Q-Fieber in Hessen: Behörden ergreifen Maßnahmen

Sebastian

Hessen ist geplagt vom Q-Fieber: Gesundheitsbehörden erlassen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung

25.02.2011

In Hessen sowie in den angrenzenden Gebieten von Nordrhein-Westfalen greift derzeit die Infektionskrankheit Q-Fieber um sich. Da das Q-Fieber vor allem durch Schafe übertragen wird, wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden insgesamt neun Schafherden mit insgesamt 1500 Nutztieren weiträumig gesperrt. Wurde in der Schafherde der Krankheitserreger nachgewiesen, so müssen die Tiere in den Ställen verbleiben und stünden unter veterinärmedizinischer Aufsicht. Die Behörden haben nun weiträumige Impfungen in den betroffenen Herden veranlasst, damit die Ausbreitung des Q-Fieber-Erregers (Bakterienstamm Coxiella burnetii) eingedämmt werden kann.

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Schafweiden müssen 500 Meter vom Wohnhaus entfernt sein
Ausgebrochen war die Infektionskrankheit laut Medienberichten zum zweiten Mal im nordhessischen Bromskirchen. Bereits vor rund zehn Jahren hatte Infektionswelle dort seinen Anfang genommen. Um ein Überspringen des Keims auf den Menschen zu verhindern, müssen die Landwirte künftig ihre Weiden mindestens einen halben Kilometer vom nächsten Wohnhaus entfernt errichten. Diese Maßnahme soll laut Behörden dazu dienen, das Übertragungsrisiko zu mindern. Der Erreger wird zumeist durch mit Sporen besetzte Partikel in der Atemluft übertragen.

Bakterien setzen sich im Staub fest
Nach Ansicht von Tiermedizinern und Landwirten ist die aktuelle sogenannte Ablamm-Zeit für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich. Untersuchungen der Gesundheitsämter hatten ergeben, dass die Keime in großer Anzahl im Mutterkuchen der tragenden Schafe zu finden sind. Bei der Geburt eines Tieres wird der Mutterkuchen durch das Fruchtwasser ausgeschieden. Die Bakterien setzen sich dann auf dem Staub fest, der dann von den Menschen eingeatmet wird. Eine Gefahr besteht auch für Haustiere, die sich ebenfalls infizieren können und damit selbst zum Überträger des Fiebers werden. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts sind vor allem Hunde, Katzen und Hasen hierbei gefährdet.

Krankheitsverlauf bislang mild
Waren vor einigen Tagen nur 24 Menschen erkrankt, sind es heute bereits fast 50. Nach Angaben der Ärzte wurde bislang nur milder Verlauf der Erkrankung beobachtet. Die meisten Patienten werden konventionell mit antibiotischen Arzneimitteln behandelt. Gefährlich könnte die Krankheit allerdings für Schwangere, ältere Menschen und Patienten mit chronischen Leiden werden. Schwere Krankheitsverläufe wurden mitunter auch bei Patienten mit Herzkrankheiten festgestellt. Ein Sprecher der Region Hochsauerlandkreis betonte, dass viele Menschen die Infektion nicht bemerken, die meisten gehen davon aus, sie seien von einem grippalen Infekt betroffen. Die Beschwerden des Q-Fiebers ähneln nämlich einer Grippe. Die Betroffenen klagen meist unter Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Nach Gabe von Medikamenten befinden sich die meisten Menschen wieder auf dem Weg der Besserung. (sb)

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Bildnachweis: Elisabeth Eiling-Wilke / pixelio.de