Pickel am Po

Jeanette Vinals Stein

Pickel und Akne am Po
Nicht selten leiden Jugendliche, Frauen und Männer nicht nur im Gesicht an Hautunreinheiten, sondern auch unter Pickel am Po, die in ihrer Erscheinung von kleinen rauen Pickelchen bis hin zu eitrigen Entzündungen und Furunkeln variieren können. Dabei unterscheiden sich die Ursachen und Entstehungsfaktoren von Pickeln am Po bis auf wenige Aspekte nicht von Pickeln und Hautunreinheiten in anderen Körperregionen. Neben Hormonen und Störungen der Talgdrüsen spielen dabei auch Medikamente, Kosmetika, Ernährung und Lebensweise eine Rolle.

Inhaltsverzeichnis:
Pickel am Po
Synonyme
Erscheinungsformen, Beschwerden und Komplikationen
Ursachen für Pickel am Po
Hormonelle Einflüsse und vermehrte Talkproduktion
Medikamente und Kosmetika als Ursachen für Pickel
Ernährung und Lebensweise
Behandlungsmöglichkeiten der Naturheilkunde

Mehr zum Thema:

Synonyme

Pickel am Gesäß; Acne inversa; Acne conglobata; Furunkulose; Pusteln am Po, Pickel am After.

(Bild: JERMVUT KITCHAICHANK/fotolia.com)
Eitrige Pickel am Po können Schmerzen beim Sitzen bedingen. (Bild: JERMVUT KITCHAICHANK/fotolia.com)

Erscheinungsformen, Beschwerden und Komplikationen

Pickel am Po erscheinen in unterschiedlicher Form. So kann beispielsweise ein abgegrenztes Areal mit vielen winzigen Pickeln auftreten, die sich beim Berühren rau und trocken anfühlen. Kommt es plötzlich zu juckenden Quaddeln, handelt es sich wahrscheinlich um eine allergische Reaktion. Eitrige Pickel, die eher an der Oberfläche sitzen, stören oftmals oder bereiten Schmerzen und werden unsachgemäß ausgedrückt. Dies kann zu schlimmeren Entzündungen und letztlich zu hässlichen Narben führen. Verkapselte Knoten, die tiefer unter der Haut sitzen, können mit Eiter gefüllt sein (Abzesse). Diese sind sehr schmerzhaft und können ernsthaft die Gesundheit gefährden, wenn sie gequetscht werden und dabei Bakterien in die Blutbahn gelangen (Sepsis). Im Rahmen mancher Akneformen, z.B. bei Acne inversa oder Acne conglobata, die vor allem Männer bis ins Erwachsenenalter begleiten kann, treten die Pickel, Knoten und Fisteln bevorzugt an Rücken und Gesäßfalten auf. Obwohl Pickel am Gesäß nicht so gut sichtbar für die Umgebung sind wie im Gesicht, leiden die Betroffenen dennoch darunter, weil sie neben den Schmerzen auch Scham und Peinlichkeit beim Umkleiden oder Duschen z.B. in Schwimmbad oder Sportverein sowie in intimen Situationen mit der Partnerin bzw. dem Partner empfinden.

Ursachen für Pickel am Po

Warum bilden sich Pickel am Po, welche Ursachen sind möglich? Es gibt verschiedene Faktoren, die isoliert oder kombiniert zu Pickeln führen. Vor allem Hormone und eine verstärkte Hauttalgproduktion (Seborrhoe) sollen verantwortlich sein. Überdies besteht oft eine bakterielle Beteiligung. Zu den Ursachen zählen weiterhin Medikamente und schlecht vertragene Stoffe in Textilien oder Kosmetika. In der Naturheilkunde ist der Blick darüber hinaus auf Lebensweise, Verdauung und Darmgesundheit gerichtet.

Hormonelle Einflüsse und vermehrte Talkproduktion

Pickel, Pusteln und andere Hautunreinheiten treten häufig in Verbindung mit hormonellen Umstellungen, wie der Pubertät, in Erscheinung Jedoch auch andere Störungen im Hormonstoffwechsel, die mit einer erhöhten Androgenkonzentration einhergehen, führen oftmals zu Hautunreinheiten und Pickeln. Es besteht dabei eine Verengung der Talgdrüsenausgänge bei übermäßiger Hauttalgproduktion in der betroffenen Hautregion, die einen guten Nährboden für Bakterien (z.B. Propionibacterium acnes) bietet. Darüber hinaus ist das Gesäß die meiste Zeit über licht- und luftdicht bekleidet, was zu vermehrter Schweißbildung bzw. unzureichender Belüftung der Haut führt. Zudem können Kleidung oder das Scheuern des Fahrradsattels die Haut reizen.. Einzeln oder kombiniert können diese Faktoren Pickelbildung am Po begünstigen und entzündliche Prozesse fördern.

Medikamente und Kosmetika als Ursachen für Pickel

Ebenfalls ursächlich für die Pickel am Po kann die Anwendung bestimmter Medikamente sein. Dazu gehören Kortikosteroide, Androgene, Gestagene, Lithium, Bromide, Jodide, Vitamine, Psychopharmaka und Antiepileptika. Auch Ovulationshemmer (die „Pille“) können Pickel begünstigen, werden andersherum jedoch häufig erfolgreich gegen Hautunreinheiten eingesetzt. Äußerlich kann die Anwendung von Kosmetikprodukten, die auf der Basis von Pflanzenölen, Wollfett oder Vaseline hergestellt werden, Akne auslösen bzw. verschlimmern.

Ein allergischer Ausschlag am Gesäß kann durch eine Vielzahl von Stoffen provoziert werden, zum Beispiel durch Waschmittel, Duschgels oder Körpercremes, ganz gleich, ob es sich um synthetische oder pflanzliche Produkte handelt.

Ernährung und Lebensweise

Während das Rauchen zu den allgemein anerkannten Faktoren gehört, die Pickel verursachen oder verstärken sollen, wird die Ernährung konventionell überhaupt nicht mit der Bildung von Pickeln oder Akne in Verbindung gebracht. Naturheilkundlich werden dagegen neben einer mangelnden Ausscheidung von Stoffwechselprodukten aus dem Körper auch eine bestimmte Ernährungsweise (z.B. vorwiegend Schweinefleisch, Eier, Milchprodukte), Verstopfung (Obstipation), Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Störungen der Darmflora für die Entstehung mitverantwortlich gemacht. Auch weitere Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Unterernährung (z.B. bei Untergewicht) und Infektionen werden als Ursachen diskutiert. Der Verlauf kann außerdem ungünstig durch Stresserleben sowie belastenden emotionalen Faktoren beeinflusst werden.

Behandlungsmöglichkeiten der Naturheilkunde

Wer seine Scham überwindet und sich einem Praktiker der Naturheilkunde anvertraut, dem werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gegen die Pickel am Po angeboten. Soweit bekannt, richtet sich die Therapie nach der Ursache. Nicht vertragende Medikamente, Kosmetika und Nahrungsmittel können u.a. kinesiologisch oder mit Elektroakupunktur ermittelt werden. Auch eigene Beobachtungen, in einem Protokoll festgehalten, können Aufschluss über verstärkende bzw. auslösende Faktoren geben. Gefundene Auslöser sind (bei Medikamenten möglichst in Absprache mit dem Arzt) zu ersetzen bzw. wegzulassen. Über den Zustand der Darmflora kann eine Stuhluntersuchung im Labor Auskunft geben.

Die Behandlung erfordert Geduld und Zurückhaltung in Bezug auf das Ausdrücken und Quetschen der Pickel. Wenn möglich, sollten die Hosen nicht zu eng anliegen und Unterhosen aus Materialien hergestellt sein, die nicht Scheuern und vermehrte Schweißbildung vermeiden. Handtücher sollten insbesondere bei Eiterpickeln nur einmal benutzt werden. In der Phytotherapie werden bevorzugt Heilpflanzen mit blutreinigender, antientzündlicher, stoffwechselverbessernder sowie ausleitender Wirkung eingesetzt. Die Ausleitung über die Haut kann etwa mit Saunabesuchen oder Trockenbürstenmassagen (nicht in akut entzündeten Bereichen) unterstützt werden. Daneben können Homöopathie, Akupunktur und eine Vielzahl weiterer Naturheilverfahren den Organismus wieder ins Gleichgewicht bringen und so hormonelle und vegetative Funktionen regulieren. Äußerlich können Aloe vera– Saft und Heilerde (bei Entzündungen) sowie Nachtkerzenöl (bei rauen, trockenen Hautarealen) Linderung bringen. Weiterhin stehen zahlreiche Hausmittel gegen Pickel zur Verfügung, die eigenständig angewendet werden können. Der Gang zum Arzt ist allerdings dringend anzuraten, wenn starke Schmerzen und eitrige Abzesse bzw. großflächige Entzündungen bestehen. (jvs)