500 Menschen in Deutschland ertrunken – Keine unnötigen Risiken beim Baden

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Ungetrübtes Vergnügen: Badespaß ohne unnötige Risiken

Bei sommerlichen Temperaturen sorgt der Sprung ins kühle Nass für eine angenehme Abkühlung. Doch leider wird in der warmen Jahreszeit auch immer wieder über tödliche Badeunfälle berichtet. Viele dieser Unfälle könnten vermieden werden. Gesundheitsexperten erklären, wie man den Badespaß ohne unnötige Risiken genießen kann.


Abkühlung bei Hitze

Sei es im Freibad, am Badesee oder im Meer: Bei sommerlichen Temperaturen gibt es kaum was Schöneres, als sich im Wasser abzukühlen. Doch so erfrischend ein beherzter Sprung ins kühle Nass auch ist, rät die Barmer Krankenkasse insbesondere unerfahrenen Schwimmern, nicht leichtsinnig ins Wasser zu springen. Schließlich sind nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) allein im Jahr 2018 über 500 Menschen in Deutschland ertrunken.

Für viele Menschen gibt es bei sommerlichen Temperaturen nichts schöneres, als ihre freie Zeit im Freibad oder am See zu verbringen. Experten haben einige Tipps, um den Badespaß ohne Gefahren zu genießen. (Bild: volff/fotolia.com)

Keine unnötigen Gefahren eingehen

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem viele Grundschüler nicht schwimmen können. Und auch manche ältere Personen können sich oft nur so einigermaßen über Wasser halten.

Das kann gefährlich werden. Vor allem beim Baden in unbewachten Seen und anderen Gewässern.

„Wer nicht richtig schwimmen kann, ohne Abkühlung ins Wasser springt oder die Tücken des Gewässers nicht kennt, geht unnötige Gefahren ein“, erklärt Klaus Möhlendick, Sportwissenschaftler bei der Barmer in einer Mitteilung.

Doch wer sich nicht überschätze und zu weit vom Ufer entferne, für den stehe einem ungetrübten Vergnügen im kühlen Nass in der Regel nichts im Wege.

Vor dem Schwimmen abkühlen

Laut Möhlendick solle man grundsätzlich langsam ins Wasser gehen und nicht einfach springen. Denn sonst zögen sich die Blutgefäße zusammen und pumpten in kurzer Zeit zu viel Blut auf einmal zum Herz.

Dadurch werde die rechte Herzkammer übermäßig belastet und es könne zu Rhythmusstörungen kommen. Zudem werde ein Reflex ausgelöst, wenn kaltes Wasser auf das Gesicht treffe, wodurch Herzfrequenz und Blutdruck rasch abfielen.

Vor allem Senioren sollten sich vor dem Baden abkühlen, raten Fachleute.

Und: „Keinesfalls sollte man vor dem Schwimmen Alkohol trinken, weil das die Gefäße erweitert. Beim Eintauchen ins Wasser ist dann im Extremfall ein Kälteschock möglich, selbst wenn das Wasser etwa 20 Grad warm ist“, so Möhlendick.

Die Annahme, dass nach dem Sprung ins kalte Wasser aber gar ein Herzstillstand droht, stimmt laut Gesundheitsexperten bei gesunden Menschen aber nicht.

Rückläufige Schwimmfähigkeit in Deutschland

Die Krankenkasse weist noch auf weitere Gefahren beim Baden hin: Viele Schwimmer unterschätzten die Strömung oder plötzlich auftretende Kaltzonen. Dabei ermüde man schneller und benötige sehr viel Energie.

„Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll, nicht mit leerem Magen ins Wasser zu gehen, sondern geraume Zeit zuvor etwas zu essen“, sagt Möhlendick.

Gerade für Ungeübte und Senioren, denen die Kraft schnell ausgehe, Menschen mit Herzproblemen und unerfahrene Schwimmer sei der Badespaß nicht frei von Risiken.

Hinzu komme die rückläufige Schwimmfähigkeit in Deutschland. So seien laut DLRG rund 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer.

„Wer schlecht oder nicht schwimmen kann, sollte unabhängig vom Alter nie allein oder unbeaufsichtigt ins Wasser gehen“, rät der Barmer-Experte. (ad)