Blutiger Auswurf – Ursachen und Therapie

Sebastian
Blutiger Auswurf beim Husten sorgt meist für großes Erschrecken. Nicht ohne Grund, denn die Blutbeimengung im Sekret kann ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung der Atemwege sein und sollte daher in jedem Fall ernst genommen werden.

Neben dem können aber auch relativ harmlose Ursachen wie z.B. eine Zahnfleischentzündung oder eine Entzündung der Bronchien der Auslöser sein. Um kein gesundheitliches Risiko einzugehen, ist eine zeitnahe ärztliche Untersuchung dringend angeraten. Denn nur durch diese können gesundheitliche Gefahren vermieden und notwendige Behandlungsschritte sofort eingeleitet werden. Bestehen Unklarheit und Zweifel hinsichtlich des Auslösers, sollte gerade bei parallel auftretenden Beschwerden wie Atemnot, Kreislaufbeschwerden, Herzrasen und/oder Brustschmerzen immer ein Notarzt gerufen werden.

Definition: Was ist blutiger Auswurf?

Unter dem Begriff „Blutiger Auswurf“ werden normalerweise leichtere Bluteinschüsse im Sekret (Sputum) bezeichnet, welches durch Husten aus dem Körper gelangt. Es handelt sich dementsprechend um eine bestimmte Form von „Bluthusten“, die medizinisch als „Hämoptyse“ bezeichnet wird. In Abgrenzung dazu werden bei der „Hämoptoe“ größere Mengen Blut direkt ausgehustet. Die Blutbeimengung kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein und dementsprechend von leicht rosa über hellrot bis tief rostbraun erscheinen. Zudem kann sie verschieden stark sein, sodass teilweise nur kleine rote Pünktchen bzw. Spuren zu erkennen sind. Bei anderen Betroffenen scheint es hingegen, als sei das Sekret von Blutfäden „durchzogen“.

Blutiger Auswurf kann ernste Hintergründe haben, weshalb immer ein Arztbesuch anzuraten ist. Bild: Miriam Dörr - fotolia
Blutiger Auswurf kann ernste Hintergründe haben, weshalb immer ein Arztbesuch anzuraten ist. Bild: Miriam Dörr – fotolia

Unabhängig von der Erscheinungsform sollte bei jedem Anzeichen von Blut im Auswurf umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der die Ursache abklären und entsprechende weitere Schritte einleiten kann. Dies ist sehr wichtig, denn Bluthusten weist ebenso wie Bluterbrechen (Hämatemesis) oft auf ernsthafte gesundheitliche Probleme hin und kann ein wichtiges Zeichen für eine möglicherweise lebensbedrohliche Erkrankung sein.

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Ursachen von blutiger Auswurf

Für blutige Beimengungen im Auswurf kommen vielfältige Gründe in Betracht. In einigen Fällen liegen relativ harmlose Ursachen wie z.B. Zahnfleisch- oder Nasenbluten vor, ebenso kann eine Blutung durch eine Verletzung im Mund hervorgerufen werden. Häufiger hat blutiges Sekret jedoch einen ernsteren Hintergrund wie z.B. eine chronische Bronchitis bzw. COPD oder eine Lungenembolie. Daher sollte bei nicht erkennbarem bzw. unklarem Auslöser und jeglicher Form von Unsicherheit immer umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Akute Bronchitis

Ein möglicher Grund für blutiges Sekret kann eine schwere, akute Bronchitis sein. Mit diesem Begriff wird medizinisch eine Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien bezeichnet, welche meist mit einer Entzündung der oberen Luftwege (Nasen- und Rachenraum) einhergeht. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen und betrifft pro Woche rund 80 von 100.000 Einwohnern, wobei sich diese Zahl in den Wintermonaten normalerweise verdoppelt.

Ein akute Bronchitis kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, meist liegt jedoch eine virale Infektion (z.B. mit Influenza-, Rhino- oder Coronaviren) vor. Seltener können auch Bakterien, Pilze oder chemische Reize die Erkrankung hervor rufen, zudem kann die Entzündung auch im Zusammenhang mit anderen Infektionskrankheiten (wie z.B. Masern) auftreten. Kennzeichnend für die akute Bronchitis ist vor allem ein starker, zunächst trockener Husten, der oft von Schnupfen begleitet wird. Breiten sich die Viren weiter aus, kommen Fieber und andere typische Erkältungsbeschwerden wie Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen, Heiserkeit, Brennen in der Brust, Abgeschlagenheit und Nachtschweiß hinzu.

Nach einigen Tagen entwickelt sich der so genannte „produktive“ Husten, wobei der Auswurf zunächst normalerweise zähflüssig und weißlich-klar erscheint. Später kann dieser durch eine zusätzliche bakterielle Infektion („Superinfektion“) auch eine gelblich oder grüne Farbe annehmen. In schweren Fällen können zudem leichte Beimengungen von Blut vorkommen, was durch kleine Verletzungen der Schleimhäute bedingt ist und dementsprechend normalerweise keinen Grund zur Sorge bedeutet. Dennoch sollte der blutige Auswurf vorsichtshalber immer vom Arzt abgeklärt werden.

Blutiger Auswurf bei Lungenentzündung

Neben dem kann eine schwere Lungenentzündung (Pneumonie) der Grund sein. Bei dieser handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes, welche meist durch eine Infektion mit Bakterien bzw. vor allem durch sogenannte „Pneumokokken“ verursacht wird. Seltener können auch Viren, Pilze oder Parasiten die Erkrankung auslösen, wobei hier in erster Linie immungeschwächte Personen (z.B. nach einer Organtransplantation oder bei HIV) betroffen sind.

Das Symptomatik bei der Lungenentzündungen ist ähnlich wie bei einer Bronchitis und beginnt normalerweise mit Atemproblemen, Luftnot und starkem Husten. Der Auswurf ist gelbgrün, bräunlich oder schleimig-eitrig, in schwereren Fällen können auch Blutbeimengungen erkennbar sein. Hinzu kommen typischerweise hohes Fieber, Schüttelfrost und Brustschmerzen sowie unspezifische Beschwerden wie Abgeschlagenheit und Erschöpfung, Glieder- und Kopfschmerzen. Eine Entzündung der Lunge ist nicht zu unterschätzen und kann eine lebensbedrohliche Gefahr werden. Vor allem für Babys bzw. Kleinkinder, Senioren und immungeschwächte Patienten stellt die Erkrankung ein erhöhtes Risiko dar. Bei jungen und gesunden Menschen ist die körpereigene Abwehr hingegen normalerweise stark genug, um die Erreger zu bekämpfen.

Legionellose / Legionärskrankheit

Eine besonders schwere Form der Lungenentzündung stellt die so genannte „Legionellose“ bzw. „Legionärskrankheit“ dar, welche ebenfalls mit blutigem Auswurf einhergehen kann. Ausgelöst wird die Entzündung in diesem Fall von Bakterien der Gattung Legionella (Legionella pneumophila), welche sich vor allem in warmem Süßwasser (20 bis 55 Grad) verbreiten und vermehren. Die Infektion erfolgt jedoch nicht direkt durch im Wasser befindliche Legionellen, sondern über zerstäubtes Wasser (Aerosol), z.B. beim Duschen, in Whirlpools, durch Inhalatoren oder Luftbefeuchter am Arbeitsplatz. Die Legionärskrankheit verursacht normalerweise zunächst eher allgemeine Beschwerden wie hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Hinzu können Brustschmerzen, Atemnot, Reizhusten mit Blutbeimengungen im Auswurf kommen, teilweise treten auch Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen auf.

Hustensekret mit Blut bei Lungenembolie

Ein sehr ernster Grund für den blutigen Auswurf kann eine Lungenembolie sein. Diese ist zwar nicht immer unmittelbar lebensgefährlich, dennoch sterben nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V. (DGA) allein hierzulande jährlich bis zu 100.000 Menschen daran. Damit stellt die Lungenembolie nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste gefäßmedizinische Todesursache dar.

Den Ausgangspunkt einer Lungenembolie bildet in den meisten Fällen ein Gefäßverschluss (Thrombose), wobei besonders häufig die tiefen Bein- oder Beckenvenen betroffen sind. Als einer der Hauptrisikofaktoren für eine Thrombose gilt das Lebensalter, ebenso wie z.B. eine Blutvergiftung, Herzschwäche oder ein vorheriger Herzinfarkt. Zudem steigt die Gefahr z.B. nach einer Operation, längerer Bettlägerigkeit, durch Schwangerschaft und Wochenbett oder durch bestimmte Medikamente und Hormone (wie z.B. die Antibabypille).

Besteht ein Brutgerinnsel, können sich unter Umständen Teile dessen lösen, was oft direkt nach dem morgendlichen Aufstehen infolge von Druckschwankungen im Gefäßsystem (z.B. durch starkes Pressen beim Stuhlgang) geschieht. Dieser so genannte „Embolus“ kann durch den Blutstrom zum Herzen und von dort aus die Lunge gelangen und dort – je nach Größe – ein Gefäß teilweise oder vollständig verschließen. In der Folge wird der verstopfte Bereich der Lunge nicht mehr ausreichend durchblutet, was je nach Größe des Embolus und betroffenem Gefäß unterschiedliche Symptome hervorrufen kann.

Während eine kleinere Embolie nur geringe Probleme verursacht und oft sogar unbemerkt verläuft, treten bei Verschluss eines größeren Gefäßes schlagartig schwere Beschwerden auf.Typisch sind unter anderem eine plötzlich schneller werdende Atmung und Luftnot, Brustschmerzen, Schweißausbrüche und Ohnmacht. Ebenso zeigen sich häufig Angst und ein Gefühl der Beklemmung, Herzrasen sowie Husten mit Auswurf, in welchem kleine Blutbeimengungen zu erkennen sind. Im Falle einer massiven Lungenembolie besteht akute Lebensgefahr, denn durch die starken Beeinträchtigungen des Blutkreislaufes in Herz und Lunge droht unter anderem ein Herz-Kreislauf-Stillstand, welcher ohne frühzeitiges Eingreifen in der Mehrzahl der Fälle tödlich endet. Dementsprechend muss bei Verdacht auf eine Lungenembolie umgehend ein Notruf abgesetzt werden.

Blutiger Auswurf am Morgen / COPD

Eine weitere mögliche Ursache stellt die so genannte „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ dar, welche kurz als „COPD“ (Abkürzung der englischen Bezeichnung „Chronic obstructive pulmonary disease”) bezeichnet wird. Unter dem Begriff COPD werden dabei verschiedene chronische Atemwegserkrankungen zusammen gefasst, deren gemeinsames Merkmal eine zunehmende Blockierung des Luftstroms in der Lunge ist (Obstruktion). In der Folge kommt es zu den typischen COPD-Syptomen Atemnot, Husten und Auswurf („AHA“-Symptome“), weshalb die Erkrankung umgangssprachlich oft als „Raucherhusten“ oder „Raucherlunge“ bezeichnet wird.

Meist ist der Husten am Morgen besonders stark ausgeprägt, häufig verbunden mit Auswurf. Dieser ist normalerweise farblos, kann bei Infekten aber auch gelblich-grün oder bräunlich verfärbt sein sowie infolge der dauerhaften Entzündung kleine Blutbeimengungen enthalten. Hinzu kommt eine mit der Zeit immer stärker werdende Atemnot und weitere Beschwerden wie z.B. eine verminderte Leistungsfähigkeit, geringe Belastbarkeit, Abgeschlagenheit sowie pfeifende oder brummende Geräusche beim Atmen. In der Folge können oft schon einfache alltägliche Dinge wie Treppen steigen oder das Tragen des Einkaufs Schwierigkeiten bereiten und zu einem immer größeren Problem werden. COPD stellt daher keinesfalls nur einen “harmlosen” Raucherhusten dar, sondern ist eine lebensgefährliche Lungenkrankheit, die zu tödlich endenden Komplikationen wie einem Herzversagen (Cor Pulmonale) führen kann.

Die Erkrankung ist in erste Linie durch eine chronisch obstruktive Bronchitis und/oder das so genannte “Lungenemphysem“ gekennzeichnet. Im Vorfeld einer COPD leiden die meisten Betroffenen an einer einfachen chronischen Bronchitis, die jedoch noch keine dauerhaft verengten Luftwege bedeutet und daher prinzipiell noch umkehrbar ist. Wird die Ursache für der chronischen Bronchitis (wie z.B. das Rauchen) nicht beseitigt, kann sich jedoch im weiteren Verlauf eine chronisch obstruktive Bronchitis und damit eine COPD entwickeln. In diesem Fall sind die Veränderungen der Lunge nicht mehr rückgängig zu machen, stattdessen besteht eine Verengung der Bronchien, durch welche es bei Belastung sowie später auch im Ruhezustand mehr und mehr zu Luftnot (Dyspnoe) kommt.

Darüber hinaus kann es durch die dauerhafte Entzündung im weiteren Verlauf dazu kommen, dass die Wände der Lungenbläschen (Alveolen) angegriffen und zerstört werden. In der Folge verschmelzen die kleinen Bläschen zu größeren Blasen, wodurch eine krankhafte Überblähung der Lunge entsteht und schließlich eine unwiderruflichen Verminderung der Lungenfunktion einsetzt.

Als Hauptursache der COPD gilt das Zigarettenrauchen, rund 90 Prozent aller Betroffenen sind Raucher bzw. ehemalige Raucher. In seltenen Fällen kann auch das jahrelange Einatmen anderer schädlicher Stoffe wie z.B. giftiger Staub, Dämpfe oder toxische Flüssigkeiten der Auslöser sein. Dementsprechend ist die COPD beispielsweise z.B. im Steinkohlebergbau mittlerweile sogar als Berufskrankheit anerkannt („Bergmannsbronchitis“). Auch Autoabgase und Feinstaub sowie genetische Faktoren (wie z.B. ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel) können die Erkrankung begünstigen.

Blut im Auswurf bei Lungenkrebs

In sehr ernsten Fällen kann auch Lungenkrebs (Lungenkarzinom) bzw. ein Bronchialkarzinom die Ursache für die Blutbeimengungen im Sputum sein. Dabei handelt es sich um eine Tumorerkrankung, an welcher in Deutschland jedes Jahr rund 50.000 Menschen erkranken.Vermutet wird, dass für die Entstehung von Lungenkrebs viele verschiedene Einflüsse gemeinsam verantwortlich sind, oft lässt sich bei Betroffenen auch gar kein konkreter Auslöser feststellen. Bekannt sind jedoch einige Faktoren, die das Risiko deutlich erhöhen und dementsprechend vermieden werden sollten. Zu diesen zählen vor allem Rauchen und Passivrauchen, aber auch z.B Asbest, Strahlenbelastung durch medizinische Untersuchungen (z.B. häufiges Röntgen) oder Luftschadstoffe wie Dieselruß.

Das besonders Tückische an der Erkrankung ist, dass der Krebs keine Schmerzen verursacht. Stattdessen treten typische Symptome erst spät auf, wodurch die Erkrankung oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Daher sollten Warnhinweise für Lungenkrebs besonders ernst genommen und umgehend ärztlich abgeklärt werden. Hierzu zählen unter anderem anhaltender Husten über mehr als vier Wochen hinweg sowie Schleim und Sekret mit Blutbeimischungen. Dabei können schon kleinste und lediglich ein Mal vorkommende Blutspuren ein wichtiges Signal sein. Auch Brustschmerzen oder ein Stechen in der Brust, welches sowohl beim Atmen, Husten, in Ruhe sowie bei Belastung auftreten kann, sollte keinesfalls ignoriert werden. Zudem treten im Vorfeld meist bereits über einen längeren Zeitraum eher unauffällige Krebs Anzeichen und Symptome wie Fieber, Nachtschweiß, Antriebslosigkeit, zunehmende Erschöpfung, Atemprobleme und ungewollte Gewichtsabnahme auf.

Behandlung bei Blutbeimengungen im Sekret

Konnte der Arzt eine unkomplizierte Bronchitis diagnostizieren, ist normalerweise keine spezielle Behandlung erforderlich. Generell sollte jedoch auf den Konsum von Tabak verzichtet und (vor allem bei Fieber) auf ausreichend Ruhe und Schonung geachtet werden. Je nach Beschwerdebild können daneben z.B. Inhalationen, Schmerzmittel wie Paracetamol oder die kurzfristige Einnahme von Hustenblockern (Antitussiva) helfen, besteht eine bakterielle Superinfektion verschreibt der Arzt im Regelfall Antibiotika.

Im Falle einer Lungenentzündung erfolgt die Therapie in vielen Fällen (schwere Form der Pneumonie, ältere Patienten, bestehende Begleiterkrankungen etc.) im Krankenhaus. Meist kommen spezielle Medikamente zur Bekämpfung der auslösenden Erreger zum Einsatz, wie z.B. Antibiotika oder Antipilzmittel. Kommt es zu schwerer Luftnot, kann zudem die Gabe von Sauerstoff notwendig werden. Ist der Patient jung und gesund, heilt die Erkrankung normalerweise innerhalb von etwa sechs Wochen ohne Folgen aus. Liegt hingegen eine geschwächte Abwehr vor, kann der Heilungsverlauf sehr viel länger dauern. Zudem können Komplikationen wie z.B. eine Blutvergiftung, Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis) oder ein Blutgerinnsel auftreten, welche unter Umständen lebensbedrohlich sein können.

Bei der Legionärskrankheit (Legionellose) ist es besonders wichtig, dass die Therapie so früh wie möglich beginnt, da die Erkrankung vor allem für ältere und chronisch kranke Menschen lebensbedrohlich werden kann. Dementsprechend sollte bestenfalls schon bei Verdacht auf eine Infektion umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Hat sich der Patient tatsächlich mit Legionella pneumophila infiziert, wird normalerweise über etwa ein bis drei Wochen ein Antibiotikum (z.B. Levofloxaci) eingesetzt. Zudem ist es unerlässlich, durch die Beseitigung der Infektionsquelle (wie z.B. marode Wasserversorgungssysteme) die Ausbreitung zu verhindern.

Liegt eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) vor, besteht der wichtigste Schritt zur Verhinderung eines weiteren Fortschreitenss der Erkrankung in der Beseitigung des Risikofaktoren. Dementsprechend ist in den meisten Fällen eine umgehende Rauchentwöhnung notwendig, teilweise kann bei starker Belastung durch Staub, Gase, Dämpfe o.ä. auch ein Arbeitsplatzwechsel angezeigt sein. Die medikamentöse Therapie dient darüber hinaus der Linderung der Symptomatik und Vermeidung von lebensbedrohlichen Komplikationen. Hier kommen je nach Erkrankungsstadium verschiedene Mittel zum Einsatz, welche vor allem eine Erweiterung der Atemwege und dementsprechend eine verbesserte Atmung bewirken sollen (Bronchodilatatoren).

Raucherhusten im Zuge einer fortschreitenden COPD. Bild: joshya - fotolia
Raucherhusten im Zuge einer fortschreitenden COPD. Bild: joshya – fotolia

Bei akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) werden bei bakteriellen Infektionen normalerweise Antibiotika eingesetzt. Ist die COPD sehr weit fortgeschritten, ist häufig eine Langzeit-Sauerstofftherapie (LOT) angezeigt, bei welcher dem Patienten mittels einer so genannten „Nasenbrille“ Sauerstoff zugeführt wird. Neben dem stehen eine Reihe weiterer nicht-medikamentöser Maßnahmen zur Verfügung. Hierzu zählen z.B. Patientenschulungen, Inhalationen, körperliches Training, bestimmte Atemübungen oder das Erlernen atemerleichternder Körperstellungen im Rahmen einer Physiotherapie.

Bei einem Lungenkarzinoms hängt die Therapie in entscheidendem Maße davon ab, welche Form von Lungenkrebs (nicht-kleinzellig oder kleinzellig) vorliegt und in welchem Stadium sich die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose befindet. Zudem spielen das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand sowie mögliche Vorerkrankungen der Lunge des Patienten eine zentrale Rolle. Je nach Fall kommen lokal (Operation, Strahlentherapie) oder systemisch wirkende Therapieverfahren (z.B. Chemotherapie) zum Einsatz, welche häufig auch kombiniert werden. Neben dem bestehen verschiedene Ansätze, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können. Hierzu gehören unter anderem eine Stärkung des Allgemeinzustandes durch eine vollwertige Ernährung sowie psychologische Unterstürzung durch entsprechende Experten, um die Erkrankung besser bewältigen zu können.

Therapie und Vorbeugung bei Lungenembolie

Liegt der Verdacht auf eine Lungenembolie vor, muss dieser umgehend abgeklärt werden. Denn nur eine schnelle Diagnose und Behandlung können einen Krankheitsverlauf verhindern. Dementsprechend sollte sofort der Notarzt verständigt werden, welcher je nach Symptomatik zunächst Schmerz-, Beruhigungsmittel oder kreislaufstabilisierende Medikamente verabreicht. Die weiteren Schritte erfolgen dann normalerweise im Krankenhaus entsprechend dem Schweregrad der Embolie. Hier kommt z.B. in weniger schweren Fällen eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Heparin) in Betracht. Bei schwereren Verschlüssen können Medikamente eingesetzt werden, die das Blutgerinnsel auflösen und dadurch wieder für einen ungestörten Blutfluss sorgen („Lyse-Therapie“). Möglich ist auch eine mechanische Zerkleinerung des Blutgerinnsels mittels einer Katheter-Behandlung sowie eine Entfernung durch einen offenen Eingriff (pulmonale Embolektomie).

Eine Lungenembolie wird meist durch den Gefäßverschluss (Thrombose) einer Vene des Beckens oder Beins verursacht. Dementsprechend besteht die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung in der effektiven Verhinderung einer Thrombose. Wichtig ist hier einerseits die Einhaltung bestimmter Allgemeinmaßnahmen, indem z.B. bei einer Erkrankung nur so lange Bettruhe eingehalten wird, wie sie wirklich sinnvoll und hilfreich ist. Auch nach einer Operation sollte der Patient so früh wie möglich wieder mobilisiert werden, um das erhöhte Risiko durch eine längere Bettlägerigkeit zu verringern. Neben dem können z.B. Kompressionsverbände oder so genannte „Thrombosestrümpfe“ vor und nach dem Eingriff oder nach der Entbindung den Blutabfluss verbessern und somit einem Gerinnsel entgegenwirken.

Wichtig sind zudem eine Rauchentwöhnung, der Abbau von Übergewicht und ausreichendes Trinken, ebenso kann Venengymnastik (z.B. Fußkreisen oder -wippen) eine sinnvolle Prävention darstellen. Generell sollte stets auf ausreichend Bewegung geachtet werden. Auf längeren Reisen z.B. mit dem Flugzeug oder der Bahn, ist es empfehlenswert, sich zwischendurch immer wieder „die Beine zu vertreten“ oder alternativ am Platz Venengymnastik durchzuführen.

Neben dem kann einer Lungenembolie bzw. einem erneuten Auftreten mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulanzien) vorgebeugt werden. Hier kommen Wirkstoffe wie z.B. Dalteparin, Rivaroxaban oder Danaparoid in Betracht.

Hausmittel und Naturheilkunde bei Blut im Husten

Hausmittel und alternative Heilmethoden kommen bei blutigem Auswurf nur begrenzt zum Einsatz, denn viele zugrunde liegende Ursachen (wie z.B. Lungenentzündung, Bronchialkarzinom) bedürfen einer schnellen und intensiven medizinischen Behandlung und den Einsatz bestimmter Medikamente. Dementsprechend sollte jegliche Form von Blut im Auswurf unbedingt ernst genommen und ärztlich untersucht werden, um den Auslöser genau abklären zu können.

Wird als Ursache jedoch z.B. eine Bronchitis diagnostiziert, kann die Naturheilkunde durchaus unterstützend angewendet werden. Bei krampfartigem Husten kommt hier z.B. ein Tymian-Brustwickel Frage. Für diesen wird zunächst aus zwei Teelöffeln Thymiankraut und 500ml Liter kochendem Wasser ein Tee aufgebrüht und fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen. Anschließend wird in diesem ein Tuch aus Baumwolle getränkt und nach kurzer Abkühlung um die Brust gewickelt. Darüber kommen ein weiteres Baumwolltuch sowie ein wärmender Wollschal, fühlt sich der Wickel auf der Haut kalt an, wird er wieder abgenommen.

Ein weiteres bewährtes Hausmittel gegen Bronchitis stellt das Inhalieren dar, welches hilft, den Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern. Hier empfiehlt es sich, zwei Mal am Tag z.B. mit Meersalz zu inhalieren, wobei sich eine 0,9-prozentige Salzlösung (pro Liter Wasser 9 Gramm Salz) bewährt hat. Als weitere wirksame Hausmittel gegen Husten können verschiedene Kräutertees eine wohltuende Hilfe sein. Je nach Beschwerdebild eignet sich dabei z.B. zum Schleimlösen und Husten stillen eine Kombination aus Eibischwurzel, Isländisch Moos und Süßholzwurzel (20/40/40 Gramm). Von der Mischung werden zwei Teelöffel mit 250ml kochendem Wasser überbrüht und zehn Minuten ziehen gelassen. (nr)