht, in Form von Narben oder latenten Eiterherden, insbesondere der Zähne und Mandeln, die Schilddrüse direkt zu reizen oder über Hypophyse und Hypothalamus den hormonellen Regelkreis zu beeinflussen.

Komplikation Thyreotoxische Krise

Unbehandelt kann die Hyperthyreose in eine lebensgefährlichen Zustand, die thyreotoxische Krise, führen. Diese tritt oft nach Operationen, schweren Erkrankungen bzw. exzessiver Jodzufuhr auf und geht mit hohem Fieber, Unruhezuständen, Vorhofflimmern sowie Bewusstseinstrübungen bis hin zum Koma, einher. Dieser Zustand bedarf notärztlicher oder sogar intensivmedizinischer Behandlung.

Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion

Konventionell wird die Hyperthyreose medikamentös mit Thyreostatika, operativ oder mit Radiojodtherapie behandelt. Begleitend werden in der Naturheilpraxis mit verschiedenen Diagnoseverfahren mögliche Störfelder aufgesucht und beseitigt, etwa mittels Neuraltherapie oder bioenergetischen Methoden. Zur lokalen physikalischen Anwendung werden kalte Lehmwickel empfohlen, ebenso sollen gezielte Atem- und Stimmübungen ausgleichend wirken. Ausreichend Bewegung an der frischen Luft und eiweißarme, ballaststoffreiche und biologische Ernährung entlasten den Stoffwechsel und regen die körpereigenen Heilungskräfte an. Unterstützend kommen zahlreiche Naturheilverfahren in Frage, beispielsweise Homöopathie, Milieutherapie, Phytotherapie, psychotherapeutische Verfahren, Entspannungsverfahren, Bachblüten oder Mineralstoffe nach Dr. Schüßler. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

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