Rückzug und Zynische Art: Hinweise auf Burn-out

Heilpraxisnet

Rückzug und zynische Kommentare: Hinweise auf Burn-out

03.03.2015

Immer mehr Menschen leiden an Burn-out. Viele Betroffene merken dies aber zunächst gar nicht selbst. Daher sollten auch Kollegen und Vorgesetzte auf das Verhalten von Mitarbeitern achten. Wenn diese sich stärker zurückziehen und sich häufig zynisch oder abfällig äußern, können dies Anzeichen auf das Erschöpfungssyndrom sein.

Betroffene bemerken die Überlastung oft erst sehr spät
Wenn Kollegen oder Vorgesetzte bemerken, dass Mitarbeiter nicht mehr in die Pause mitgehen und sich oft zynisch oder abfällig äußern, sollten sie aufmerksam werden. Denn möglicherweise sind dies erste Anzeichen für einen Burn-out, wie Anette Wahl-Wachendorf vom Verband der Betriebs- und Werksärzte in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa erklärt. Häufig bemerken Betroffene selbst die Überlastung erst dann, wenn sie bereits sehr erschöpft sind und ihre Leistungen schlechter werden.

Kollegen und Vorgesetzte sind gefragt
Davor ist insbesondere das Umfeld gefragt. So können Kollegen beispielsweise den Mitarbeiter zur Seite nehmen und sagen: „Mir fällt auf, dass du gar nicht mehr mit uns kommst. Glaubst du nicht, dass du dir zu viel zumutest?“ Dies bringt den Betroffenen im besten Fall dazu, sein Verhalten zu reflektieren. In erster Linie ist aber der Vorgesetzte gefragt, denn zu seinen Aufgaben gehöre es unter anderem, kritisches Arbeitsverhalten zu korrigieren. Wenn einer Führungsposition auffällt, dass Kollegen deutlich länger arbeiten als andere oder etwa noch spät in der Nacht E-Mails schicken, sollten sie am besten das Gespräch suchen.

Angestellten werden zu selten Ruhepausen gegönnt
Im Zweifelsfall müssen Vorgesetzte mit den betroffenen Angestellten die Arbeitswoche durchgehen und gemeinsam analysieren, warum sie so lange arbeiten. Der Betroffene hat möglicherweise einfach deutlich mehr Aufgaben als weniger belastbare Mitarbeiter. Auch die Vorgesetzten sollten ein Interesse daran haben, ein entsprechendes Gespräch zu führen, da Mitarbeiter, wenn sie erst einmal einen Burn-out haben, oft sehr lange ausfallen. Die Realität sieht scheinbar aber oft anders aus. So haben die Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, der Techniker Krankenkasse (TK) und der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) im vergangen Herbst Arbeitgebern vorgeworfen, ihren Angestellten zu selten Ruhepausen zu gönnen und so die Entwicklung psychischer Beschwerden zu forcieren.

Überforderung und Stress im Beruf
Eine verbindliche Definition des Burnout-Syndroms gibt es bislang nicht. In der Regel wird das Erschöpfungssyndrom mit Überforderung und Stress im Beruf in Zusammenhang gebracht. Manche Gesundheitsexperten bezweifeln, dass Burn-out eine eigenständige Krankheit ist und gehen davon aus, dass die Betroffenen im Grunde an einer Depression leiden. Die Symptome ähneln sich auf jeden Fall. Laut Fachleuten gehörten ein starkes Verlangen nach Rückzug, Niedergeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, chronische Müdigkeit und eine emotionale Distanz zur Arbeit zu den ersten Anzeichen eines Burnout-Syndroms. Zudem schildern manche Patienten, dass sie eine starke innere Unruhe verspüren, Anfälle von Herzklopfen mit jagendem Puls oder auch Probleme mit der Verdauung haben. (ad)

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>Bild: D. Braun / pixelio.de