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Bluthochdruck: Diese Getränke in der Kindheit sind ein Risikofaktor

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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1. Juli 2026
in News
Zuckerhaltige Getränke, aber auch Fruchtsäfte können das Risiko für Bluthochdruck erhöhen. (Bild: Hayati Kayhan/stock.adobe.com)
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Nicht nur der Konsum von zuckerhaltiger Limonade in der Kindheit ist mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck im späteren Lebensverlauf verbunden, auch Fruchtsäfte können offenbar einen Risikofaktor darstellen. Ein Saft sticht dabei besonders hervor.

Ob der Konsum von zuckerhaltigen Getränken und Fruchtsäften in der Kindheit das spätere Bluthochdruck-Risiko beeinflusst, hat ein internationales Forschungsteam um Prof. Vasanti Malik von der University of Toronto in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Circulation“ veröffentlich.

Welchen Einfluss haben zuckerhaltige Getränke & Fruchtsäfte?

Zuckerhaltige Getränke wie Limonade oder Eistee werden mit verschiedenen Gesundheitsrisiken wie beispielsweise der Entwicklung von Übergewicht und Diabetes in Zusammenhang gebracht. Auch einen möglichen Einfluss auf das Bluthochdruck-Risiko haben frühere Studien bereits aufgezeigt.

Inwiefern der Konsum von zuckerhaltige Getränken und Fruchtsäften, aber auch der Konsum von ganzen Früchte in der Kindheit mit dem späteren Risiko für Bluthochdruck zusammenhängt, überprüften die Forschenden nun anhand der Daten von 25.000 Teilnehmenden der „Growing Up Today Study“.

Für alle Teilnehmenden lagen Angaben zu dem durchschnittlichen Konsum von Fruchtsäften, zuckerhaltigen Getränken (darunter Limonade, Eistee und Sportgetränke) und ganzen Früchten in der Kindheit vor und sie wurden insgesamt für einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren beobachtet.

Alle ein bis vier Jahre innerhalb des Beobachtungszeitraums wurden Fragebögen ausgefüllt, um den Verzehr von Lebensmitteln und Getränken sowie die Körpermaße und Lebensstilfaktoren wie die körperliche Aktivität oder den Tabakkonsum zu erfassen. Außerdem wurden die vorliegenden Bluthochdruck-Diagnosen abgefragt.

Anhand der Daten überprüften die Fachleute mögliche Zusammenhänge mit dem Auftreten von Bluthochdruck und sie entwickelten Modelle, um die Auswirkungen eines Austauschs von zuckerhaltigen Getränken oder Fruchtsäften durch ganze Früchte, Milch oder Wasser zu analysieren.

Als zuckergesüßte Getränke wurden Limonaden, Fruchtpunsch, Eistees, Sportgetränke und kohlensäurefreie Fruchtgetränke definiert, während Fruchtsaft nur Säfte aus 100 Prozent Frucht waren, berichten die Forschenden.

Bei den ganzen Früchten habe der Verzehr von Äpfeln, Orangen, Bananen, Mangos, Weintrauben, Birnen, Melonen, Erdbeeren und Pfirsichen Berücksichtigung gefunden.

Deutlich erhöhtes Bluthochdruck-Risiko

Die Datenauswertung ergab, dass Teilnehmende, die täglich zwei oder mehr Portionen zuckerhaltiger Getränke konsumierten, ein um 52 Prozent höheres Risiko für späteren Bluthochdruck hatten, verglichen mit Personen, die weniger als drei Portionen pro Woche tranken, so das Forschungsteam.

Zudem hatten Teilnehmende, die täglich 1,5 oder mehr Gläser (je rund 237 Milliliter) Fruchtsaft tranken, im Vergleich zu jenen, die weniger als ein Glas pro Woche konsumierten, ein um 35 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck, ergänzen die Forschenden.

Orangensaft besonders kritisch?

Bei Betrachtung der verschiedenen Fruchtsaftsorten war laut den Fachleuten insbesondere der Orangensaft-Konsum mit einem deutlich höheren Risiko für Bluthochdruck verbunden, was jedoch auf eine Fehleinordnung durch die Teilnehmende zurückgehen könne, die möglicherweise zuckerhaltige Orangensaft-Getränke als Saft aus 100 Prozent Orangen eingestuft hätten.

In der Substitutionsanalyse wurde deutlich, dass der Ersatz eines zuckerhaltigen Getränks pro Tag durch eine Portion ganze Früchte das Risiko für Bluthochdruck um 22 Prozent senken könnte und dass der Ersatz von Fruchtsaft durch ganze Früchte zu einem um 19 Prozent niedrigeren Risiko führen könnte, erläutern die Forschenden.

Zudem sei bei dem Austausch von Fruchtsaft gegen Wasser oder Milch keine signifikante Senkung des Bluthochdruck-Risikos festzustellen, während die Substitution von zuckerhaltigen Getränken durch Milch oder Wasser das Risiko für Bluthochdruck um 13 Prozent reduzieren könne.

Die festgestellten Zusammenhänge zwischen Bluthochdruck und dem Konsum von zuckerhaltigen Getränken und Fruchtsäften waren dabei unabhängig von anderen potenziellen Einflussfaktoren wie der allgemeinen Ernährungsqualität oder der körperlichen Aktivität, erläutert das Team.

Auf zuckerhaltige Getränke verzichten

Angesichts der festgestellten potenziellen Erhöhung des Bluthochdruck-Risikos sollten Kinder und Jugendliche möglichst wenig zuckerhaltige Getränke konsumieren und auch bei dem Konsum von Fruchtsaft scheint eine gewisse Zurückhaltung ratsam.

„Der Konsum von Fruchtsaft ist in geringen Mengen womöglich unbedenklich, in größeren Mengen jedoch schädlich. Es sollte sich stets um reinen Fruchtsaft (100 % Saft) handeln, der zudem nur in Maßen getrunken wird“, betont Prof. Malik.

Besser noch erscheint die Umstellung auf Wasser und eine regelmäßige Portion ganze Früchte, um das Risiko für Bluthochdruck im späteren Lebensverlauf möglichst zu minimieren. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Michelle Nguyen, Hala B. Alessa, Andrea J. Glenn, Deirdre K. Tobias, Jorge E. Chavarro, Walter C. Willett, Frank B. Hu, Anthony J. Hanley, Catherine S. Birken, John L. Sievenpiper, Vasanti S. Malik: Consumption of Fructose-Containing Food and Beverage Sources in Childhood Through to Adulthood and Risk of Hypertension: A Prospective Cohort Study; in Circulation (veröffentlich 22.06.2026), ahajournals.org
  • American Heart Association: Does drinking juice, soda during childhood increase the risk of high blood pressure? (veröffentlicht 22.06.2026), eurekalert.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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