Der Mariendistel-Wirkstoff Silymarin kann bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen äußerst hilfreich sein und die Kombination mit bestimmten essbaren Arzneimitteln aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verbessert die Wirkung zusätzlich.
Forschende der Guangdong Medical University (China) haben die Auswirkungen von Silymarin als Monotherapie und in Kombination mit den TCM-Arzneimitteln „Pueraria lobata“, „Salvia miltiorrhiza“ und „Schisandra chinensis“ bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen untersucht. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „PharmaNutrition“ veröffentlicht.
Mariendistel stärkt die Leber
Dass Wirkstoffe der Mariendistel die Leber stärken und sie vor Erkrankungen schützen können, ist durch zahlreiche frühere Untersuchungen bereits eindeutig belegt. Auch gab es bereits Hinweise auf einen therapeutischen Nutzen bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen (stoffwechselassoziierte steatotische Lebererkrankungen; MASLD).
So ist Silymarin laut einer erst kürzlich veröffentlichten Studie einer der Pflanzenstoffe, die bei Fettlebererkrankungen nachweisbar helfen. In der neuen Forschungsarbeit überprüften die Fachleute nun, ob sich die Wirkung durch die Kombination mit essbaren TCM-Arzneimitteln noch verbessern lässt.
Silymarin & TCM-Arzneimittel kombinieren?
An 69 Personen mit nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen untersuchten die Forschenden die Auswirkungen von Silymarin als Monotherapie und in Kombination mit „Pueraria lobata“, „Salvia miltiorrhiza“ und „Schisandra chinensis“.
Nach dem Zufallsprinzip erhielten die Teilnehmenden über einen Zeitraum von 12 Wochen entweder ein Placebo, Silymarin als Monotherapie oder Silymarin in Kombination mit den drei genannten essbaren TCM-Arzneimitteln.
Dabei wurde der Einfluss auf den sogenannten Fettleber-Index (Indikator für das Ausmaß der Erkrankung), chronische Entzündungen, die Zusammensetzung der Darmflora und den Gallensäurestoffwechsel ermittelt, berichtet das Team.
Kombinationstherapie hat signifikante Vorteile
Die besten Ergebnisse zeigten sich laut den Fachleuten bei den Teilnehmenden mit Kombination von Silymarin und den TCM-Arzneimitteln. Diese hätten sowohl im Vergleich zur Placebo-Gruppe als auch zur Silymarin-Monotherapie-Gruppe eine stärkere Senkung der Interleukin-18-Spiegel im Serum und des Fettleber-Index erreicht.
Des Weiteren habe die Kombinationstherapie die Zusammensetzung der Darmflora und auch den Gallensäurestoffwechsel der Teilnehmenden moduliert, wobei diese Modulation in Zusammenhang mit einer Abnahme entzündlicher Marker sowie des Fettleber-Index stand, ergänzen die Forschenden.
Vielversprechende therapeutisches Potenzial
Insgesamt verdeutlichen die Studienergebnisse das vielversprechende therapeutische Potenzial der Kombination von Silymarin und essbaren Arzneimitteln aus der traditionellen chinesischen Medizin bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen. Jetzt bleiben allerdings weitere Studien erforderlich bleiben, um die Wirkung zu überprüfen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Zhixin Li, Shan Wang, Di Wang, Ya Wang, Meiqing Mai, Yongdui Ruan, Bingquan Mo, Zhongxia Li, Honghui Guo: Silymarin combined with edible traditional Chinese medicine alleviates chronic inflammation by modulating gut microbiota-mediated bile acid metabolism in patients with metabolic dysfunction-associated fatty liver disease: A randomized controlled trial; in: PharmaNutrition (veröffentlicht 19.05.2026), sciencedirect.com
- Jeong In Seo, Su Min Kim, Hye Hyun Yoo: Phytochemicals in MASLD: A Focused Review of Gut Microbiome-Linked Mechanisms; in. Phytotherapy Research (veröffentlicht 21.04.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Aida Doostkam, Mohammad Fathalipour, Mohammad Hossein Anbardar, Azar Purkhosrow, Hossein Mirkhani: Therapeutic Effects of Milk Thistle (Silybum marianum L.) and Artichoke (Cynara scolymus L.) on Nonalcoholic Fatty Liver Disease in Type 2 Diabetic Rats; in: Canadian Journal of Gastroenterology and Hepatology (veröffentlicht 11.02.2022), onlinelibrary.wiley.com
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