Überstunden sind schlecht fürs Herz

Sebastian

Überstunden bei der Arbeit wirken sich negativ auf das Herz aus: Laut Forschungsergebnissen steigt das Herzinfarkt-Risiko um 60 Prozent. Zu viel Arbeit macht krank.

(12.05.2010) In der heutigen Gesellschaft gehören Überstunden zum "guten Ton" im Arbeitsumfeld. Aufträge müssen zeitnah erledigt werden und Vorgesetzte drängen immer häufiger auf eine Erledigung mit Überstunden. Doch ein ungesundes Verhältnis zwischen Arbeit und ausgleichende Freizeit kann sich fatal auf die Gesundheit auswirken. Ein britisches Team aus Wissenschaftler hat den Zusammenhang zwischen Überstunden und Herz-Erkrankungen untersucht. Bei einer Lanzeitstudie beobachteten die Forscher rund 6000 Angestellte britischer Behörden. Die Ergebnisse sind erschreckend.

In den Forschungsergebnissen der englischen Wissenschaftler Mika Kivimäki und Marianna Virtanen konnte ein direkter Zusammenhang zwischen Überstunden und Herzkrankheiten hergestellt werden. Bei den Angestellten, die häufig und regelmäßig Überstunden ableisten, fiel deutlich eine hohe Herz Erkrankungsgefahr auf. So wurde fest gestellt, dass die Angestellten, die 11 bis 12 Stunden am Tag arbeiten, ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko haben, einen Herzinfarkt zu erleiden. Die Erhöhung der Risikorate zeigte sich auch unabhängig von anderen Risikofaktoren wie Bewegungsarmut, ungesunde Ernährung oder Rauchen. Allerdings sind die Ergebnisse beschränkt auf Angestellte, die sich kaum körperlich während der Arbeit bewegen. Untersuchungen für Angestellte, die sich körperlich während der Arbeitszeit bewegen, fehlen bislang. Die Studienergebnissen konnten jedoch auch nicht klären, ob das Einschränken von Überstunden tatsächlich das Risiko mindert, an einen Herzinfarkt zu erleiden.

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Doch von ökonomischen Interesse dürften auch die weiteren Ergebnisse sein. So blieben offenbar Angestellte von dem erhöhten Herzinfarkt-Risiko verschont, die aufgrund ihrer Position oder des Arbeitsumfeldes eine große Entscheidungsfreiheit inne hatten. Die Ergebnisse decken sich insoweit mit anderen Studien, die einen Zusammenhang zwischen Entscheidungsfreiheit, Überstunden und Depressionen nachgewiesen hatten. (sb)