Meeresalgen könnten einen wichtigen Beitrag bei der Prävention und Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson leisten, indem sie den oxidativen Stress, die Neuroinflammation, mitochondriale Dysfunktionen und abnormale Proteinaggregationen reduzieren.
Inwiefern Meeresalgen einen Wirkung gegen neurodegenerative Erkrankungen entfalten und welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen, hat ein indisches Forschungsteam in einer aktuellen Übersichtsarbeit analysiert. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.
Hilfe bei neurodegenerative Erkrankungen?
Verschiedenen Meeresalgen und die enthaltenen bioaktiven natürlichen Verbindungen sind in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt, wobei auch potenzielle Effekte gegen neurodegenerative Erkrankungen nachgewiesen wurden.
Neurodegenerative Erkrankungen bilden ihrerseits laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die weltweit zweithäufigste Todesursache, und ihre Prävalenz steigt weiterhin in alarmierendem Maße, erläutern die Forschenden.
Die verfügbaren Behandlungsstrategien bieten laut den Fachleuten primär eine symptomatische Linderung, ohne jedoch effektiv auf die komplexe und multifaktorielle Pathogenese der neurodegenerativen Erkrankungen abzuzielen, die Faktoren wie oxidativen Stress, Neuroinflammation, mitochondriale Dysfunktion und abnormale Proteinaggregation umfasse.
Haben Algen neuroprotektive Eigenschaften?
Behandlungsansätze, die auf mehrere dieser Faktoren ausgerichtet (Multi-Target) sind, bleiben daher dringend gesucht, und Meeresalgen erscheinen dabei mit ihrer Vielzahl an bioaktiven Verbindungen wie Polyphenolen, Polysacchariden, Carotinoiden und Phlorotannine als vielversprechende Option.
Die Forschenden haben daher in einer umfassenden Übersichtsarbeit die bisherigen Erkenntnisse zu den neuroprotektiven Wirkungen von Meeresalgen-Inhaltsstoffen sowie deren therapeutischen Nutzen bei neurodegenerativen Erkrankungen ausgewertet.
Die Daten belegen ausgeprägte neuroprotektive Eigenschaften, wobei die Inhaltsstoffe der Algen diverse Signalwege (darunter PI3K/Akt, Nrf2/HO-1 und PKA/CREB/BDNF) modulieren und dabei antioxidative, entzündungshemmende, anti-amyloidogene sowie neurotrophe Wirkungen entfalten, berichtet das Team.
Vielversprechende phytotherapeutische Option
So beeinflussen die Algen-Inhaltsstoffe zentrale pathologische Prozesse, die mit Alzheimer und Co. assoziiert sind, und insgesamt erscheinen Meeresalgen als eine vielversprechende phytotherapeutische Option zur Prävention und Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen.
Nun sollten weitere präklinische und klinische Untersuchungen folgen, um die Wirksamkeit zu überprüfen und die Entwicklung neuroprotektiver Therapeutika auf Basis von Meeresalgen und ihren Inhaltsstoffen voranzutreiben, resümieren die Forschenden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Ritika Devi, Pooja Temgire, Puneet Kumar: Marine Algae and Neuroprotection: Unlocking the Therapeutic Potential Against Neurodegenerative Diseases; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 01.06.2026), onlinelibrary.wiley.com
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.







