Apfelbeere (Aronia) – Wirkung und Anwendung

Die heilsame Wirkung der Apfelbeere (Aronia) ist bereits seit gut zwei Jahrhunderten in der Frauenheilkunde bekannt. Denn ihre harntreibenden, desinfizierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften machen Apfelbeeren zu hervorragenden Helfern beim Auskurieren von Harnwegsinfekten, unter denen das weibliche Geschlecht besonders oft leidet. Allerdings stecken in der Aronia nicht nur wertvolle Wirkstoffe zur medizinischen Behandlung, sondern auch ein beachtlicher Gehalt an Nährstoffen. Darüber hinaus sind Harnwegsinfekte längst nicht die einzigen Beschwerden, bei denen die Apfelbeere als Heilpflanze Unterstützung bietet. Einzelheiten hierzu erfahren Sie im nachstehenden Beitrag.

Steckbrief zur Apfelbeere

Wissenschaftlicher Name: Aronia
Pflanzenfamilie: Rosengewächse (Rosaceae)
Volkstümliche Namen: Aroniabeere, schwarze Eberesche, Zwergvogelbeere
Herkunft: Amerika
Anwendungsgebiete:

  • Entzündungskrankheiten,
  • Gelenkbeschwerden,
  • Harnwegserkrankungen,
  • Herz- und Gefäßkrankheiten,
  • Infektionskrankheiten,
  • Stoffwechselbeschwerden
  • und Verdauungsbeschwerden.

Verwendete Pflanzenteile: Beerenfrüchte

Apfelbeeren (Aronia)
Am Fruchtaufbau der Aronia wird sofort ersichtlich, dass sie zu den Kernobstgewächsen gehört. (Bild: Tatiana/fotolia.com)

Pflanzenportrait: Ein Allroundtalent aus der Frauenheilkunde

Die Apfelbeere erhielt ihren Namen nicht umsonst. Ihre vermeintlichen Beerenfrüchte sind eigentlich etwas zu klein geratene Äpfel, die denselben Fruchtaufbau wie ihre großen Verwandten haben. Wie der Apfel gehören die Apfelbeeren zu den Kernobstgewächsen und damit zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Im Unterschied zu echten Äpfeln wachsen die Apfelfrüchte der Aronia allerdings nicht an Bäumen, sondern an Sträuchern. Außerdem sind die Früchte in traubigen Fruchtständen angeordnet, was die Assoziation mit Beeren erklärt.

Achtung: Rote Varianten der Apfelbeere werden aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Vogelbeeren auch gerne als Zwergvogelbeeren bezeichnet. Es ist jedoch wichtig, beide Fruchtsorten nicht miteinander zu verwechseln. Denn anders als Apfelbeeren sind Vogelbeeren roh verzehrt leicht giftig.

Wenngleich sich die Aronia hierzulande inzwischen großer Beliebtheit erfreut, sind Apfelbeeren ursprünglich in Nordamerika beheimatet. Berühmtheit erlangte das frostharte Wildobst jedoch erst durch eine vermehrte Nutzung als Kulturfrucht in Russland. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte der russische Botaniker Iwan Wladimirowitsch Mitschurin die frostharte Aronia zu einer nährstoffreichen Alternative für die osteuropäische Winterkost, die ansonsten maßgeblich aus Kohl- und Rübensorten bestand. Auch die russische Volksheilkunde entdeckte die Apfelbeere bald für sich. Neben ihrer hervorragenden Heilwirkung bei Harnwegsinfekten erkannte man auch früh den positiven Effekt der Aronia bei Herz- und Gefäßerkrankungen. Er beruht auf einer Fülle von Antioxidantien, die sich in der Apfelbeere tummeln, wobei vor allem zwei Arten der Aronia als wichtige Bezugsquellen für die Heilwirkung gelten:

  • die Rote Apfelbeere / Filzige Apfelbeere (Aronia arbutifolia) und
  • die Schwarze Apfelbeere / Schwarze Eberesche (Aronia melanocarpa).

Ihre naturheilkundlichen Eigenschaften machten die Apfelbeere schon bald weit über die Grenzen Russlands hinaus bekannt, wobei sie insbesondere in der europäischen Frauenheilkunde eine intensive Nutzung erfuhr. Vor allem, wenn es um Harnwegsinfekte geht, von denen das weibliche Geschlecht aufgrund verkürzter Harnwege bekanntlich besonders häufig betroffen ist, hat sich Aronia über die Jahre hinweg besonders bewährt. Als Tee oder Saft getrunken sorgt sie nicht nur für eine gute Durchspülung der Harnwege und damit eine rasche Ausleitung der Infektionskeime. Darüber hinaus kleidet sie die Harnwegsorgane auch mit einem antibakteriellen Schutzfilm aus, der ein Anhaften der Erreger an den Harnwegsschleimhäuten verhindert. Überhaupt macht die besondere Kombination bewährter medizinischer Wirkstoffe und wertvoller Nährstoffe Aronia zu einer Frucht mit vielseitigem Gesundheitswert. Unter anderem wird sie zur Behandlung folgender Krankheiten eingesetzt:

Apfelbeeren am Strauch
Die ursprünglich aus Amerika stammende Aroniabeere ist heutzutage auch in Europa heimisch geworden. (Bild: Werner/fotolia.com)

Inhaltsstoffe und Wirkung

Wie bereits erwähnt, sind Apfelbeeren sehr reich an Nähr- und medizinischen Wirkstoffen. Einige sind dabei ansonsten eher selten im Bereich der Heilpflanzen anzutreffen, andere gelten als altbewährte Helfer bei Gesundheitsbeschwerden. Gerade an entzündungshemmenden Inhaltsstoffen fehlt es der Aronia nicht. Gleiches gilt für harntreibende Pflanzenstoffe, deretwegen Apfelbeeren häufig als Diuretika eingesetzt werden. Insgesamt sind für die Heilwirkung der Beerenfrüchte folgende Wirkstoffe relevant:

  • Flavonoide,
  • Gerbstoffe,
  • Mineralstoffe
  • und Vitamine.
Aronia Abbildung mit einer Auflistung der Inhaltsstoffe und Wirkung
(Bild: alexander-mils/unsplash.com; eigene Bearbeitung Heilpraxis.de)

Flavonoide

Auch wenn es sich bei Apfelbeeren nicht um Beeren im eigentlichen Sinne handelt, so hat Aronia mit einigen Beerensorten tatsächlich etwas gemeinsam. Wie Cranberries, Heidelbeeren, Blaubeeren und Brombeeren gehört die Apfelbeere nämlich zu jenen Früchten, die einen besonders hohen Gehalt an Anthocyanen aufweisen. Anthocyane sind pflanzliche Farbstoffe und gehören damit zu den Flavonoiden. Diese haben ihren Namen eigentlich dem lateinischen Wort flavus für ‚gelb‘ zu verdanken. Das bedeutet nun aber nicht, dass alle Flavonoide automatisch gelb färben. Vielmehr ehrt der Begriff die ersten, jemals entdeckten Pflanzenfarbstoffe, welche in der Tat gelb waren. Anthocyane hingegen erzeugen in Pflanzenblüten und Früchten eher einen roten bis blauvioletten Farbton. Dabei kommen sie bis auf die genannten Beerenvarianten gerade in Früchten nur sehr selten vor. Unglücklicherweise, denn aufgrund ihrer

  • antioxidativen,
  • entzündungshemmenden,
  • gefäßschützenden
  • und harntreibenden

Eigenschaften sind Anthocyane insbesondere für die Behandlung von Harnwegsinfekten von unschätzbarem Wert. Es wird deshalb immer wieder empfohlen, bei entsprechenden Beschwerden gezielt anthocyanhaltige Früchte zu verzehren. Darüber hinaus gelten Anthocyane auch als Geheimwaffe gegen kardiovaskuläre Krankheiten, weil sie als Antioxidantien für Herz und Gefäße gefährliche freie Radikale einfangen. Darunter versteht man Schadstoffe und Entzündungskeime, die im Alltag auf ganz unterschiedliche Weise in den Körper gelangen. Einige freie Radikale tummeln sich beispielsweise in der Luft, andere in Lebensmitteln. Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass sie aufgrund von Stoffwechselprozessen im Körper oxidieren und dann als Giftstoffe das Körpergewebe angreifen. Aus derartigen Reizungen können mitunter schwere Krankheiten, wie zum Beispiel Arteriosklerose entstehen.

Der regelmäßige Verzehr von antioxidativen Lebensmitteln ist also auch eine gute Vorsorge zur Herz- und Gefäßgesundheit. Der antioxidative Effekt von Anthocyanen ist dabei sogar so stark, dass sie eine krebshemmende Wirkung haben. Und selbst beim Abnehmen können die Antioxidantien helfen, denn durch ihren Reinigungseffekt auf den Stoffwechsel entschlacken Sie das Körpergewebe, was überschüssige Pfunde purzeln lässt.

Tipp: Wer sich den Anthocyangehalt von Aronia optimal zu Nutzen machen möchte, der wählt am besten die Schwarze Apfelbeere. Denn der Pflanzenfarbstoff ist in dunklen Fruchtarten besonders hoch konzentriert.

Vogelbeeren am Strauch
Beim Sammeln von wilden Aroniabeeren ist Vorsicht geboten, denn sie sind leicht mit Vogelbeeren zu verwechseln. (Bild: Karin Jähne/fotolia.com)

Gerbstoffe

Wenn es um Entzündungen und Infektionen geht, sind Gerbstoffe und Flavonoide als Wirkstoffe aus Heilpflanzen ein unschlagbares Duo. Gerbstoffe verdanken ihren Namen dabei dem Umstand, dass ihre antimikrobielle Wirkung ursprünglich in der Lederverarbeitung zum Gerben von Tierhäuten verwendet wurde. Hier machen Gerbstoffe jedem Parasiten, Pilz und Bakterium auf der Haut der Tiere erfolgreich den Garaus.

Denselben Effekt haben Gerbstoffe auch auf Infektionserreger im menschlichen Organismus, weshalb sie einen wichtigen Bestandteil natürlicher Antibiotika darstellen. Das Geheimnis der Gerbstoffe liegt dabei in einem zusammenziehenden (adstringierenden) Effekt. Er sorgt dafür, dass sich Gefäße und Hautporen verengen, was Krankheitserregern die Passage erschwert. Auch Entzündungsstoffe, die vom Immunsystem im Falle einer Infektion ausgeschüttet werden, lassen sich durch das Adstringens drosseln. Es kommt durch die Einnahme von Gerbstoffen also zu weniger extremen Entzündungsreaktionen. Insgesamt wirken Gerbstoffe

  • antiallergisch,
  • antimikrobiell,
  • antiviral,
  • antioxidativ,
  • antikarzinogen,
  • entzündungshemmend,
  • herz- und gefäßschützend,
  • wundstillend
  • und zellschützend.

Eine sehr vielseitige Heilwirkung also, die die Anwendungsbereiche der Aronia hervorragend ergänzt.

Vitamine und Mineralien

Die Aronia ist besonders reich an Vitamin C (Ascorbinsäure) und Vitamin B9 (Folsäure). Die beiden Vitamine gehören zu den wichtigsten Körpervitaminen und sind für den Aufbau zahlreicher Körpersubstanzen sowie die Aufrechterhaltung essenzieller Körperfunktionen verantwortlich. Gemeinsam sorgen die beiden Vitamine unter anderem für

  • einen geregelten Hormonhaushalt,
  • eine gute Immunabwehr,
  • eine störungsfreie Stoffwechselfunktion
  • und ein straffes Bindegewebe.

Vitamin C verbessert darüber hinaus die Aufnahme von Eisen im Dünndarm. Das Mineral ist in der Aronia ebenfalls sehr reich enthalten und ist für den körpereigenen Sauerstofftransport unabdingbar. Neben diesem haben die Apfelbeeren auch einen nennenswerten Gehalt an Jod, das wie Gerbstoffe und Flavonoide antimikrobiell und zudem auch wundstillend wirkt.

Tee mit Apfelbeeren
Tee aus den getrockneten Apfelbeeren findet seine Anwendung vor allem bei Blasenentzündungen. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Anwendung und Dosierung

Die Sammelzeit für Apfelbeeren liegt wie bei Äpfeln auch im Herbst. Man kann die Früchte danach entweder frisch weiterverarbeiten oder trocknen. Zu beachten gibt es für die Anwendung der Aronia dabei eigentlich nicht viel. Vor dem Verzehr ist es jedoch wichtig, die Apfelbeeren zunächst ausreichend zu erhitzen, da ihre rohen Samen geringe Mengen der giftigen Blausäure enthalten. Verarbeiten kann man die Apfelfrüchte danach sehr vielseitig. Ob als Eingemachtes, Marmelade, Gelee, Saft, Tee oder Fruchtzutat für Kuchen und Desserts – der kulinarischen Kreativität sind hier keinerlei Grenzen gesetzt. Es empfiehlt sich jedoch, die Gerichte mit etwas Honig oder braunem Zucker nachzusüßen, da die Aronia einen sehr säuerlichen Geschmack hat.

Aroniatee

Getrocknete Apfelbeeren werden immer wieder gerne für die Zubereitung von Blasen- und Nierentee genutzt. Die Wärme des Tees unterstützt hier die besondere Heilwirkung auf die Harnwege zusätzlich. Außerdem liefert der Tee eine gute Flüssigkeitsversorgung, welche die Durchspülung der Harnwege im Krankheitsfall gewährleistet. Für eine Kanne Aronia-Tee (zum Beispiel zur unterstützenden Behandlung bei Blasenentzündung) nehmen Sie am besten drei bis fünf Teelöffel getrocknete Apfelbeeren und lassen diese anschließend für etwa 15 Minuten im heißen Teewasser ziehen. Der Tee kann ohne größere Dosierungsanweisungen täglich getrunken werden und bedarf keiner ärztlichen Verschreibung, da Aronia keinerlei Nebenwirkungen hervorruft.

Früchtetee mit Aronia selbst herstellen:

Natürlich muss Aronia als Teekraut nicht zwingend bei Gesundheitsbeschwerden zum Einsatz kommen. Man kann die Apfelbeeren auch ohne besonderen Grund als Zutat für Früchtetee nutzen. Unsere Empfehlung ist hier ein Aronia-Apfel-Hagebutten-Tee.

Zutaten:

  • 1500 Gramm Äpfel,
  • 750 Gramm Apfelbeeren
  • und 750 Gramm Hagebutten.

1. Schritt: Entkernen Sie die Äpfel und raspeln Sie sie anschließend grob. Wichtig ist es, die Schale an den Äpfeln zu belassen, da diese voller wertvoller Nährstoffe steckt. Die frischen Apfelbeeren werden im Vorfeld angestochen, was bei der Trocknung der Beeren hilft. Die Hagebutten werden wie die Äpfel ebenfalls entkernt und danach grob gehackt.

2. Schritt: Sobald die Früchte vorbereitet sind, gibt es zwei Optionen zum Trocknen. Entweder Sie lassen das ganze lufttrocknen oder Sie geben die noch feuchte Teemischung zum Trocknen in den Ofen. Dieser sollte dann aber auf keinen Fall höher als auf 80 Grad Celsius geschaltet werden, damit die Früchte schonend entfeuchten können. Alternativ sind natürlich auch spezielle Trocknungsgeräte denkbar.

3. Schritt: Sobald die Teemischung trocken ist, kann sie in einem luftdichten Behälter oder in Plastikfolie verwahrt werden. Achten Sie darauf, den Tee trocken und dunkel zu lagern, um die Haltbarkeit zu verbessern. Für die Zubereitung einer Tasse Früchtetee nehmen Sie dann jeweils zwei Teelöffel der Teemischung und lassen Sie die Früchte vor dem Absieben 15 Minuten lang ziehen.

Tipp: Besonders gut schmeckt der Früchtetee mit braunem Kandiszucker oder Honig. Auch etwas Zitrone in den Tee geträufelt gibt ihm ein interessantes Aroma.

Saft aus Aronia

Auch Aroniasaft wird bei allerlei Infektionskrankheiten angewandt, wobei sich die Nutzung wie beim Tee nicht allein auf Erkrankungen der Harnwege beschränkt. Es gibt sogar Empfehlungen, die den hochkonzentrierten Saft von Apfelbeeren aufgrund seiner krebshemmenden und immunstärkenden Eigenschaften unterstützend bei einer Chemotherapie empfehlen. Und auch Beschwerden, die durch Allergie-, Autoimmun- und Rheumaerkrankungen entstehen, sollen gut auf eine Anwendung von Aroniasaft ansprechen.

Aroniasaft kann man in ausgewählten Reformhäusern oder in der Apotheke problemlos kaufen. Wer privat jedoch ein leidenschaftlicher Braumeister ist, der kann den Saft auch unkompliziert selbst herstellen. Alles, was sie dafür brauchen ist ein Topf voll frisch geernteter Apfelbeeren. Zur Herstellung des Saftes gießen Sie diesen zusätzlich mit Wasser auf und lassen Sie den Saftansatz für circa 20 Minuten bei mittlerer Hitze kochen. Danach wird der Saft durch ein sauberes Leinentuch in eine große Schüssel ausgepresst. Sobald er abgekühlt ist, kann man ihn in passende Saftflaschen abfüllen und diese für eine längere Haltbarkeit noch einmal für 30 Minuten in einen Topf mit heißem Wasser stellen. Gelagert wird der Aroniasaft dann dunkel und kühl.

Aronialikör
Aus der Aroniaberre lässt sich ein Likör herstellen, der zu Speiseeis und anderen Süßspeisen passt. (Bild: alicja neumiler/fotolia.com)

Aronialikör

Der Presskuchen der Saftherstellung kann später im Ofen getrocknet und für die Teezubereitung genutzt werden. Aus dem Saft der Aroniabeere lässt sich wiederum ein leckerer Likör zubereiten. Hier das Rezept:

  • 400 Milliliter Aroniasaft,
  • 300 Milliliter Korn,
  • 300 Milliliter Rum (weiß),
  • 125 Gramm Zucker (weiß),
  • ein halbes Päckchen Vanillezucker
  • und eine halbe Zitrone.

Pressen Sie den Saft einer halben Zitrone aus und geben Sie ihn einfach gemeinsam mit dem Aroniasaft und den übrigen Zutaten in eine Flasche. Der Likör ist jetzt bereits servierfertig und kann zum Beispiel zur Herstellung von Kuchenglasuren oder als Soßenzutat für süße Desserts wie Vanilleeis oder Mousse verwendet werden. Auch eine kurzfristige Lagerung des Aronialikörs ist kein Problem, da sich der Likör dank seiner alkoholhaltigen Zutaten mindestens bis zu acht Wochen hält, sofern er dunkel und kühl gelagert wird.

Weitere Rezepte mit Aronia

Es gibt noch eine ganze Fülle anderer Anwendungsbeispiele für die Apfelbeere. Und auch wenn sie eher weniger medizinischer Natur sind, so sind sie doch interessante Beispiele, wie sich die gesunde Frucht in die tägliche Ernährung einbinden lässt. Einige der schönsten Rezepte haben wir nachstehend für Sie festgehalten.

Aronia-Apfel-Konfitüre:

  • 1000 Gramm Äpfel,
  • 250 Gramm Apfelbeeren (alternativ 300 Milliliter Aroniasaft),
  • 400 Gramm Gelierzucker,
  • und 250 Milliliter Wasser.

1. Schritt: Waschen Sie zunächst die Äpfel und Apfelbeeren. Die Äpfel können anschließend geschält werden, falls Sie das möchten. Notwendig ist dieser Schritt allerdings nicht. Einzig ein Entkernen und Kleinschneiden der Äpfel ist wichtig.

2. Schritt: Geben Sie die Früchte nun zusammen mit dem Wasser in einen großen Topf und bringen Sie das Ganze zum Kochen. Sobald das Kompott gut erhitzt ist, fügen Sie den Gelierzucker hinzu und lassen Sie die Marmelade unter stetigem Rühren gut eindicken. Alternativ zu Aroniabeeren kann für die Herstellung der Marmelade auch Aroniasaft verwendet werden.

3. Schritt: Sobald die Marmelade fertig ist, wird sie noch heiß in gut gereinigte Marmeladengläser gefüllt. Lassen Sie die Marmelade vollständig abkühlen, ehe Sie die Gläser vor der weiteren Lagerung gut verschrauben.

Glas mit Aroniamarmelade
Mit Äpfeln gemischt eignet sich die Aronia auch, um Konfitüre herzustellen. (Bild: vadim yerofeyev/fotolia.com)

Aroniasirup:

  • 500 Gramm Aroniabeeren,
  • 250 Gramm Kandiszucker,
  • eine halbe Zitrone
  • und eine halbe Vanilleschote.

Setzen Sie die Aroniabeeren mit dem Saft einer halben Zitrone, dem Vanillemark und Kandiszucker in einem Topf mit etwas Wasser an und warten sie ab, bis die Beeren soweit eingekocht sind, dass sie sich leicht zerdrücken lassen. Das Aronia-Kompott kann als süße Dessertbeilage serviert werden. Zur Sirupgewinnung muss es hingegen püriert und dann der Saft herausgefiltert werden. Füllen Sie den Sirup umgehend in eine saubere, luftdicht verschließbare Flasche ab.

Aronia-Kuchen mit Streuseln:

  • 300 Gramm Mehl,
  • 300 Gramm Sahnequark,
  • 200 Gramm Butter,
  • 200 Gramm Aroniabeeren,
  • 200 Milliliter Amaretto,
  • 200 ml Apfelsaft,
  • 200 Gramm Zucker,
  • zwei Päckchen Vanillezucker,
  • ein Päckchen Backpulver,
  • ein Päckchen Vanillepuddingpulver,
  • ein Eigelb
  • und ein Eiweiß.

1. Schritt: Legen Sie die Apfelbeeren am Tag vor dem eigentlichen Backvorgang in Amaretto und Apfelsaft ein. Geben Sie auch zwei Esslöffel Zucker und einem Päckchen Vanillezucker hinzu. Am Tag darauf werden die eingelegten Früchte dann aufgekocht und zwei Esslöffel Puddingpulver eingerührt, bis sich eine homogene Masse ergeben hat. Achten Sie dabei darauf, dass sich das Puddingpulver vollständig auflöst und rühren Sie zu diesem Zweck kräftig um. Alternativ können Sie das Puddingpulver vorab in etwas Apfelsaft-Amaretto-Wasser separat auflösen.

2. Schritt: Während die Früchte abkühlen, schlagen Sie für den Kuchenteig die Butter, das Eigelb und 150 Gramm Zucker mit dem Handrührgerät schaumig. Ist dies geschehen, sieben Sie das Mehl darüber, geben Sie je ein Päckchen Backpulver und Vanillezucker hinzu und verkneten Sie das Ganze zu einem feinen Teig. Danach teilen Sie den Teig in zwei Hälften und streichen Sie eine davon in einer Springform für den Kuchenboden glatt.

3. Schritt: Als nächstes mischen Sie Quark, das restliche Puddingpulver und 40 Gramm Zucker zusammen. Ist dies getan, schlagen Sie das Eiweiß steif und heben es anschließend unter die Quark-Pudding-Masse. Verteilen Sie diese nun auf dem Kuchenboden, geben Sie die abgekühlte Beerenmasse darauf und decken Sie das Ganze mit der zu Streuseln zermürbten zweiten Teighälfte ab. Der Kuchen muss nun im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Celsius für circa 40 Minuten backen.

Muffins mit Aroniabeeren
Die Aronia eignet sich auch als Füllung für Gebäck, so zum Beispiel in Muffins. (Bild: creativefamily/fotolia.com)

Brötchen mit Aronia und Kürbiskernen:

  • 500 Gramm Dinkelmehl,
  • 110 Gramm Kürbiskerne,
  • 450 Milliliter Wasser,
  • fünf Esslöffel Aroniabeeren (getrocknet),
  • zwei Esslöffel Apfelessig,
  • zwei Teelöffel Salz,
  • zwei Päckchen Hefe,
  • ein paar Getreideflocken/Getreidekörner
  • und Muffinförmchen.

1. Schritt: Geben Sie die getrockneten Apfelbeeren zusammen mit zwei Esslöffel Mehl in einen Mörser und mahlen Sie das Ganze zu einem feinen Pulver. Danach werden alle trockenen Zutaten, also Dinkelmehl, Kürbiskerne, Salz und Hefe, zusammen mit dem Aronia-Mehl in eine Schüssel gegeben und gut vermischt, bevor Sie nach und nach zunächst den Apfelessig und dann das Wasser hinzugeben.

2. Schritt: Streuen Sie die Muffinformen mit etwas Mehl oder Getreideflocken aus, damit der Teig nicht zu stark anklebt. Trennen Sie im Anschluss jeweils 85 Gramm Teig mit zwei Esslöffeln ab (am besten Digitalwaage benutzen) und geben Sie die Portionen in die Formen.

3. Schritt: Abschließend werden die rohen Brötchen mit Körnern und/oder Getreideflocken bestreut. Danach müssen sie im Backofen für etwa 30 Minuten ausbacken. Bei einem Umluftherd wird die Temperatur auf 180 Grad Celsius, bei Ober- und Unterhitze auf 200 Grad Celsius gestellt. Heizen Sie den Ofen aber nicht vor, sondern schieben Sie den Teig ohne Gehzeit kalt hinein.

Tipp: Wer alternativ Aronia-Brot backen möchte, der gibt den Teig anstatt in kleine Muffinförmchen in eine Kastenform. Die Backzeit beträgt dann 60 Minuten.

Salft aus Apfelbeeren (Aronia)
Der im Handel erhältliche Aroniasaft ist nicht jedermanns Sache, da er leicht bitter schmeckt. (Bild: Melica/fotolia.com)

Nebenwirkungen

Gewarnt sei noch einmal vor dem Rohverzehr der Apfelbeeren. Aufgrund des Blausäuregehalts kann es hier zu Vergiftungserscheinungen wie Bauchschmerzen oder Übelkeit kommen.

Interessante Studien zur Wirksamkeit von Aronia

Aronia gehört zu den besonders gut untersuchten Früchten mit medizinischer Relevanz. Dementsprechend gut belegt ist auch ihre Heilwirkung. Die wichtigsten Studienergebnisse haben wir abschließend für Sie zusammengefasst:

Apfelbeere gegen chronische Krankheiten

Viele Krankheiten mit chronischem Charakter resultieren aus anhaltenden Entzündungsherden. Hierzu zählen neben Harnwegsinfekten auch Magen-Darm-Erkrankungen und diverse Herz-, Gefäß- und Lebererkrankungen. Eine tschechische Studie hat hier direkte Zusammenhänge zwischen den vielseitig entzündungshemmenden Eigenschaften von Aronia und deren Potential für die Behandlung chronischer Entzündungskrankheiten aufgedeckt. Apfelbeeren in die Ernährung einzubinden ist demnach grundsätzlich ratsam, um chronisch-entzündlichen Erkrankungen vorzubeugen.

Aroniasaft gegen Harnwegsinfekte

Dass Aronia nicht nur bei akuten Harnwegsinfekten wirkt, konnte in einer norwegischen Studie bestätigt werden. Man kam hier zu dem Ergebnis, dass ein regelmäßiger Verzehr von Apfelbeerensaft auch das grundsätzliche Risiko, einen Harnwegsinfekt zu erleiden um bis zu 55 Prozent reduziert. Dies ist vor allem für Patienten und Patientinnen interessant, die wiederholt an Erkrankungen wie Blasenentzündung leiden.

Frau hält sich Wärmflasche vor den Unterbauch
Bei Harnwegsinfekten ist die Aronia vorzüglich geeignet, um den Heilungsprozess zu unterstützen. (Bild: absolutimages/fotolia.com)

Aronia beugt Magen-Darm-Schäden vor

Gerade bei Erkrankungen des Verdauungstraktes können andauernde Entzündungen großen Schaden anrichten. Laut einer Studie aus Korea ist die Apfelbeere hier ein guter Helfer, weil ihre antioxidativen Wirkstoffe erfolgreich die Magen-Darm-Wände schützen. Entzündungen und Schleimhautreizungen lassen sich so zuverlässig beheben und vermeiden.

Apfelbeeren helfen gegen virale Infekte

Im Bereich der Virusinfektionen scheint Aronia sogar gegen den Grippevirus erfolgreich vorzugehen. Entsprechende Beweise gehen aus einer koreanischen Studie hervor. Die zuständigen Forscher sehen in der Apfelbeere deshalb eine wertvolle Quelle zur Gewinnung antiviraler Wirkstoffe.

Aronia als Mittel gegen Diabetes

Mit Blick auf Gefäß- und Stoffwechselkrankheiten spielen die Antioxidantien der Apfelbeere eine übergeordnete Rolle. Da sie oxidativen Stress reduzieren, senken sie das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen enorm. Doch der Effekt scheint hier nicht Halt zu machen. Forschende aus Serbien, Kroatien und Sri Lanka kamen in einer gemeinsamen in vivo Studie zu dem Ergebnis, dass die antioxidative Wirkung von Aronia selbst Diabetes erfolgreich lindern kann. Aus diesem Grund empfehlen sie die Apfelbeere als Antidiabetikum.

Aronia bei Bluthochdruck

In Finnland untersuchte man die Wirkung von Aronia auf den Blutdruck. In der Studie stellte sich heraus, dass Aroniasaft offenbar den diastolischen Blutdruck um bis zu 1,64 Millimeter Quecksilbersäule, den systolischen Blutdruck um bis zu 2,71 Millimeter Quecksilbersäule zu reduzieren vermochte. Eine entsprechende Ernährungsumstellung, die auf Apfelbeeren setzt, sehen die zuständigen Forschenden deshalb als empfehlenswerte Maßnahme zur Behandlung und Vorbeugung von Herz- und Gefäßkrankheiten.

Aronia dämmt Krebszellen ein

In China konnte man neben der für die Herz- und Gefäßgesundheit wichtigen antioxidativen Wirkung von Aronia auch deren krebshemmenden Effekt nachweisen. Laut dieser Studie reduzierten die Antioxidantien der Apfelbeere erfolgreich das Wachstum von Leberkrebszellen.

Übergewichtiger Mann vor dem Spiegel
In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass Anthocyane in der Aronia bei Adipositas helfen können. (Bild: motortion/fotolia.com)

Apfelbeere als Diäthelfer

Aronia kann sogar gegen Übergewicht etwas ausrichten. Laut einer australischen Studie sind hierfür die Anthocyane der Aronia von großer Bedeutung. Sie vermochten es, nahezu alle Anzeichen des im Rahmen von Adipositas auftretenden metabolischen Syndroms zu reduzieren. Einziges Manko der Studie ist die Tatsache, dass entsprechende Tests bisher nur in Tierversuchen zustande kamen.

Apfelbeere hält das Gehirn fit

Der Zellschutz von Aronia umfasst auch Gehirnzellen. Eine chinesische Studie konnte, leider nur im Tierversuch, eine verlangsamte Alterung von Gehirnzellen nach der Gabe von Anthocyanen der Apfelbeere feststellen. Die Ergebnisse sprechen für eine Eignung von Aronia als Antiaging-Wirkstoff im Bereich degenerativer Hirnprozesse, etwa bei altersbedingten Gehirnerkrankungen wie Alzheimer.

Fazit

Aronia ist nicht nur reich an essenziellen Vitaminen und Mineralien, sondern besitzt auch ein breites Spektrum an Heilwirkungen, die gegen Harnwegsinfekte und zur Behandlung und Prävention verschiedener Infektions- sowie chronischer Entzündungskrankheiten genutzt werden können. Es ist daher durchaus empfehlenswert, die Apfelfrüchte zum festen Bestandteil der Ernährung zu machen. Dabei sollten die verzehrten Aroniaprodukte aber ausreichend erhitzt werden, um die in den Samen der Früchte befindliche Blausäure unschädlich zu machen. Ist dies geschehen, stellt die Apfelbeere ein durch und durch gesundes Superfood dar, das darüber hinaus durch besonders vielseitige Zubereitungsmöglichkeiten überzeugt. (ma)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autoren:
Miriam Adam, Barbara Schindewolf-Lensch
Quellen:
  • Bo‐Wen Lin, Cheng‐Chen Gong, Hai‐Fei Song, at al.: "Effects of anthocyanins on the prevention and treatment of cancer" (Abruf: 14.08.2019), onlinelibrary wiley
  • Maria Handelanda, Nils Grudeb, Torfinn Torp, et al.: "Black chokeberry juice (Aronia melanocarpa) reduces incidences of urinary tract infection among nursing home residents in the long term—a pilot study" (Abruf: 14.08.2019), sciencedirect.com
  • Jie Wei, Guokun Zhang, Xiao Zhang, et al.: "Anthocyanins from Black Chokeberry (Aroniamelanocarpa Elliot) Delayed Aging-Related Degenerative Changes of Brain" (Abruf: 14.08.2019), ACS Publications
  • Maharshi Bhaswant Ph.D., Siti RaihanahShafiePh.D., Michael L.MathaiPh.D., et al.: "Anthocyanins in chokeberry and purple maize attenuate diet-induced metabolic syndrome in rats Author links open overlay panel" (Abruf: 14.08.2019), sciencedirect.com
  • Ningxuan Gao, Yuehua Wang, Xinyao Jiao, et al.: "Preparative Purification of Polyphenols from Aronia melanocarpa (Chokeberry) with Cellular Antioxidant and Antiproliferative Activity" (Abruf: 14.08.2019), mdpi.com
  • Britt-Marie Loo, Iris Erlund, Raika Koli, et al.: "Consumption of chokeberry (Aronia mitschurinii) products modestly lowered blood pressure and reduced low-grade inflammation in patients with mildly elevated blood pressure." (Abruf: 14.08.2019) , sciencedirect.com
  • Tunde Jurikova , Jiri Mlcek, Sona Skrovankova, et al.: "Fruits of Black Chokeberry Aronia melanocarpa in the Prevention of Chronic Diseases" (Abruf: 14.08.2019) , mdpi.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


Nächster Artikel

Jetzt News lesen