Kräuteröl – Anwendung, Nutzen und Herstellung

Franziska Schreiber

Kräuteröle – Zubereitung und Rezepte

Mit Kräuteröl lässt sich zu Hause so einiges anstellen. Dabei ist nicht nur eine Verwendung in der Küche möglich. Auch zur Behandlung von Krankheiten und Verletzungen, sowie zur Aromatherapie lassen sich Kräuteröle hervorragend einsetzen. Zudem ist eine Nutzung als Massageöl denkbar.


Vielfalt

Bei der Auswahl von Kräutern kommt es in der Ölherstellung allerdings auf deren individuelle Wirkung und, gerade im Bereich der Speiseöle, auch auf deren Geschmack an. Im folgenden Ratgeber möchten wir Ihnen deshalb nützliche Tipps und Informationen zur Herstellung und Anwendung von Kräuterölen geben.

Kräuteröl wird als Speiseöl, Massageöl oder als ätherisches Öl eingesetzt. (Bild: Hetizia/fotolia.com)

Was ist Kräuteröl?

In der Kräuterkunde gibt es eine Reihe von Extraktionsverfahren, um die Heilwirkung und das Aroma von Heil- und Gewürzkräutern in konzentrierter Form zu binden. Neben Tinkturen, die gemeinhin durch das Einlegen von Kräutern in alkoholischen Lösungen hergestellt werden, ist der Ölauszug hier eines der wichtigsten Verfahren. Die so gewonnenen Pflanzenöle weisen für gewöhnlich eine etwas schwächere Wirkstoffkonzentration auf als die Tinktur, was vor allem an der zähflüssigen Konsistenz (Viskosität) von Öl liegt. Sie sorgt zum Einen dafür, dass sich Öle nicht mit Wasser mischen lassen. Zum Anderen werden durch die erhöhte Viskosität von Öl auch Wirkstoffe langsamer und unvollständiger aus eingelegten Ingridenzien gelöst als es bei Alkohol der Fall ist.

Gerade beim häuslichen Gebrauch von Kräuterölen hat deren schwächere Wirkstoffkonzentration aber einen entscheidenden Vorteil. Denn die Wirkstoffe lassen sich so leichter dosieren, was zur Vorbeugung gegen Nebenwirkungen hilft. Auch sind Öle gemeinhin sanfter zur Haut, was eine vielfältige äußerliche Anwendung erlaubt. Beim Kochen ist Kräuteröl außerdem nicht nur zur Verfeinerung von Salaten hilfreich, sondern auch zum Anbraten von Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten und Gemüsebeilagen.

Speiseöle

Der deutsche Begriff „Öl“ stammt vom lateinischen Wort oleum ab, das übersetzt eigentlich „Olivenöl“ bedeutet. Dieses war schon in der Antike eines der wichtigsten Speiseöle. Darüber hinaus wurde Olivenöl auch als Brennstoff für Öllampen und zur medizinischen Behandlung, etwa bei Hauterkrankungen oder Entzündungen, genutzt. Speziell im medizinischen Bereich fand Olivenöl dabei nicht nur in seiner Reinform Verwendung, sondern auch als Grundlage zur Extraktion anderer Heilkräuter.

Olivenöl zählt bekanntlich zu den Speiseölen. Diese stellen innerhalb der Kräuteröle eine besondere Gruppe dar, weil sie für den Menschen genießbar und auch in größeren Mengen verträglich sind. In der Lebensmittelindustrie, wie auch in der Gastronomie, sind Speiseöle daher von besonderer Bedeutung, um die Konsistenz, den Geschmack und teilweise auch die Farbe von Lebensmitteln zu verbessern. Bei der Herstellung von Kräuterölen dienen Speiseöle außerdem als Basisöl, in dem die zu extrahierenden Kräuter eingelegt werden.

Speiseöl verfeinert Speisen oder wird zum Anbraten verwendet. (Bild: popout/fotolia.com)

Gewonnen werden Speiseöle aus sogenannten Ölpflanzen (auch: Ölfrüchte). Sie enthalten einen besonders hohen Anteil an Fettsäuren, weshalb sich aus ihnen verhältnismäßig viel Pflanzenöl gewinnen lässt. Je nachdem, welche Pflanzenteile zur Herstellung der Speiseöle verwendet wurden, lassen sich hier drei verschiedene Ölformen unterscheiden:

  1. Fruchtöl – Das Speiseöl wird aus den Früchten bzw. dem Fruchtfleisch fetthaltiger Pflanzen gewonnen. Typische Ölpflanzen, die zur Herstellung von Fruchtöl verwendet werden, sind:
    • Avocado,
    • Distel,
    • Kokospalme,
    • Marula-Baum,
    • Olivenbaum,
    • Ölpalme.
  2. Kernöl – Das Speiseöl wird aus den Fruchtkernen oder Samen der Ölpflanze gewonnen. Zu den beliebtesten Kernöllieferanten gehören:
    • Erdnuss,
    • Hanf,
    • Kürbis,
    • Lein,
    • Mandel,
    • Raps,
    • Senf,
    • Sesam,
    • Sojabohnen,
    • Sonnenblumen,
    • Walnuss.
  3. Keimöl – Das Speiseöl wird aus den jungen Keimen fetthaltiger Pflanzen gewonnen. Bekannt sind hier vor allem:
    • Maiskeimöl,
    • Traubenkernöl.

Wer Speiseöl zur Extraktion von Kräutern verwenden möchte, dem wird häufig dazu geraten, geschmacksneutrale Öle zu verwenden. Denn Basisöle, die schon von Haus aus einen intensiven Eigengeschmack mitbringen, verfälschen das natürlich Aroma des Kräuteröls. Olivenöl, wenngleich es im Altertum das Standardbasisöl stellte, wird heute deshalb nur noch selten zur Herstellung von Ölauszügen verwendet. Empfohlen sind stattdessen:

  • Distelöl,
  • Maiskeimöl,
  • Rapsöl,
  • Sonnenblumenöl,
  • Traubenkernöl.

Wissenswertes: Sojaöl ist zwar ebenfalls geschmacksneutral, mit Blick auf das hohe Allergiepotential allerdings nicht zu empfehlen. Auch sind in Sojasprossen Pflanzenhormone enthalten, die dem weiblichen Östrogen ähneln. Immer wieder wird davon berichtet, dass dieses pflanzliche Östrogen (Phytoöstrogen) zu hormonellen Störungen führen kann. Dies gilt insbesondere in Wechselwirkung mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen, weshalb von entsprechenden Mischungen im Kräuteröl abzuraten ist.

Kräuteröle in der Küche

Anders als bei reinen Speiseölen ist bei Kräuterölen für den Küchengebrauch das individuelle Aroma der zugesetzten Pflanzen erwünscht. Auch hierbei ist der Eigengeschmack des Basisöls eher hinderlich, weshalb nochmals darauf hingewiesen sei, nur geschmacksneutrale Speiseöle zur Herstellung zu verwenden. Der Eigengeschmack der Kräuter sollte dann ebenfalls mit Bedacht gewählt werden, da sich manche Kräuteraromen deutlich besser zur geschmacklichen Verfeinerung von Speisen eignen als andere. Lavendel- oder Rosenöl sind hier zum Beispiel eher ungeeignet, da das Aroma kaum bis gar nicht mit kulinarischen Gerichten harmoniert. Stattdessen sollte man auf den Geschmack altbewährter Gewürzkräuter setzen. Ihre Pflanzenteile werden schon im frischen oder getrockneten Zustand gerne zum Abschmecken verwendet und können darum auch als Ölauszug viel zur aromatischen Verfeinerung von Fleisch, Fisch, Gemüse oder Salaten beitragen.

Eine besonders beliebte Zutat für Kräuteröle sind diesbezüglich mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Thymian. Neben einem kulinarisch wertvollen Aroma bringen diese Kräuter auch einen beachtlichen gesundheitlichen Mehrwert mit sich. So ist Thymian zum Beispiel ein traditionelles Heilkraut zur Behandlung von Erkältungskrankheiten. Rosmarin wird dagegen gerne zur Anregung der Verdauung sowie zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen eingesetzt, weshalb sich das Öl der Pflanze wunderbar dazu eignet, blähenden Lebensmitteln wie Erbsen oder Bohnen ihren unerwünschten Nebeneffekt zu nehmen. Selbes gilt im Übrigen auch für das Bohnenkraut. Eine weitere Gewürzpflanze aus dem mediterranen Raum, die bei uns schon fast in Vergessenheit geraten ist und ihren Namen dem Umstand verdankt, dass sie gerade Bohnengerichte geschmacklich aufwertet und unliebsamen Blähungen nach dem Bohnenverzehr vorbeugt.

Speiseöl ist die am weitesten verbreitete Anwendung des Kräuteröls. (Bild: Gerd Gropp/fotolia.com)

Apropos vergessene Gewürzpflanzen. Auch Kräuter wie der Borretsch oder Löwenzahn wurden früher deutlich öfter als Küchengewürze verwendet als heute. Gerade Borretschöl ist dabei auch in der Naturheilkunde relevant, da die Inhaltsstoffe der Pflanze als äußerst heilsam bei Juckreiz und entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis gelten. Zudem stärkt Borretsch das Immunsystem. Gerichte, die das Gewürz oder Öl des Krautes enthalten, sind deshalb besonders gesundheitsförderlich.

Wissenswertes: Borretsch trägt auch den Beinamen Gurkenkraut, weil sein Geschmack besonders gut mit Gurkengerichten harmoniert. Borretschöl ist deshalb wie geschaffen für einen leckeren Gurkensalat!

Vorsicht ist mit Blick auf Kräuteröle in der Küche bei besonders geschmacksintensiven Kräutern angeraten! Nicht, dass Gewürze wie Chili oder Knoblauch weniger gut zur Herstellung eines aromatischen Öls geeignet wären. Ganz im Gegenteil, das Aroma derartiger Kräuteröle ist sogar sehr intensiv. Man sollte sie darum aber nur sehr sparsam dosieren und zu Beginn lieber etwas weniger als zu viel verwenden. Insgesamt eignen sich folgende Würzkräuter zur Herstellung von Kräuteröl:

  • Bohnenkraut (Satureja hortensis),
  • Borretsch / Gurkenkraut (Borago officinalis),
  • Chili (Capsicum annuum),
  • Knoblauch (Allium sativum),
  • Kümmel (Carum carvi),
  • Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia),
  • Majoran (Origanum majorana),
  • Melisse bzw. Zitronenmelisse (Melissa officinalis),
  • Nelke bzw. Gewürznelke (Syzygium aromaticum),
  • Oregano (Origanum vulgare),
  • Pfeffer (Piper nigrum),
  • Pfefferminze (Mentha piperita),
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis),
  • Sternanis (Illicium vernum),
  • Thymian (Thymus vulgaris),
  • Zitronengras (Cymbopogon citratus).

Kräuteröl in der Heilkunde

Aus naturheilkundlicher Sicht ist der Geruch von Kräuteröl erst einmal nebensächlich. Was hier im Vordergrund steht, sind Heilkräuter. Zwei der wichtigsten Hauptanwendungsgebiete von Kräuterölen sind Hauterkrankungen und Verletzungen. Denn das Öl lässt sich unkompliziert auf die Haut auftragen und zieht danach auch schnell ins Gewebe ein, wodurch sich der Heilungsprozess beschleunigen lässt. Auch macht das Öl an sich die Haut geschmeidiger und kann zur Stärkung der Hautbarriere beitragen. Viele Kräuteröle werden zu diesem Zweck auch zu Salben oder Cremes weiterverarbeitet, in denen der Heilwirkung des reinen Öls noch weitere Inhaltsstoffe zur Hautpflege und Hautregeneration zugesetzt werden. Zu den klassischen Heilkräutern, die gerne für dermatologische Behandlungszwecke sowie zur Hautpflege genutzt werden, zählen:

  • Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense),
  • Echte Aloe (Aloe vera),
  • Arnika (Arnica montana),
  • Beinwell (Symphytum officinale),
  • Birke (Betula alba),
  • Brennnessel (Urica dioica),
  • Fichte (Picea abies),
  • Hafer (Avena sativa),
  • Kamille (Matricaria chamomilla),
  • Königskerze (Verbascum thapsiforme),
  • Labkraut (Galium verum),
  • Leinkraut (Linaria vulgaris),
  • Nachtkerze (Oenothera biennis),
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum),
  • Jojoba (Simmondsia chinensis),
  • Ringelblume (Calendula officinalis),
  • Rosskastanie (Aesculus hippocastanum),
  • Sanddorn (Hippophae rhamnoides),
  • Schafgarbe (Achillea millefolium),
  • Wegwarte (Cichorium intybus),
  • Zaubernuss (Hamamelis virginiana).
Heilkräuteröle heilen sanft und sind leicht zu dosieren. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)

Übrigens: Auch einige Kräuteröle aus dem Küchenbereich, zum Beispiel Borretsch-, Liebstöckel- oder Nelkenöl, können bei Hautproblemen Abhilfe schaffen. Basis- bzw. Speiseöle wie Walnuss-, Sesam- oder Mandelöl sind darüber hinaus in der Hautpflege sehr beliebt, weil sie das Bindegewebe straffen und so zum Beispiel unliebsamen Schwangerschaftsstreifen zu Leibe rücken.

Massageöle

Eine weitere medizinische Nutzungsmöglichkeit von Kräuterölen ist die als Massageöl. Hauptsächlich angewandt bei Zerrungen, Muskelkater oder Gelenkbeschwerden sei hier insbesondere auch ein Öl zur Wundbehandlung erwähnt: das Beinwellöl.

Der Beinwell trägt seinen Namen nicht ohne Grund, denn die Pflanze hat sich einen guten Ruf gemacht, wenn es um Beschwerden im Knochen- und Gelenkbereich geht. Selbst Knochenbrüche sollen dank Beinwell schneller behoben sein. Das Öl des Heilkrauts bietet hier den Vorteil, dass es von außen aufgetragen rasch an seinen Einsatzort gelangt. Auch bei Muskelbeschwerden lässt sich dieser Wirkmechanismus nutzen und durch das Einmassieren ins Hautgewebe weiter beschleunigen.

Massageöle werden wie alle Kräuteröle auf Basis von Speiseölen hergestellt, vorzugsweise Mandelöl, Kokosöl, Avocadoöl oder Sesamöl. Eine Ausnahme bildet hier das Jojobaöl – eine Kernölvariante, die nicht zum Verzehr geeignet, dafür aber lange haltbar ist und einen besonders haut- und bindegewebsstärkenden Effekt besitzt. Dieser Effekt spielt auch bei den restlichen genannten Basisölen für Massageöl eine wichtige Rolle. Sie alle zeichnen sich durch eine mehr oder weniger starke

  • antioxidative,
  • durchblutungsfördernde,
  • haut- und bindegewebsstraffende,
  • hautrückfeuchtende,
  • hautreinigende,
  • und zellregenerative Wirkung aus.

Zudem besitzen die erwähnten Öle einen schwachen bis leicht aromatischen Eigengeruch, der als belebend und entspannend empfunden wird. Für eine zusätzliche Aromasteigerung und eine Intensivierung der Heilwirkung von Massageölen werden dem gewählten Basisöl oft noch ätherische Öle zugesetzt.

Ätherische Öle

Wirft man einen Blick auf die klassischen Heilkräuter, die gerne für dermatologische Behandlungszwecke sowie zur Hautpflege genutzt werden, so fallen neben Traditionspflanzen wie der Ringelblume oder Hamamelis insbesondere einige Baumsorten, wie zum Beispiel die Birke oder Fichte auf. Das hat seinen Grund, denn Birkenblätter und Fichtensprossen sind reich an ätherischen Ölen. Dahinter verbirgt sich die natürliche Variante hochkonzentrierter Pflanzenwirkstoffe.

Aromaöle wirken wohltuend und entspannend. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Ätherische Öle sind das Markenzeichen der sogenannten Duftkräuter. Sie finden sich also nicht nur in Heilkräutern, jedoch sind sie in vielen medizinisch genutzten Pflanzen besonders reichlich vorhanden. Im Gegensatz zu Speiseölen besitzen sie aber keinen Fettsäurenanteil. Stattdessen setzen sie sich aus Stoffen wie Alkoholen, Ester, Ketonen und Terpenen zusammen. Zahlreiche ätherische Öle lassen sich dabei nur durch Wasserdampfdestillation in nennenswerten Mengen aus ihrer pflanzlichen Quelle gewinnen. Dies gilt vor allem dann, wenn sich das ätherische Öl in sehr holzigen Pflanzenteilen wie der Baumrinde oder den Zweigen von Sträuchern befindet. Ein gewisser Anteil dieser Öle lässt sich den Pflanzen aber meist auch durch Extraktion oder Auspressen entlocken. Manchmal reicht schon das bloße zerreiben der Pflanzenblätter, um das Öl freizusetzen und es riechen zu können.

Geruch und Heilwirkung sind bei ätherischen Ölen gleichermaßen von Bedeutung. Häufig sind parfümtaugliche Aromen typisch für diese Ölvarianten, weshalb sie zum einen in der Herstellung von Pflegeprodukten und Kosmetika eine wichtige Rolle spielen. Andererseits baut auch das Naturheilverfahren der Aromatherapie auf die gesundheitsfördernde Wirkung der ätherischen Düfte. Insbesondere Baumharze und Balsame wie

  • Benzoe,
  • Myrrhe,
  • Perubalsam,
  • Styrax
  • oder Weihrauch

werden diesbezüglich wegen ihres hohen ätherischen Ölgehalts für Räucherungen genutzt. Zusätzlich zum aromatischen Duft des Öls beinhaltet dieses dabei auch eine Fülle an terpenoiden Wirkstoffen, auf die je nach Art der Pflanze verschiedene Gesundheitsbeschwerden positiv ansprechen.

Ein berühmtes Heilkraut, das ein Zusammenspiel von wohltuendem Aroma und heilpflanzlicher Wirkung perfekt wiederspiegelt, ist der Lavendel. Das Heilkraut Nummer eins bei Depressionen, Schmerzen, Schlafstörungen sowie einer Reihe anderer Gesundheitsbeschwerden, die sich auf nervlich bedingte Ursachen zurückführen lassen. Sowohl Lavendelöl auf Basis von Speiseölen, als auch das reine ätherische Öl der Pflanze sind heutzutage sehr vielseitig im Gebrauch. Neben Massageölen aus Lavendel gibt es hier auch aromatherapeutische Duftkissen, Duftkerzen, Raumdüfte oder Ölfläschchen für den heimischen Duftölständer zu kaufen. Einige ähnlich beliebte Duftkräuter sind:

  • Bergamotte (Monarda fistulosa),
  • Eukalyptus (Eucalyptus globulus),
  • Jasmin (Jasminum officinale),
  • Limette (Citurs aurantiifolia),
  • Mimose (Mimosa pudica),
  • Neroli (Citrus aurantium),
  • Orange (Citrus sinensis),
  • Patchouli (Pogostemon cablin),
  • Rose (Rosa damascena),
  • Sandelholz (Santalum album),
  • Vanille (Vanilla planifolia),
  • Ylang Ylang (Cananga odorata),
  • Zimt (Cinnamomum verum),
  • Zypresse (Cupressus sempervirens).

Vorsicht: Ätherische Öle sind nicht zum Verzehr geeignet! Sie dürfen deshalb nur zur äußeren Anwendung oder zu inhalatorischen Zwecken genutzt werden!

Herstellung von Kräuterölen

Die Wasserdampfdestillation von ätherischen Ölen lässt sich im Privatbereich leider nur sehr schwer durchführen. Aus diesem Grund gibt es die Öle überwiegend vordestilliert in kleinen Fläschchen zu kaufen, beispielsweise in der Apotheke, Drogerie oder auch im Fachhandel für Räucherwerk. Das Pressen von Speiseölen erfordert für gewöhnlich ebenfalls einiges an Expertenwissen und professionelle Ausrüstung, weshalb sie – nicht zuletzt des Reinheitsgrades wegen – ebenso am besten im Handel gekauft werden. Die Herstellung des Kräuteröls selbst funktioniert dann aber relativ unkompliziert.

Kräuteröl kann kalt oder heiß extrahiert werden. (Bild: Visions-AD/fotolia.com)

Kaltes Extraktionsverfahren

Das kalte Extraktionsverfahren wird bei der Herstellung von Kräuterölen zum Extrahieren von Wirkstoffen aus weichen, nicht verholzenden Kräutern, beziehungsweise deren Blüten verwendet. Hierzu zählen zum Beispiel Brennnesseln, Ringelblumen- oder Lindenblüten.

Zutaten und Hilfsmittel:

  • gewünschte Kräuter,
  • geeignetes Basisöl (z.B. Sonnenblumen- oder Distelöl,
  • großes ungefärbtes Schraubglas (zur Öl-Extraktion),
  • sauberes Leinentuch (ungefärbt),
  • Auffangschale,
  • Trichter,
  • dunkle Glasflasche oder Phiole (zum Lagern des Öls),
  • sowie ggf. ätherische Öle (z.B. bei Massageöl).

Zubereitung:
1. Schritt: Zu Beginn werden zunächst die Kräuter in das Schraubglas gegeben. Man kann das Glas hier getrost randvoll mit getrockneten Kräutern füllen, bevor man es mit einem geeigneten Basisöl aufgießt.

2. Schritt: Als nächstes wird das Schraubglas gut verschlossen und für etwa vier bis sechs Wochen an einem lichtreichen Ort (z.B. der Fensterbank) zum Reifen abgestellt. Das Gefäß sollte täglich geschüttelt werden, damit sich die Wirkstoffe der Kräuter gut mit dem Basisöl durchmischen.

3. Schritt: Nach dem Reifeprozess wird der Ölansatz dann in ein sauberes Leinentuch gegeben und in eine ausreichend große Auffanschale oder einen Topf gefiltert. Drehen Sie hierzu das Leinentuch nach und nach fester ein, bis durch Druckwirkung das Öl unten abfließt.

4. Schritt: Sofern ein Massage- oder Duftöl geplant ist, kann man das Kräuteröl nun noch mit ätherischen Ölen anreichern. Als Faustregel gilt hier eine Dosis von zehn bis 15 Tropfen.

5. Schritt: Abschließend wird das Öl über einen Trichter in das zur Lagerung vorgesehene Behältnis gefüllt. Dieses sollte dunkel (am besten blau) sein und unbedingt kühl gelagert werden, da Licht und Wärme den Zersetzungsprozess und damit das Ranzigwerden des Öls beschleunigen.

Heißes Extraktionsverfahren

Im heißen Extraktionsverfahren werden vor allem Kräuteröle aus holzigen Pflanzen und Wurzelextrakte hergestellt. Auch frische, sehr feuchte Kräuter sollten heiß extrahiert werden um ein Ranzen durch Restfeuchte zu vermeiden. Es sei darauf hingewiesen, dass das heiße Extraktionsverfahren ein Schnellverfahren ist, weshalb die Wirkstoffkonzentration etwas schwächer ausfällt als beim Kaltauszug.

Zutaten und Hilfsmittel:

  • 250 g getrocknete, frische oder Wurzelkräuter,
  • 600 ml Basisöl,
  • hitzebeständige Glasschüssel,
  • großer Kochtopf,
  • Leinentuch zum Abflitern,
  • Trichter,
  • dunkle Glasflasche zum Lagern.

Zubereitung:
1. Schritt: Erhitzen Sie einen großen Kochtopf voll Wasser. Währenddessen geben Sie die Kräuter in eine Glasschüssel und übergießen diese mit dem Basisöl.

2. Schritt: Der Ölansatz in der Glasschüssel muss für etwa drei Stunden auf niedriger Flamme im Wasserbad sieden. Stellen Sie dabei sicher, dass kein Kochwasser in die Glasschale gerät.

3. Schritt: Lassen Sie das Kräuteröl nach dem Wasserbad gut abkühlen, bevor sie es durch das Leinentuch filtern und abschließend in das Lagerbehältnis trichtern. Die Aufbewahrung erfolgt dann wieder kühl und dunkel, am besten im Kühlschrank.

Haltbarkeit von Kräuterölen

Je nach Sorgfalt bei der Extraktion und Lagerung, sind Kräuteröle ein halbes bis ein Jahr haltbar. Ein entscheidendes Kriterium sind auch die gewählten Zutaten. So kann man Knoblauchöl zum Beispiel durchaus etwas länger lagern, weil Knoblauchzehen von Haus aus konservierende Inhaltsstoffe besitzen. Mandelöl neigt dagegen wesentlich schneller zum Ranzigwerden. Allerdings gibt es zumindest für Kräuteröle, die nicht zum Verzehr geeignet sind (Massage- und Duftöle) einen kleinen Trick, um die Haltbarkeit zu erhöhen: den Konservierungsstoff Antiranz. Er wird standardmäßig für ölhaltige Kosmetikprodukte und Massageöle verwendet, um diese länger haltbar zu machen. Bei einem Kräuteröl genügen hierfür schon zwei bis drei Tropfen. (ma)