Milzkrebs- Symptome, Diagnostik, Behandlung

Milztumore – Sarkome, Lymphome, Milzmetastasen

Krebserkrankungen im Bereich der Milz können in Form von Sarkomen, Malignen Lymphomen und Milzmetastasen auftreten. Die Prognose bei entsprechenden Krebsleiden ist eher schlecht, doch sind längst nicht alle Tumore im Bereich der Milz bösartig. Die Milztumore (Splenomegalien) können zum Beispiel auch Folge von Infektionskrankheiten, rheumatischen Erkrankungen, Leberzirrhosen oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen sein.

  • Definition: Milzkrebs ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für verschiedene Tumorerkrankungen im Bereich der Milz wie Sarkome, Lymphome und Milz-Metastasen.
  • Symptome: Viele Milzkrebs-Arten zeigen keine eindeutigen Indikatoren. Chronische Müdigkeit, Appetitlosigkeit, erhöhte Infektionsanfälligkeit, Bauchschmerzen und Übelkeit sind unter anderem mögliche Symptome.
  • Diagnose: Nach dem Abtasten kommen bei Verdacht bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT zum Einsatz. Eine Gewebeprobe liefert bei Bedarf den eindeutigen Befund.
  • Therapie: Die Behandlung hängt von der jeweiligen Tumor-Art ab. Häufig kommen eine Operation und/oder eine Strahlentherapie zum Einsatz.

Definition

„Milzkrebs“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Tumorerkrankungen im Bereich der Milz, wobei die Fachwelt hier von Sarkomen, bösartigen Lymphomen und Milz-Metastasen spricht. Diese Krebserkrankungen können theoretisch überall im Körper an entsprechenden Gewebestrukturen auftreten, so dass der Begriff Milzkrebs genaugenommen nicht korrekt ist. Denn dieser suggeriert, dass es sich um eine explizite Erkrankung der Milz handelt. Zur Vereinfachung wird die Bezeichnung „Milzkrebs“ weiter verwendet.

Bei verschiedenen Krebserkrankungen wie beispielsweise auch bei den malignen Lymphomen können Milz-Metastasen entstehen. (Bild: joshya/fotolia.com)

Symptomatik

Kennzeichnend für Milzkrebs-Erkrankungen ist eine auffällige Vergrößerung des Organs, die jedoch zunächst auch mehr oder weniger symptomlos verlaufen kann. Mögliche ursächliche Krebserkrankungen (Lymphdrüsenkrebs, Sarkome, Krebserkrankungen mit Metastasierung) verursachen ihrerseits jedoch durchaus auffällige Beschwerden. Bei bösartige Lymphome zeigen sich oftmals Symptome wie:

Keine eindeutigen Indikatoren

Allerdings eignet sich keines dieser Symptome als verlässlicher Indikator, da sie auch im Zusammenhang mit zahlreichen anderen Erkrankungen auftreten können. Im weiteren Krankheitsverlauf leiden die Betroffenen aufgrund der tumorösen Vergrößerung der Milz häufig an Beschwerden, die durch den Druck auf die umliegenden Gewebestrukturen und Organe verursacht werden. Zu diesen Beschwerden gehören:

Krebserkrankungen im Bereich der Milz

Krebserkrankungen im Milzbereich können in Form von malignen (bösartigen) Lymphomen, Sarkomen und als Metastasen anderer Krebserkrankungen auftreten. Das Beschwerdebild und die Heilungschancen sind bei den verschiedenen Formen des Milzkrebs äußerst unterschiedlich, so dass hier die einzelnen Formen differenziert betrachtet werden.

Zu den Krebserkrankungen im Milzbereich zählen Lymphome, Sarkome und Metastasen anderer Krebserkrankungen. (Bild: transurfer/fotolia.com)

Maligne Lymphome / Lymphdrüsenkrebs

Eine häufige Form der Krebserkrankungen im Milzbereich bilden maligne Lymphome, welche in die Hodgkin-Lyphome und Non-Hodgkin-Lymphome unterteilt werden. Diese auch als Lymphdrüsenkrebs bezeichneten Erkrankungen gehen von bösartigen Veränderungen im lymphatischen System aus. Neben den Lymphknoten, Lymphbahnen und Tonsillen (Mandeln) gehört auch die Milz zum lymphatischen System.

Hier findet eine unkontrollierte Vermehrung der Lymphozyten (zelluläre Bestandteile des Blutes) und verwandter Zellformen statt. Zwar befällt der Lymphdrüsenkrebs oftmals zunächst lokal begrenzte Strukturen, theoretisch können jedoch Gewebestrukturen im gesamten Körper betroffen sein, da sich die Lymphozyten gegebenenfalls über das Blut- und das Lymphsystem ausbreiten. Es handelt sich demnach um eine systemische Erkrankung, auch wenn sich der Lymphdrüsenkrebs möglicherweise in der Milz lokalisiert.

Sarkome

Diese vom Bindegewebe ausgehenden bösartigen Tumorerkrankungen können in seltenen Fällen auch den Bereich der Milz befallen. Es existieren zahlreiche unterschiedliche Formen von Sarkomen, wobei für Milzkrebserkrankungen vor allem die Angiosarkome verantwortlich gemacht werden. Sie gehen vom Endothel (dünne Wandschicht von Lymph- und Blutgefäßen) aus und werden in Hämangiosarkome und Lymphangiosarkome unterschieden. Als auffälliges Symptom der Sarkome im Milzbereich ist oftmals ein aufgeblähter Bauch zu beobachten, doch können diese speziellen Krebserkrankungen auch lange Zeit ohne erkennbare Beschwerden verlaufen.

Metastasen

Theoretisch kann jeder metastasierende Krebs das lymphatische System und damit die Milz befallen. Im Unterschied zum Lymphdrüsenkrebs ist dabei nicht die unkontrolliert Vermehrung der Lymphozyten Ursache der Beschwerden, sondern die Einwanderung von Krebszellen aus metastasierenden Tumoren.

Diagnose

Die Palpation (Abtasten) bildet bei Auftreten verdächtiger Symptome einen guten Einstieg in die Diagnostik von Milztumoren, da Vergrößerungen der Milz sich hierbei oftmals ertasten lassen. Normalerweise sollte die Milz beim Abtasten des Bauches nicht fühlbar sein. Größere Milztumore können jedoch beim Einatmen unterhalb des linken Rippenbogens ertastet werden. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie werden die Veränderung der Milz genauer eingegrenzt. Bei Verdacht auf ein Sarkom, ein Malignes Lymphom oder Metastasen sichert die anschließende Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) die Diagnose.

Bei der Diagnose von Milztumoren helfen bildgebende Verfahren wie die Computertomographie, die Magnetresonanztomographie und Ultraschalluntersuchungen. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Behandlung

Die Behandlung des Milzkrebs richtet sich vor allem nach der zugrundeliegenden Krebsform und dem Stadium der Erkrankung. Die Heilungsaussichten sind dabei äußerst unterschiedlich. So lassen sich beispielsweise viele Non-Hodgkin-Lymphome mit Hilfe einer Chemotherapie vollständig beseitigen, während bei metastasierenden Krebsarten oftmals nur noch eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs erreicht werden kann.

Behandlung bei Milz-Metastasen

Bei den Milz-Metastasen erfolgt unter Umständen im Vorfeld der Chemotherapie zudem eine sogenannte Splenektomie (chirurgische Entfernung des Organs), um eine maximalen Reduktion des Tumorgewebes zu erreichen und so die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung zu erhöhen. Zwar können die Betroffenen anschließend auch ohne Milz weiterleben, doch unterliegen sie gewissen Risiken, wie beispielsweise einer erhöhten Infektionsanfälligkeit gegenüber bestimmten Bakterien, die Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen auslösen können. Des Weiteren steigt nach einer Splenektomie das Risiko einer Thrombose.

Behandlung bei Angiosarkomen

Die radikale chirurgische Entfernung des Tumorgewebes ist auch bei den Angiosarkomen geboten, wobei durch eine anschließende Chemo- und/oder Strahlentherapie die Behandlungsaussichten zusätzlich erhöht werden können. Allerdings ist die Prognose bei den Angiosarkomen insgesamt eher schlecht. Die 5-Jahres-Überlebensrate wird beispielsweise von Kardiologen des Universitätsklinikums Regensburg mit 12 bis 24 Prozent angegeben.

Einflüsse auf die Behandlungsaussichten

Wesentlichen Einfluss auf die Behandlungsaussichten haben auch das Alter und die allgemeine Konstitution der Betroffenen sowie der Zeitpunkt der Diagnose, so dass die individuelle Prognose deutlich besser ausfallen kann. Zudem lassen sich Krebserkrankungen im frühen Stadium generell eher erfolgreich behandeln, als weit fortgeschrittene Erkrankungen. (fp, vb; aktualisiert 10. April 2018)
Fachliche Aufsicht: Barbara Schindewolf-Lensch (Ärztin)