Zwiebelsäckchen herstellen und ihre Wirkung

Volker Blasek

Zwiebelsäckchen, Zwiebelsocken, Kartoffelsäckchen – erste Hilfe bei Ohrenschmerzen

Das Zwiebelsäckchen hat sich zur Linderung bei Ohrenschmerzen bewährt und zählt zu den bekanntesten Hausmitteln bei einer Mittelohrentzündung. Es ist bestens geeignet für schnelle Selbsthilfe bei Ohrenentzündungen, da die ätherischen Öle der Zwiebel antibakteriell, stoffwechselanregend und schleimlösend wirken und es schnell und einfach herzustellen ist. Die im Zwiebelsäckchen entstehende Wärme lindert zudem den Schmerz. Weitere Hausmittel bei einer Mittelohrentzündung finden sich unter diesem Link.


Was brauchen Sie für ein Zwiebelsäckchen?

Die meisten Sachen, die für ein Zwiebelsäckchen benötigt werden, hat jede/r zu Hause:

  • Ein bis zwei frische Zwiebeln
  • 1 Stofftuch oder ein paar Blätter reißfestes Küchenpapier
  • 1 Mütze oder ein Stirnband
  • Bei Erwachsenen wahlweise Knoblauch und/oder Kamille als Ergänzung
Ein Umschlag mit gehackten Zwiebeln ist ein wirksames Hausmittel gegen Ohrenschmerzen. (Bild: Mara Zemgaliete/fotolia.com)

Anleitung zur Herstellung eines Ziebelsäckchens

Als erstes werden die Zwiebeln in kleine Würfel gehackt oder geschnitten. Diese sollten dann auf Körpertemperatur erwärmt werden und in dem Küchentuch oder Küchenpapier eingeschlagen werden. Den Wickeln nun leicht zusammendrücken, damit der Zwiebelsaft freigesetzt wird. Anschließend muss das Zwiebelsäckchen auf das schmerzende Ohr gelegt und dort mit Hilfe einer Mütze oder einem Stirnband fixiert werden. Dort sollte das Zwiebelsäcken für 20 bis 30 Minuten verweilen. Dieser Vorgang kann mehrmals täglich wiederholt werden. Alternativ kann die Zwiebel auch ausgepresst, der Saft auf ein Wattepad geträufelt und auf das schmerzende Ohr gelegt werden.

Bei schlafenden Kindern kann das Zwiebelsäckchen auch sanft unter das Ohr geschoben werden. Der Effekt verstärkt sich, wenn das Säckchen vorher noch etwas über heißem Wasserdampf erwärmt wird. Etwa eine halbe Stunde drunter liegen lassen, immer wieder kontrollieren, dass sich das Kind nicht dreht und das kleine Päckchen auch richtig liegt und nicht verrutscht. Liegen die Kinder auf den Zwiebeln, können die Dämpfe durch die entstehende Wärme besser aktiviert werden. Das kann einige Male am Tag wiederholt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Zwiebelstückchen glasig zu braten und noch warm in das Säckchen einzupacken.

Kartoffelsäckchen

Die Zwiebeln im Säckchen können auch durch Kartoffeln ersetzt werden. Dazu müssen die Kartoffeln weich gekocht und zerstampft werden. Anschließend verfährt man genau wie beim Zwiebelsäckchen. Die weiche Masse in ein Leinentuch einwickeln, etwas abkühlen lassen und das noch warme Tuch mit den Kartoffeln etwa eine halbe Stunde auf das betroffene Ohr legen.

Eine Alternative zum Zwiebelsäcken – die Zwiebelsocke

Für Kinder, die den beißenden Zwiebelgeruch nicht mögen, gibt es eine ähnlich effektive Methode: Zwiebelsocken. Dabei werden die gehackten Zwiebeln erwärmt. Hierzu eignet sich beispielsweise ein umgedrehter Topfdeckel auf einem Wasserbad. Nun verteilt man die warmen Zwiebelstücke auf zwei Tücher und wickelt sie darin ein. Die beiden Wickel werden nun auf die Fußsohlen der liegenden Kinder gelegt und mit bequem sitzenden Socken fixiert. Die Wirkung kann wahlweise mit einer Wärmeflasche an den Füßen verstärkt werden. Nach etwa 30 Minuten werden die Wickel wieder entfernt, sie können aber auch länger in der Socke verbleiben, beispielsweise über Nacht, falls das Kind während der Behandlung einschläft.

Zwiebelsocken sind die weniger bekannte aber ähnlich effektive Alternative zu den Zwiebelsäckchen. (Bild: Esmeralda/fotolia.com)

Grundsätzlich ist bei einer Mittelohrentzündung bei Kindern Vorsicht geboten und im Zweifelsfall sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden, anstatt eigenständig gegen die Beschwerden vorzugehen, da schlimmstenfalls die Entwicklung einer lebensgefährlichen Mastoiditis droht. (vb)