Flankenschmerzen

Flankenschmerzen

Flankenschmerzen; Schmerzen in der Seite. Als „die Flanke“ wird von vielen Menschen der Bereich zwischen Brust und Becken an der Körperseite und an der Rückseite bezeichnet- wo zum Beispiel nach starker Verausgabung das „Seitenstechen“ auftritt. In diesem Artikel beschreiben wir mögliche Formen des Flankenschmerz.

Flankenschmerz:

Flankenschmerzen
Flanken: Körperseiten ohne Knochen
Verbindungen
Flankenschmerzen Ursachen
Flankenschmerzen bei Nierenkrankheiten
Entzündliche Erkrankungen
Steinleiden und Steinanfall
Einseitiger Flankenschmerz
Weitere Ursachen Flankenschmerzen



Flanken: Körperseiten ohne Knochen

Als Flanken bezeichnet man die beiden Rumpfseiten des Körpers, die sich von der Bauchnabelregion bis zu den Lendenwirbeln erstrecken. Dabei sind die Flanken nicht durch Skelettknochen geschützt, sondern stellen einen durch Haut, Muskeln und Bindegewebe umgebenen Bereich dar, der nach oben hin durch den Rippenbogen, nach unten hin durch Leisten und Hüfte begrenzt wird.

Verbindungen

Anatomisch befinden sich hier äußerlich die letzten, sogenannten „freien“ Rippen und einige Muskeln. In der Schicht darunter treten Nerven aus und es befindet sich in der Tiefe, an der Innenseite der Wirbelsäule, der Hüftbeugemuskel, der M. Iliopsoas. Etwas weiter vorne befindet sich jeweils rechts der aufsteigende und links der absteigende Teil des Dickdarmes. Noch weiter in der Tiefe kommen dann die Nieren.

Flankenschmerzen Ursachen

Schmerzen und Ursachen am Bewegungsapparat: Unterhalb der 12. (letzten) Rippe befindet sich ein kleiner von Muskeln umrahmter Zwischenraum- der sogenannte Raum von Grynfeltt. In diesem Raum kann es bei hohem Druck zum Austreten von Gewebe durch einen Bruch kommen. Der auftretende Schmerz wird von den Betroffenen häufig als Flankenschmerz bezeichnet und sehr punktuell empfunden.

Viele Menschen geben bei Rückenschmerzen, wenn sie sich wegen der Schmerzen nicht zurücklehnen oder nur unter Schmerzen nachts umdrehen können, in diesem besagten Raum die für sie fühlbare Ursache an. Zu tasten ist dann dort häufig eine etwa mandelnkerngroße Verdickung, die nach dem "FaszienDistorsionsModell" (FDM) auch als ein Bruch (Hernie) aufgefasst und therapeutisch mit starkem Druck behandelt wird.

Denkbar ist bei diesem Phänomen auch, dass es Verhärtungen im Hüftbeugemuskel gibt, die zu sogenannten Triggerpunkten führen. Dies sind Punkte, deren pH- Wert nicht in Ordnung und eine schmerzauslösende körpereigene Substanz erhöht ist. Die Ärztin des ehemaligen us- amerikanischen Präsidenten Kennedy hatte diese mit einem Kollegen gefunden und erfolgreich mit starkem Druck, Eisspray oder lokalen Injektionen von Betäubungsmitteln behandelt. Da der Hüftbeugemuskel eng mit den Ausläufern des Zwerchfells an der Wirbelsäule verwoben ist, könne sich hier Spannungen oder Bewegungseinschränkungen gegenseitig stark beeinflussen.

Ein anderer Auslöser können abgedrückte Nerven in der Flankenregion sein. Sie verlaufen zwischen den schrägen Bauchmuskeln und können bei starker Anspannung letzterer wohl abgeklemmt werden. Angenommen wird, dass sie eventuell vorher schon an der Wirbelsäule durch einen Bandscheibenvorfall oder eine - vorwölbung gereizt werden. Wenn strukturelle Ursachen, vor allem der Nieren, als Schmerzverursacher in der Flankenregion ausgeschlossen wurden, kann die reine Beweglichkeit eingeschränkt sein. In der Osteopathie sieht man die Gleitflächen der Organe untereinander wie Gelenke an. Ist die Beweglichkeit eingeschränkt, kann es zu Beschwerden kommen. Chiropraktische Erklärungsmodelle gehen teilweise von einer Bewegungseinschränkung der 11. oder 12. Rippe aus, was sich durch ein Einrenken der betroffenen Rippe wieder bessern soll. An der 12. Rippe setzt ein Muskel an, der bis zum Beckenkamm führt- der M. Quadratus lumborum. Auch er kann verspannt sein und Beschwerden verursachen.

Flankenschmerzen bei Nierenkrankheiten

Flankenschmerzen bei Nieren- und Harnwegserkrankungen: Schmerzen in den Flanken werden am häufigsten durch Erkrankungen der Nieren verursacht, die anatomisch rechts und links vor der Wirbelsäule ungefähr zwischen dem 11./12. Brustwirbel und dem 3./4. Lendenwirbel liegen. Von den Betroffenen werden die Schmerzen auch als „Nierenschmerzen“ beschrieben

Entzündliche Erkrankungen

Entzündungen von Nieren und Harnorganen können Flankenschmerzen verursachen. Akut verlaufende Blasenentzündungen (Zystitis) oder Harnleiterentzündungen gehen dabei in nur in einigen Fällen mit einem Druckgefühl in der Lendengegend einher, während eine akute Nierenbeckenentzündungen (Pyelonephritis) starke (druckartig) ziehende bis stechende Schmerzen verursachen. In diesen Fällen kommen meist weitere Symptome wie Blut im Urin und Fieber hinzu. Beim chronischen Verlauf wird über anhaltende Kopf- und Rückenschmerzen geklagt. Mit einem ebenfalls anhaltenden und oftmals dumpfen Schmerz im Lendenbereich kommt die chronische Glomerulonephritis (Nierenentzündung) daher.

Steinleiden und Steinanfall

Eine akute Nierenkolik sorgt für heftige krampfartig auf- und abschwellende Schmerzen in Flanken, Rücken und Leisten, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Die hierfür ursächlichen Nierensteine (Nephrolithiasis) dagegen bewirken eher einen dumpfen Druck im Lendenbereich.

Einseitiger Flankenschmerz

Einseitige Flankenschmerzen können auf einen Nierentumor oder Nierenkrebs, einen Nierenabszess, eine Nierenvenenthrombose oder einen Niereninfarkt hinweisen.

Weitere Ursachen Flankenschmerzen

Weitere organische Ursachen für Flankenschmerzen. Natürlich können die Schmerzen auch durch Unfälle mit Verletzungen in der Flankenregion oder den angrenzenden Bereichen entstehen. Ebenso kommen ausstrahlende Schmerzen anderer Organe in Frage, zum Beispiel bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, etwa Darmkrankheiten, Erkrankungen von Leber, Galle oder der Bauchspeicheldrüse. Aus dem Bereich der Infektionskrankheiten ist an einen Herpes Zoster zu denken, der als „Gürtelrose“ typischerweise im Flankenbereich starke Nervenschmerzen verursachen kann.
(Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin und Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 25.05.2010 )


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