Galgant – Herkunft, Inhaltsstoffe und Verwendung

Galgant ist ein Verwandter des Ingwers und wird wie dieser als Gewürz und Heilpflanze eingesetzt. (Bild: gunungkawi/stock.adobe.com)

Er sieht nicht nur aus wie Ingwer, sondern ist auch mit diesem verwandt. Die Rede ist vom Großen Galgant (Alpinia galanga), der irrtümlicherweise auch oft als ‚Galant‘ bezeichnet wird. Ursprünglich in China heimisch, wird er heute in weiten Teilen Asiens kultiviert und ist nicht nur als exklusives Gewürz, sondern auch als Heilkraut sehr gefragt.

Ähnlich wie beim Ingwer wird dabei vor allem das knollenförmige Rhizom der Pflanze, also die Galgantwurzel, verwendet. Sie beinhaltet die höchste Konzentration an heilsamen und würzigen Essenzen und ist somit für die kulinarische und heilpflanzliche Nutzung von besonderem Interesse. Welche Inhaltsstoffe den Galgant zu einem echten Zugewinn für Küche und Hausapotheke machen und was es sonst noch über Alpinia galanga zu wissen gibt, verraten wir Ihnen wie immer in unserem Beitrag zum Thema.

Wie beim Ingwer wird vom Galgant hauptsächlich das knollige Rhizom der Pflanze verwendet. (Bild: taira42/stock.adobe.com)

Steckbrief zum Galgant

Galgant – Pflanzenportrait

Der Galgant gehört wie der Ingwer zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und stammt wie dieser maßgeblich aus Asien, wo beide Pflanzen seit jeher als Gewürz- und Heilkraut Verwendung finden. Die Heimat des Galgants lag dabei ursprünglich auf der chinesischen Insel Hainan. Heutzutage reicht sein Verbreitungsgebiet jedoch weit über die Grenzen Chinas hinaus, wobei er vor allem in Thailand sehr rege kultiviert wird. Kaum verwunderlich also, dass die Pflanze heute nicht nur Beinamen wie ‚Chinesischer Ingwer‘ hat, sondern auch als ‚Thai-Ingwer‘ bekannt ist.

Die eifrige Nutzung als asiatisches Küchengewürz verbindet Galgant und Ingwer ganz besonders und macht beide Gewürze zu einem echten Aushängeschild der asiatischen Küche. Geschmacklich haben die beiden Pflanzen trotz ähnlicher Nutzungsbereiche und botanischer Artverwandtschaft aber nur wenig gemeinsam. So schmeckt Alpinia galanga im rohen Zustand beispielsweise überaus bitter, wohingegen Ingwer einen eher zitronigen Geschmack aufweist. Auch ist Großer Galgant um einiges schärfer und wird gut 50 Zentimeter größer als vergleichbare Exemplare des Ingwers.

Für die Anwendungsgebiete beider Heilpflanzen spielen die Unterschiede jedoch keine Rolle. So gilt Galgant beispielsweise wie der Ingwer als beliebtes Mittel zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und wird zu diesem Zweck häufig als Zutat für verdauungsfördernde Gerichte verwendet. Speziell der Galgant wird dabei häufig auch zu Magenbitter oder Magentee verarbeitet.

Ebenfalls gebräuchlich sind in Asien Gewürze und Gewürzpasten, die Auszüge der beiden Pflanzen beinhalten. Bestes Beispiel hierfür ist die berühmte grüne Currypaste, welche einen wichtigen Bestandteil zahlreicher asiatischer Gerichte bildet und kulinarisch längst auch in Deutschland angekommen ist. Weitere Gewürze, die häufig Galgant enthalten, sind Grill-, Likör- und Leberwurstaromen.

Übrigens: Seinen fachbotanischen Namen ‚Alpinia‘ verdankt der Galgant dem italienischen Botaniker Prospero Alpini. Ihm zu Ehren wurde die Galgantwurzel einst durch Charles Plumier, einen naturkundigen Mönch aus Frankreich, auf den Namen Alpina getauft. 1753 lieferte der schwedische Botaniker Carl von Linné in seinem zweibändigen Werk ‚Species Plantarum‘ schließlich eine Erstbeschreibung der Pflanze und wandelte in dieser die veraltete Schreibweise Alpina in Alpinia um.

Irreführende Beinamen besitzt der Galgant leider auch einige: Neben der falschen Bezeichnung als ‚Galant‘ bereitet Laien hierbei vor allem die Unterscheidung zwischen dem auch als ‚Siam-Galgant‘ bekannten Kleinen beziehungsweise Echten Galgant (Alpinia officinarum) und dem Großen Galgant (Alpinia galanga) gelegentlich Probleme.

Vor allem in der thailändischen Küche sorgt der Galgant in vielen Gerichten für die typische Würze. (Bild: kiattipong2499/stock.adobe.com)

Zwar werden beide Arten gleichermaßen in der Pflanzenheilkunde genutzt, der Große Galgant findet dabei jedoch schon wesentlich länger Anwendung als sein kleiner Artgenosse. Denn bereits vor 2000 Jahren spielte die Alpinia galanga eine wichtige Rolle in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Von ihrer chinesischen Heimat aus eroberte die würzige Knolle im 8. Jahrhundert n. Chr. unter dem Namen ‘Kha’ schließlich auch die Regionen Europas. Schon Hildegard von Bingen wusste, wie man aus Galgant ein wirksames Arzneimittel gegen Herzbeschwerden und Fieber herstellt. Die berühmter Kräuterfrau schrieb hierzu:

“Wer im Herzen Schmerzen leidet und wem von Seiten des Herzens ein Schwächeanfall droht, der esse sogleich eine hinreichende Menge Galgant und es wird im besser gehen. Und ein Mensch, der ein hitziges Fieber in sich hat, trinkt Galgantpulver in Quellwasser und er wird das hitzige Fieber löschen.“
– Hildegard von Bingen

Der Bezeichnung des Galgants als ‚Fieberwurzel‘ ist gewiss dieser Art der Nutzung geschuldet. Wie bereits angedeutet wird die Wurzel insgesamt aber eher wegen ihrer verdauungsfördernden Wirkung heilpflanzlich genutzt. Medizinisch belegt ist diese schon seit dem 16. Jahrhundert, wo beispielsweise der italienische Arzt Pietro Andrea Mattioli Folgendes über die Heilpflanze schrieb:

“Galgant aromatisiert den Atem, fördert die Verdauung, beseitigt Blähungen und regt die körperlichen Gelüste an.” – Pietro Andrea Mattioli

Darüber hinaus weist Alpinia galanga verschiedenen Studien zufolge unter anderem krampflösende, entzündungs- und tumorhemmende Eigenschaften auf. Alles in allem lassen sich folgende Anwendungsgebiete für den Galgant festhalten:

Autoren- und Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Miriam Adam
Quellen:
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  • Das große Buch der Hildegard von Bingen: Bewährtes Heilwissen für Gesundheit und Wohlbefinden, Naumann & Göbel, 2017
  • Heepen, Günther H.: Das Heilwissen der Hildegard von Bingen: Naturheilmittel - Ernährung - Edelsteine, Gräfe und Unzer Verlag, 2015
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