Der regelmäßige Eierkonsum scheint das Alzheimer-Risiko signifikant zu senken. So ist der Verzehr von einem Ei täglich an mindestens fünf Tagen pro Woche mit einem um bis zu 27 Prozent reduzierten Erkrankungsrisiko verbunden.
Forschende der Loma Linda University (USA) haben die möglichen Zusammenhänge zwischen dem Verzehr von Eiern und dem Alzheimer-Risiko untersucht und dabei einen äußerst positiven Einfluss des Eierkonsums festgestellt. Die entsprechenden Studienergebnisse sind in dem „Journal of Nutrition“ veröffentlicht.
Eier stärken die Gesundheit
Regelmäßiger Eierkonsum wurde in früheren Forschungsarbeiten bereits mit verschiedenen Gesundheitsvorteilen in Zusammenhang gebracht und beispielsweise kam eine 2023 veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass Eier auch das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes senken können.
Zudem berichteten Forschende erst letztes Jahr in dem Fachmagazin „Nutrients“, dass der regelmäßige Verzehr von Eiern das Risiko eines vorzeitigen Todes deutlich senken kann.
Einfluss auf das Alzheimer-Risiko?
In der neuen Forschungsarbeit untersuchten die Fachleute der Loma Linda University nun, inwiefern Eierkonsum auch das Risiko für Alzheimer beeinflusst. Hierfür nutzten sie die Daten von knapp 40.000 Teilnehmenden der „Adventist Health Study-2“, wobei innerhalb einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von rund 15 Jahren 2.858 Teilnehmende an Alzheimer erkrankten.
Die Ernährungsgewohnheiten wurden mittels eines validierten Fragebogens erfasst und die Fachleute unterteilten die Teilnehmenden anhand ihres Eierkonsum in verschiedene Kategorien (von „nie/selten“ bis zu „mindestens 5 Mal pro Woche“), um mögliche Zusammenhänge mit dem Alzheimer-Risiko zu überprüfen.
Dabei fand nicht nur der Verzehr von gekochten Eier, Spiegeleiern und Rührei Berücksichtigung, sondern auch die Aufnahme von eihaltigen Lebensmitteln wie beispielsweise Backwaren oder Nudeln.
Alzheimer-Risiko deutlich niedriger
Die Datenauswertung ergab, dass schon ein geringer Eierkonsum von ein bis drei Eiern pro Monat um Vergleich zu einem kompletten Eierverzicht das Alzheimer-Risiko signifikant senken kann, berichtet das Team.
So sei die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer-Erkrankung auch nach Berücksichtigung anderer potenzieller Einflussfaktoren bei den Teilnehmenden mit geringem Eierkonsum bereits um 17 Prozent niedriger ausgefallen als bei Teilnehmenden, die keine Eier konsumierten.
Wurden an zwei bis vier Tagen pro Woche Eier verzehrt, sank das Alzheimer-Risiko um 20 Prozent, und der Verzehr von einem Ei pro Tag an mindestens fünf Tagen der Woche reduzierte das Alzheimer-Risiko sogar um bis zu 27 Prozent, jeweils im Vergleich zu einem vollständigen Eierverzicht, so das Forschungsteam.
„Im Vergleich zu Menschen, die nie Eier essen, kann der Verzehr von mindestens fünf Eiern pro Woche das Alzheimer-Risiko deutlich senken“, fasst die Studienautorin Prof. Dr. Joan Sabaté von der Loma Linda University School of Public Health zusammen.
Warum senken Eier das Risiko?
Eier enthalten wichtige Nährstoffe, die die Gehirngesundheit unterstützen, wie beispielsweise Cholin, eine Vorstufe von Acetylcholin und Phosphatidylcholin, die beide für das Gedächtnis und die synaptische Funktion entscheidend sind, erläutern die Forschenden.
Außerdem seien Lutein und Zeaxanthin enthalten, die als Carotinoide mit Vorteilen für die kognitiven Funktionen und mit reduziertem oxidativem Stress in Verbindung gebracht werden. Und Eier liefern wichtige Omega-3-Fettsäuren sowie Phospholipide (im Eigelb), die positiven Einfluss auf die Neurotransmitterrezeptoren haben, so die Fachleute weiter.
Demnach könnte der regelmäßige Eierkonsum der Alzheimer-Pathologie auf verschiedenen Ebenen entgegenwirken und die konkreten zugrundeliegenden Mechanismen des Schutzeffekts gilt es nun in weiteren Studien zu ermitteln. Es lässt sich jedoch bereits jetzt festhalten, dass Eier einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Ernährung leisten können. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Loma Linda University Adventist Health Sciences Center: Study: Egg consumption is associated with a lower risk of Alzheimer’s Disease (veröffentlicht 05.05.2026), eurekalert.org
- Egg intake and the incidence of Alzheimer's disease in the Adventist Health Study-2 cohort linked with Medicare data; in: The Journal of Nutrition (veröffentlicht 17.04.2026), sciencedirect.com
- Melanie M. Mott, Xinyi Zhou, M. Loring Bradlee, Martha R. Singer, Ioanna Yiannakou, et al.: Egg Intake Is Associated with Lower Risks of Impaired Fasting Glucose and High Blood Pressure in Framingham Offspring Study Adults; in; Nutrients (veröffentlicht 18.01.2023), mdpi.com
- Holly Wild, Danijela Gasevic, Robyn L. Woods, Joanne Ryan, Rory Wolfe, et al.: Egg Consumption and Mortality: A Prospective Cohort Study of Australian Community-Dwelling Older Adults; in: Nutrients (veröffentlicht 17.01.2025), mdpi.com
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.








